Mittwoch , 22 November 2017
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Die Riester-Rente: Pros und Kontras
Foto: julien tromeur - Fotolia.com

Die Riester-Rente: Pros und Kontras

Längst wissen alle, dass die gesetzliche Rente für einen finanziell abgesicherten Ruhestand nicht mehr ausreicht. Nur mit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge können sich jüngere Menschen auf einen angenehmen Lebensabend freuen. Der Staat fördert solche Sparleistungen in Form der Riester Rente. Verbraucher sollten sich überlegen, ob sie dieses Angebot annehmen. Diese Produkte besitzen Vorzüge, aber auch Nachteile.

Deswegen solltest Du privat vorsorgen

Bevor du dich mit der Riester Rente beschäftigst, stellt sich vielleicht die Frage, ob du überhaupt Vorsorge betreiben sollst. Insbesondere jüngere Menschen geben das Geld lieber anders aus, die Rente liegt noch in weiter Ferne, sie denken noch gar nicht daran. Doch das erweist sich später als böser Fehler. Der demografische Wandel – immer weniger Arbeitnehmer zahlen für stetig mehr werdende Rentner – hat zu mehrmaligen Kürzungen der gesetzlichen Rente geführt. Früher konnten Rentner noch gut von den staatlichen Leistungen leben, heute landen viele in der Altersarmut. Hunderttausende müssen die gesetzliche Grundsicherung beantragen, eine Art Sozialhilfe für Rentner. Dieses Schicksal solltest du meiden. Der Ruhestand ist eigentlich dazu da, um das restliche Leben auszukosten. Dafür braucht es aber ein Mindestmaß an Rentenzahlungen. Mit der Riester Rente können Versicherte vorsorgen, der Staat unterstützt sie sogar.

Das zeichnet die Riester Rente aus

Riesterrente - Vorteile & Nachteile

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Anspruchsberechtigte erhalten die Riester Förderung, wenn sie eine so zertifizierte Police abschließen. Versicherer müssen für dieses Zertifikat mehrere Bedingungen erfüllen, welche die Sparer schützen. So müssen sie gewährleisten, dass Versicherte später mindestens die Sparsumme sowie die Förderung ausgezahlt bekommen. Sämtliche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben Anspruch auf diese staatliche Förderung, Selbstständige müssen dagegen anderweitig vorsorgen. Der Staat zahlt bei der Riester Rente jährliche Zuschüsse, pro Versichertem mindestens 154 Euro. Für jedes Kind, für das die Eltern Kindergeld beziehen, kommen weitere 300 Euro hinzu. Das trifft zumindest auf alle Kinder zu, die ab 2008 auf die Welt kamen. Für ältere Kinder gewährt der Staat immerhin noch 185 Euro. Hierfür müssen die Sparer vier Prozent ihres Bruttoeinkommens als Eigenleistung erbringen. Diese vier Prozent gelten aber abzüglich der Zulagen. Bei einem Jahreseinkommen von 10 000 Euro müssen Versicherte also nicht 400 Euro überweisen, sondern 400 Euro minus 154 Euro. Bei diesem Beispiel wären das also 246 Euro. Eventuelle Kinderzulagen werden bei dieser Berechnung ebenfalls einbezogen. Auch einkommenslose Ehemänner und Ehefrauen können die Riester-Förderung nutzen, sofern der Partner anspruchsberechtigt ist. Das erweist sich bei Kindern als sinnvoll, da Eltern die Zulagen auf diesen Vertrag fließen lassen können. In einem solchen Fall müssen Versicherte nur 60 Euro im Jahr selbst einzahlen. Ein weiterer wichtiger Vorteil von Riester-Policen ist, dass das Vermögen beim Bezug vom Arbeitslosengeld 2 von der Arbeitsagentur nicht angerechnet wird. andere Formen der Altersvorsorge müssen Arbeitslose dagegen erst ihr Erspartes verbrauchen, bevor sie staatliche Leistungen entgegennehmen können. Wer allerdings ein Mal mit dem Riestern beginnt, sollte das bis zu seinem Rentenbeginn durchhalten. Bei einer vorzeitigen Kündigung fordert der Staat die Zulagen zurück, der Versicherer erhebt zusätzlich Gebühren. Im schlimmsten Fall verlieren die Sparer dadurch viel Geld.

Pros:

  • attraktiver staatlicher Zuschuss
  • hohe extra Zulagen für Kinder
  • Geringverdiener zahlen nur einen niedrigen Eigenbeitrag
  • Versicherungsmöglichkeit für einkommenslose Ehegatten
  • beim Bezug von Arbeitslosengeld 2 werden Ersparnisse nicht angerechnet
  • garantierte Mindestrente
  • planbare Finanzen im Alter
  • verschiedene Versicherungsmodelle zur Auswahl, renditeträchtige sowie sichere Varianten

Kontras:

  • unflexibel, bei vorzeitige Entnahme des Geldes Rückzahlung der Förderung plus Gebühren
  • hohe Verwaltungsgebühren bei den Versicherern
  • Besserverdiener profitieren kaum von den Zuschüssen, Rürup-Rente bessere Alternative
  • Selbstständige haben überhaupt keinen Anspruch auf Förderung

Lohnt sich die Riester-Förderung?

Wer die Vor- und Nachteile abwägt, kann nicht allein allgemeine Kriterien heranziehen. Die finanzielle Attraktivität hängt stark vom individuellen Einkommen ab. Da es sich bei den Zulagen um einkommensunabhängige Festbeträge handelt, profitieren insbesondere Geringverdiener und Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen. Besonders deutlich wird dies bei nicht arbeitenden Ehegatten, welche die Zulagen für ein Kind erhalten: Sie zahlen nur 60 Euro jährlich, der Staat gibt 300 Euro extra. Diese Förderung sollte sich niemand entgehen lassen. Kinderlose Arbeitnehmer mit höheren Einkünften sollten dagegen Zurückhaltung bei der Riester Rente üben und genau durchrechnen. Die Versicherer verlangen nämlich meist hohe Verwaltungsgebühren, das schmälert die Rendite. Bei umfangreichen Sparleistungen fällt die Förderung weniger ins Gewicht. Häufig sichern sich Versicherungsnehmer deshalb höhere Renten, wenn sie auf Zulagen verzichten und lieber Kapitalanlagen mit besseren Erträgen abschließen.

Den richtigen Anbietern wählen

Den Nachteil vergleichsweise hoher Verwaltungskosten können Verbraucher abmildern, wenn sie sich für einen empfehlenswerten Versicherer entscheiden. Der Gesetzgeber schreibt bei allen Riester-Produkten diverse Mindeststandards vor, zum Beispiel die lebenslange Auszahlung einer Rente in einer bestimmten Mindesthöhe. Gebühren bestimmen die Gesellschaften dagegen alleine, entsprechend große Unterschiede finden sich am Markt. Vor dem Abschluss einer Riester Rente sollten Interessierte die Angebote auf diesen Aspekt prüfen. Zudem verdient die Anlageart Beachtung. Neben klassischen Versicherungsmodellen können Sparer auch fondsgebundene Varianten wählen. Das empfiehlt sich vor allem für jüngere Menschen, da sie so von der auf lange Frist gesehen höhere Rendite der Aktienmärkte profitieren. Wer dagegen später einsteigt, sollte ein sicheres Modell wählen. Kursstürze an den Börsen könnten nämlich dazu führen, das Ersparnisse kurz vor Renteneintritt verloren gehen und der Versicherer nur noch die Mindestrente garantiert.

Bevor Sie eine Riester-Rente abschliessen, sollten Sie sich unbedingt folgendes Video ansehen:

 


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