Donnerstag , 21 Juni 2018
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Gebäudeabriss – Diese Arbeiten und Kostenpunkte fallen an

Gebäudeabriss – Diese Arbeiten und Kostenpunkte fallen an

Viele Hauseigentümer stehen vor der Frage, ob sie eine bestehende Immobilie sanieren oder abreisen wollen. Wer sich für einen Abriss entscheidet, sollte sich im Vorfeld mit dem Arbeits- und Kostenaufwand auseinandersetzen. Dabei spielen die Größe des Gebäudes, Baumaterialien, örtliche Besonderheiten und notwendige Sicherheitsmaßnahmen eine entscheidende Rolle. Der folgende Artikel befasst sich mit den Arbeits- und Kostenfaktoren eines Gebäudeabrisses.

Voruntersuchung und Planung

Im Vorfeld wird eine Immobilie auf ihre baulichen Charakteristiken untersucht. Hierfür wird ein Gutachter beauftragt. Er überprüft die Statik des Gebäudes, insbesondere die Zahl der Stockwerke und die Beschaffenheit der Dachziegel. Verfügt das Gebäude über einen Keller, muss er ausgebaggert, aufgefüllt und verdichtet werden. Zusätzlich unternimmt der Gutachter eine Untersuchung der Schadstoffrückstände im Gebäude. Asbestplatten an den Decken und weitere Schadstoffe erhöhen den zeitlichen Aufwand. Zuletzt erstellt das Abrissunternehmen einen Kostenvoranschlag. Der Kostenaufwand der Voruntersuchung variiert nach Abrissunternehmen. Grob kann mit einem Quadratmeterpreis von 10 Euro gerechnet werden.

Vorarbeiten

Vor dem Abriss anfallende Arbeiten umfassen die Entsorgung von Einrichtungselementen aus dem Innengebäude. Daran schließt sich eine Entkernung an. Darunter versteht man die Trennung wertvoller Bauelemente von Schadstoffen. Dies gilt insbesondere für Asbest, PCB, Quecksilber und Blei. Etwa bei Dachabdeckungen können Eternit-Platten zum Einsatz kommen. Diese müssen separat entsorgt werden. Bei der Schadstoffsanierung und Entkernung kann mit einem geschätzten Kostenaufwand von 20 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Abriss

Der Abriss ist der eigentliche Löwenanteil der Arbeit. Gewöhnlich kommt eine Abrissbirne zum Einsatz. Zur Abhilfe wird das Gebäude durch Stemmen, Einschlagen und Demontieren niedergerissen. Nur selten wird eine Sprengung in Erwägung gezogen. Welche Verfahren und Geräte zur Verwendung kommen, hängt von der Umgebung der Baustelle ab. In Städten erfolgt der Abriss zur geringeren Lärm- und Schmutzentwicklung mithilfe von Kleingeräten. Das Verfahren wird als Rückbau bezeichnet, es ist vergleichsweise zeitaufwendig und teuer. Bei einem abgelegenen Einfamilienhaus von 120 Quadratmetern Größe summieren sich die Kosten auf eine Höhe von 10.000 Euro.

Endarbeiten und Bauschuttentsorgung

Damit auf dem Grundstück eine neue Immobilie errichtet werden kann, muss ein neues Fundament ausgehoben werden. Ist das Fundament ausgehoben, wird es mit Kies, Sand, Schotter oder Muttererde verdichtet. Am Ende der Abbrucharbeiten steht die Entsorgung der entstandenen Baurückstände an. Die Bauschuttentsorgung umfasst Leistungen der Bereinigung und Entsorgung. Dazu wird ein Abtransport an eine vorgesehene Einrichtung durchgeführt. Im Vorfeld wird der Bauschutt von schadstoffbelasteten Elementen befreit. Bei den Endarbeiten und der Bauschuttentsorgung kann im Vergleich zum eigentlichen Abriss mit etwas geringeren Kosten gerechnet werden.

Gesamtkosten am Beispiel eines Einfamilienhauses

Ausgehend von einer frei stehenden und unterkellerten Immobilie mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern, ergeben sich folgende Kostenpunkte. Das Erstellen eines Gutachtens und Kostenvoranschlags berechnet sich auf etwa 1.500 Euro. Hinzu kommen 3.000 Euro für die Vorarbeiten, insbesondere die Entsorgung von Inneneinrichtungen. Daran schließen sich Abrisskosten im Umfang von 12.000 Euro an. Das Ausbaggern des Fundaments und die Verdichtung können auf 5.000 Euro geschätzt werden. Schließlich umfassen Endarbeiten weitere 4.000 Euro. Damit kostet der gesamte Abrissprozess 25.500 Euro.


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