Donnerstag , 14 Dezember 2017
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Die Kreditkarte: Tipps für die Wahl der richtigen Karte

Die Kreditkarte: Tipps für die Wahl der richtigen Karte

Sie ist kaum neun mal sechs Zentimeter lang und doch verspricht sie so viel Komfort und Bequemlichkeit im Zahlungsverkehr: die Kreditkarte. Ob die Restaurantrechnung im Urlaub, die Flugbuchung oder eine Bestellung im Internet – das kleine Stück Plastik wird aus nachvollziehbaren Gründen bei deutschen Verbrauchern immer beliebter. Das Angebot für Kreditkarten ist schier unüberschaubar. Charge Karte, Prepaid oder doch eine revolvierende Kreditkarte? Wir sagen Ihnen, was dahinter steckt.

Die Kreditkarte und ihre Funktionen

Welche Karte von welchem Anbieter auch immer: das Prinzip der Kreditkarte unterscheidet sich kaum. Sie dient zur bargeldlosen Zahlung im In- und Ausland, dem Einkauf im Internet sowie der internationalen Geldabhebung am Automaten. Doch der Teufel liegt wie immer im Detail. Die Modalitäten sowie das spätere Nutzungsverhalten sind letztendlich entscheidend für die Wahl der individuellen Kreditkarte. Manche Anbieter offerieren ihren Kunden beispielsweise Reiseversicherungen, Bonusprogramme oder andere Zusatzleistungen gekoppelt an die Karte. Nicht immer lohnt es sich, diese in Anspruch zu nehmen. kredit.life Kreditkartenvergleich
den Überblick zu bewahren.

Die unterschiedlichen Abrechnungsformen

Wer sich eine Kreditkarte anschaffen möchte, muss oder kann sich zwischen diversen Arten entscheiden. Am bekanntesten sind die Chargekarten. Monatlich oder einmal im Quartal erhält der Kunde eine Abrechnung seiner Zahlungen. Damit gewähren die Karten quasi einen zinsfreien Kredit bis zur Belastung des Referenzkontos. Manche Chargekarten buchen die Beträge auch sofort nach Bezahlung vom Girokonto des Karteninhabers ab. Bei den sogenannten Debit-Karten ist dies immer der Fall. Direkt nach Verwenden der Karte wird das Girokonto belastet, ähnlich der gängigen Girocard, die früher unter dem Begriff EC-Karte angeboten wurde. Eine Ausnahme unter den Kreditkarten bilden die Prepaid-Karten. Sie ähneln dem altbekannten Prinzip der aufladbaren Handykarten. Lediglich das auf die Karte gebuchte Guthaben kann vom Nutzer aufgebraucht werden. Damit eignen sich Karten auch für Verbraucher, die aufgrund eines schlechten Schufa-Scores unter normalen Umständen keine Kreditkarte genehmigt bekommen würden. Nicht immer akzeptieren alle Unternehmen solche Prepaid-Kreditkarten. Besonders wenn die Karte als Kaution, etwa für einen Mietwagen, hinterlegt werden muss, können Probleme auftreten.

Vorsicht bei revolvierenden Kreditkarten

Echte Kreditkarten werden auch als revolvierende Karten oder Revolving Cards bezeichnet. Sie ermöglichen ihren Nutzern mitunter eine teilweise Rückzahlung der zu belastenden Beträge. Dafür vereinbaren Karten-Anbieter und Verbraucher einen Verfügungsrahmen, der jederzeit genutzt werden kann. Dem Kunden wird quasi ein verwaltungsarmer Kleinkredit gewährt. Für die Rückzahlung muss zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Mindestbetrag getilgt werden. Für die noch offenen Ausstände erhebt die Bank hohe Verzugszinsen. 20 % effektiver Jahreszins stellt keine Seltenheit dar. Diese Form der Kreditkarte birgt das Risiko in sich, in eine Schuldenfalle zu geraten. Verbraucherzentralen weisen nachdrücklich auf diesen gefährlichen Fallstrick hin.

Die Kosten genau unter die Lupe nehmen

Nicht in jedem Fall ist eine kostenlose Kreditkarte in der Tat kostenlos. Während manche Anbieter eine Jahresgebühr für die Kreditkarte erheben, stellen andere sie vermeintlich kostenlos zur Verfügung. Hier gilt es genauer hinzuschauen und die Frage nach den Zusatzgebühren zu stellen. Diese werden mitunter für eine Bargeldabhebung fällig oder etwa für die Nutzung der Kreditkarte im Ausland. Zusätzlich zu möglichen Gebühren für die Fremdwährung können Entgelte für die einzelnen Bezahlvorgänge anfallen. Diese Kosten belaufen sich teilweise auf bis zu 5 % der Einkaufssumme. Nicht zuletzt erheben die Kreditkarteninstitute erhebliche Gebühren, sollte das Referenzkonto nicht gedeckt sein. Manche Kreditkartenanbieter erheben eine Jahresgebühr. Diese Karten enthalten jedoch oftmals Zusatzleistungen. Es lohnt sich in jedem Fall nachzurechnen, wie hoch die tatsächlichen Kosten abhängig vom zukünftigen Nutzungsverhalten ausfallen werden. Mitunter sind Kreditkarten mit Jahresgebühr im Endeffekt günstiger als Gratis-Kreditkarten.

Tipp: Bei Verlust oder entdecktem Betrugsversuch muss die Karte sofort gesperrt werden. Der zentrale Sperrnotruf für deutsche Kreditkarten lautet: +49 – 116 116.

Fazit: Bevor ein Kreditkartenvertrag unterzeichnet wird, sollten die einzelnen Bedingungen und Formulieren sorgfältig abgewogen werden. Das spätere Nutzungsverhalten, Zusatzleistungen sowie die Art der Kreditkarte müssen individuell auf den Verbraucher abgestimmt werden. Ein detaillierter Kreditkartenvergleich bleibt unerlässlich.


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