Donnerstag , 14 Dezember 2017
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Alkoholsucht – so besiegst du deine Sucht und wirst wieder ein freier Mensch!

Alkoholsucht – so besiegst du deine Sucht und wirst wieder ein freier Mensch!

Alkoholsucht ist die häufigste Suchterkrankungen in Deutschland. Das große Problem an der Sucht, ist natürlich der legale Zugang zur „Droge“ und die schleichende Entwicklung der Suchterkrankung. Alkoholiker wird man nicht von heute auf morgen, oder entscheidet sich bewusst dafür, eine gefährliche Substanz zu konsumieren.

Ein Glas Wein schadet niemandem, bei Alkohol ist die Menge und Häufigkeit des Konsums ausschlaggebend. JEDER einsichtige Alkoholiker war über Jahre der Meinung, er hätte kein Problem und könne jederzeit über einen längeren Zeitraum auf Alkohol verzichten.

Alkoholsucht Frau

9 Prozent der Frauen haben einen problematischen Alkoholkonsum oder sind sogar abhängig. Quelle: aerzteblatt.de – Urheberrecht: bds / 123RF Stockfoto<

Aber wie erkennst du nun, dass du ein Problem mit der Droge Alkohol hast?

Stell dir folgende Fragen:
  • Verdränge ich mit dem Alkoholkonsum Probleme aus meinem Alltag – wie zum Beispiel Beziehungsprobleme oder Probleme im Beruf?
  • Trinke ich jeden Tag ein Glas oder mehr an alkoholischen Getränken?
  • Hätte ich ein Problem damit, für eine Woche konsequent keinen Alkohol zu trinken?
  • Trinke ich zu Hause alleine vor dem Fernseher?
  • Leidet mein Sozialleben an meinem Alkoholkonsum? (Hast du zum Beispiel regelmäßig Streit mit deinem Partner, der sich um deinen Konsum von Alkohol dreht? Oder hattest du bereits einen oder mehrere Führerscheinentzüge wegen Trunkenheit am Steuer?)
  • Empfindest du nach dem Konsum von Alkohol Schuldgefühle?
  • Leidest du häufig an Stimmungsschwankungen, gerätst du schneller als üblich bei einem Problem in Rage?

Kannst du eine oder mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantworten, solltest du dir Gedanken über deinen Konsum von Alkohol machen. Natürlich gilt dies auch, wenn du diese Verhaltensweisen bei Verwandten, Freunden oder Bekannten beobachtest. Es ist das schwerste, sich die Sucht einzugestehen. Aber ohne diesen Schritt folgen keine Hilfsmaßnahmen und du fällst immer tiefer in dein Suchtverhalten. Umso früher du es dir eingestehst, umso besser und schneller kannst du dir selbst helfen oder dir bei dritten Hilfe suchen.

Wein

Das abendliche Gläschen Wein kann schnell zur Routine und somit zur Alkoholsucht führen. Bild: Pixabay.com

Was mache ich, wenn ich erkannt habe, dass ich ein Suchtverhalten aufweise?

Das Wichtigste vorab: Es ist keine Schande, ein Alkoholproblem zu haben und du brauchst dich nicht dafür zu schämen. Im Gegenteil: sei stolz auf dich, dass du bereit bist, deine Sucht zu besiegen. Dein Hausarzt hilft dir weiter. Wende dich im Vertrauen an ihn und besprich mit ihm deine Befürchtungen. Er wird dir die Therapiemöglichkeiten erklären und gemeinsam könnt ihr nach der bestmöglichen Lösung für dich suchen.
Wenn du keinen kompetenten Arzt kennst, kannst du dich als ersten Schritt auch an eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe wenden. Dort werden dir die nötigen Maßnahmen in Ruhe erklärt und du kannst dich anonym darüber informieren, welche Therapien wie funktionieren und welche Therapie du für dich als richtig empfindest. Die Kontaktdaten zu einer anonymen Selbsthilfegruppe für Alkoholiker findest du im Telefonbuch oder in der örtlichen Zeitung. Dort stehen auch meistens gleich die Termine der Treffen der Gruppe dabei.

Sucht als Chance

So funktioniert der Alkoholentzug

Der „Entzug“, also die Entwöhnung des Körpers vom Suchtmittel Alkohol, dauert zwölf bis 16 Wochen. Dabei ist der wichtigste körperliche Schritt in die richtige Richtung, dass Niere und Leber entgiftet und gereinigt werden.

Dieser körperliche Entzug, findet meist in speziellen Kliniken statt, kann aber auch ambulant, ohne stationären Aufenthalt in einer Klinik, erfolgen. Allerdings ist ein Entzug in einer dafür vorgesehenen Einrichtung einfacher und die Erfolgsquote höher als bei ambulantem Entzug.

Nach dem körperlichen Entzug werden wöchentliche (oder auch häufigere) Treffen abgehalten, bei denen über Probleme und Ängste gesprochen und dein körperlicher und psychischer Zustand überwacht wird. Diese Treffen helfen dir, die ersten Wochen und Monate zu überstehen.

Besonders der Austausch mit anderen Patienten spornt an, den Entzug durchzuhalten, um niemanden zu enttäuschen. Du hast nun bereits einen Großteil des Entzuges hinter dir und bist auf dem richtigen Weg!

Informiere dein Umfeld

Der meist schwierigste Teil für suchtkranke Patienten, ist das Geständnis gegenüber dem sozialen Umfeld, also Familie, Freunde, Arbeitskollegen, etc. Doch gleichzeitig ist dieser Schritt auch der Wichtigste, denn nach dem Entzug wirst du deine Lebensumstände maßgeblich verändern und deine Freunde und deine Familie müssen dir dabei helfen und dich unterstützen. Deshalb musst du über deinen Schatten springen und dich „outen“, damit dein Entzug von Erfolg gekrönt wird. Es ist wahrscheinlich so, dass dein Umfeld bereits lange vor dir bemerkt hat, dass du ein Alkoholproblem hast. Aber sie müssen aus deinem Mund hören, dass du einen Entzug planst oder durchgeführt hast und dass sie dir dabei helfen können, dass du deine Sucht besiegen kannst.

Alkoholsucht

Alkoholsucht kann dich zerstören. Such dir unbedingt Hilfe! – Urheberrecht: kmiragaya / 123RF Stockfoto

Du bist selbst nicht betroffen, hast aber Angst um deinen Partner oder einen Bekannten?

Angehörige von alkoholkranken Menschen befinden sich in einer sehr schwierigen Situation. Aber du kannst helfen, egal wie aussichtslos die Situation auch erscheint.
Wichtig ist, dass du dich genau über die Krankheit Alkoholismus informierst. Suche den Kontakt zu Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder gleichwertiger Einrichtungen. Dort erfährst du, wie du mit einem Alkoholiker umgehen musst/kannst und was du tun kannst, um ihn oder sie zum wichtigsten Schritt – der Einsicht und des „sich helfen Lassens“ – bringen kannst. Trockene Alkoholiker können dir hier vermutlich am besten weiterhelfen, denn sie wissen genau, was den alkoholkranken Menschen betroffen macht und welche Informationen bei ihm ankommen oder welche Aktionen abprallen und sinnlos sind.

Die wichtigsten Tipps für Angehörige von Alkoholkranken kurz zusammengefasst:
  • Besorge dem Betroffenen keinen Alkohol!
  • Lüge nicht für ihn! Du musst dich nicht für alkoholkranke Menschen entschuldigen, oder sie in Schutz nehmen, wenn sie z. B. auf der Arbeit Probleme haben. Nur durch diese Probleme werden Betroffene darauf hingewiesen, dass sie ein Suchtverhalten aufweisen und etwas an der aktuellen Situation verändern müssen.
  • Kontrolliere den „Patienten“ nicht, das schadet nur deinen Nerven und kann beim Betroffenen leicht in Wut oder Rage enden.
  • Keine Vorwürfe! Diese macht sich der Betroffene selbst.
  • Rede mit anderen Familienmitgliedern über die Situation und mögliche Schritte. Geteiltes Leid ist halbes Leid!

Du bist mit deinem Problem nicht alleine. In Deutschland sind zwei Millionen Menschen von Alkohol abhängig und ca. acht Millionen Menschen konsumieren Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen. Es ist keine Schande, Betroffener zu sein und dir kann auf jeden Fall geholfen werden. Nütze deine Chance, lass dir helfen und vor allem: hilf dir selbst!

ZDFKultur – RAUSCHGIFT – Alkohol


Titelbild: Pixabay.com


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