Mittwoch , 20 September 2017
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Äußere Entzündungen richtig behandeln
Foto: Minerva-Studio-Fotolia

Äußere Entzündungen richtig behandeln

Entzündungen mit Hausmitteln behandeln

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Entzündung im Körper – erst einmal klingt das doch ganz harmlos. Man fühl sich manchmal, wenn überhaupt, etwas schlapp, hat unter Umständen auch leichtes Fieber – das sind die Symptome einer Entzündung im fortgeschrittenen Stadium. Allerdings sollte man bei einer Entzündung bedenken, dass eine Sepsis noch immer zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählt. Die Blutvergiftung wie die Sepsis umgangssprachlich genannt wird, kann sich auch aus einer kleinen und eigentlich harmlos erscheinenden Entzündung ergeben. Wenn die Erkrankung an der Sepsis diagnostiziert wird und der Patient ins Krankenhaus muss, liegt die statistische Überlebenschance noch bei 40 Prozent. Entzündungen, die sich nicht schnell wieder reduzieren, sollte man also unbedingt dem Arzt vorstellen. Mit Hausmitteln kann man aber zumindest bis zum Arztbesuch und als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung etwas gegen die Entzündung tun. Und auch bei leichten Entzündungen, die sich zum Beispiel aus einem Insektenstich ergeben, sollte man gleich handeln und mit Hausmitteln einer Ausbreitung der Entzündung vorbeugen.

Was kann man gegen äußerliche Entzündungen tun?

Bei leichten Schwellungen und nur leichten Schmerzen durch eine Entzündung – beispielsweise resultierend aus einem Insektenstich – kann man mit Kältepackungen eine Linderung erzielen. Wichtig ist aber, dass die entzündete Körperstelle nicht unterkühlt wird. Wenn man nämlich beispielswiese Kühl-Akkus aus dem Eisfach auflegt, ohne sie mit einem Tuch einzuschlagen, können sich Verbrennungen aus der Unterkühlung ergeben. Zudem wird die Entzündung durch die nachfolgende verstärkte Durchblutung, die der Körper zur Vorbeugung einer Unterkühlung betreibt, eher schlimmer als besser.

Basilikum und Zwiebel

Einen Insektenstich kann man auch mit einem frischen Basilikumblatt oder einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel betupfen. Beides wirkt gegen die Entzündung, die der Stich bewirkt.

Kohl als Entzündungshemmer

Hilfreich ist auch Kohl gegen Entzündungen. Dazu werden Kohlblätter zunächst vom mittleren Strunk befreit und dann gedrückt, bis sie weich sind. Die Kohlblätter werden dann auf die entzündeten Hautbereiche aufgelegt und mit Verbandmaterial fixiert. Dort verbleiben die Kohlblätter dann über Nacht. Kohl hat entzündungshemmende Inhaltsstoffe, die sowohl äußerlich als auch innerlich gegen Entzündungen helfen.

Mandelentzündung? Eis essen hilft

Wenn die Mandeln entzündet und vereitert sind, hilft nur noch ein Medikament vom Arzt, unter Umständen muss das sogar ein Antibiotikum sein. Ergänzen kann man die Behandlung durch den Verzehr von Speiseeis. Lecker und hilfreich ist diese Behandlung, die die Schmerzen im Hals lindert und die Schluckbeschwerden reduziert.

Der Rachen ist entzündet?

Bei Rachenentzündungen kann das Kauen von Nelken aus dem Gewürzregal helfen. Auch Zahnfleischentzündungen kann man so reduzieren und im Abheilen unterstützen.

Eine Alternative kann die Behandlung mit selbstgemachtem Zwiebelsud sein. Dazu wird eine Zwiebel ausgehöhlt. Parallel wird Kandiszucker in etwas Wasser aufgekocht, bis er sich komplett im Wasser aufgelöst hat. Die Zwiebel wird jetzt mit dem Zuckersirup gefüllt und 24 Stunden ruhen lassen. Der sich jetzt bildende Zwiebelsaft mit Kandiszucker wird noch einmal erhitzt und dann teelöffelweise alle drei Stunden eingenommen. Die Inhaltsstoffe der Zwiebel wirken entzündungshemmend und sowohl Hals- als auch Zahnfleischentzündungen lassen sich so mit natürlichen Inhaltsstoffen aus der Küche behandeln.

Gurgeln mit Kamillenlösung – erhältlich in der Apotheke – kann auch helfen, um die Entzündung im Rachen oder am Zahnfleisch zu heilen. Einfach die Lösung mit lauwarmem Wasser verdünnen – nie konzentriert anwenden!

Ein Sud aus Kamillen- und Rosenblüten – jeweils etwa 25 Gramm – etwas Salbei und Pfefferminzblättern bereitet man einen Tee. Dieser muss 10 Minuten ziehen. Danach wird der Tee abgeseiht und mehrmals am Tag zum Gurgeln genutzt.

Die Gelenke sind entzündet

Gegen Gelenkentzündungen hilft ein Brei aus Milch und Hafer. Beides wird miteinander erhitzt und nach dem Erkalten mit Melkfett gemischt. Diese Paste kann jeweils am Abend auf entzündete Gelenke aufgetragen werden und dort über Nacht ihre Wirkung tun.

Auch innerlich kann man gegen die Gelenkentzündung etwas tun. Salat, der aus frischer Brennnessel schmackhaft mit Dressing und Gewürzen zubereitet wird, hilft auch von innen gegen die Entzündung.

Hautentzündungen

Die Aloe Vera ist ein wirksames natürliches Mittel gegen Hautentzündungen. Entweder kauft man sich Aloe Vera Extrakt in der Apotheke oder dem Reformhaus. Alternativ kauft man einfach eine solche Pflanze im Gartencenter, schneidet ein Blatt ab und reibt mit der Schnittstelle des Blattes über die entzündete Hautstelle.

Auch Teebaumöl hilft gegen Hautentzündungen, wenn es am Abend auf die entzündeten Hautstellen aufgetragen und vorsichtig einmassiert wird.

Sind Wunden am Körper entzündet, dann ist eine Ringelblumensalbe eine sehr gute Behandlung. Aus zwei Esslöffeln Butterschmalz oder Butter, im Topf bei milder Hitze geschmolzen, und 2 Esslöffeln Ringelblumenblüten, die man in der Apotheke erhält, mischt man eine Salbe. Vorsicht: Das Fett darf nicht zu stark erhitzt werden und auch keinesfalls anbräunen! Im Kühlschrank aufbewahrt, ist dieses selbstgerührte Ringelblumensalbe zwei bis drei Wochen haltbar.

Husten wegen entzündeter Bronchien

Schweineschmalz ist ein wirksames Mittel gegen Entzündungen der Bronchien. Dafür wird frisches Schweineschmalz erwärmt, auf ein sauberes Tuch aufgetragen und auf die Brust aufgelegt. Eine warme Decke als weitere Auflage erhöht die Wirkung und hält den Wickel lange warm. Alternativ kann man auch milden Senf für den Brustwickel nutzen, denn die ätherischen Öle des Senfes reduzieren Entzündungen und erleichtern zudem auch noch die Atmung.

Zur äußerlichen Anwendung rührt man aus Milch und Hafer einen Brei, erhitzt ihn und fügt dann Thymian-Öl oder Menthol-Öl zur Paste. Der Hals wird jetzt mit dieser Paste regelmäßig vorsichtig massiert.

Entzündetes Nagelbett

Eine Nagelbettentzündung ist sehr schmerzhaft. Problematisch ist zudem, dass bei einer anhaltenden Entzündung auch der Nagel geschädigt wird und dass manchmal in Folge dieser Entzündung auch der Nagel entfernt werden muss. Damit es nicht soweit kommt, kann man mit Bädern aus warmem Wasser und aufgelöster Kernseife vorbeugen und das Ausheilen der Entzündung mit diesem warmen Bad unterstützen.

Blasenentzündung

Blasenentzündungen sind schmerzhaft und können auch gefährlich werden. Wenn die Bakterien in den Harnwegen aufsteigen, kann eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung die Folge sein. Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung, also ziehenden Schmerzen beim Urinlassen, sollte man deshalb sofort den Arzt aufsuchen.

Vorbeugen und die medikamentöse Behandlung begleiten kann man mit Cranberrysaft. Der Saft oder der Extrakt aus dem Saft sollte aber naturrein sein – also aus dem Reformhaus stammen. Sirup oder Nektar hat allerdings keine Wirkung.

Während der Behandlung der Blasenentzündung kann man auch unterstützend täglich über den Tag verteilt zwei bis drei Gläser Preiselbeersaft trinken. Auch hier sollte es kein Nektar, sondern ein naturreiner Saft aus dem Reformhaus sein.

Die richtige Ernährung bei Entzündungen, auch zur Vorbeugung und Immunsystemstärkung

Damit sich Entzündungen nicht so schnell bilden und auch zur Unterstützung des Immunsystems bei Entzündungen hilft auch eine gezielte Ernährung. Viel Vitamine, besonders Vitamin A, C und Vitamin E, die in Zitrusfrüchten, Beeren, Möhren, Tomaten, roten Paprikaschoten, Sauerkraut und Bananen sowie Weizenkeimen und Vollkornnahrungsmitteln enthalten sind, unterstützen das Immunsystem sehr gut. Und auch Knoblauch ist gut in der Ernährung gegen Entzündunhgen, denn im Knoblauch sind schwefelhaltige Verbindungen vorhanden, die diese reduzieren.

Rote Beete ist ein hilfreiches Nahrungsmittel gegen freie Radikale und Entzündungen. Dazu bereitet man eine Paste zu. Insgesamt 600 Gramm Rote Beete werden geputzt und in einem Topf mit 1,5 Litern Wasser aufgekocht. In 45 Minuten wird die Rote Beete gegart. Danach gießt man die Rote Beete ab, lässt sich auskühlen und püriert sie. Mit Öl, Salz und Pfeffer abgeschmeckt hilft diese Paste auch als Brotaufstrich gegen Entzündungen.


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