Donnerstag , 14 Dezember 2017
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Nitrat im Wasser: Ursachen und Gefahren

Nitrat im Wasser: Ursachen und Gefahren

Seit langem wird kaum etwas rund um die Landwirtschaft so heiß diskutiert wie das Thema: Nitrat im Wasser. Ursache dafür sind die anhaltend hohen Konzentrationen von Nitrat im Grundwasser, welche in Deutschland vielerorts die Wasserversorger vor neue Herausforderungen stellt. Denn diese müssen das Grundwasser so aufbereiten, dass die zulässigen Grenzwerte  eingehalten werden und damit die Gesundheit der Verbraucher geschützt bleibt. Doch was sind Nitrate und wieso können sie uns gefährlich werden?

Nitrat – ein Stoff aus der Natur

Nitrate gehören in die Gruppe der wasserlöslichen Salze, welche wiederum aus Stickstoff bestehen. Ihr natürliches Vorkommen im Boden sagt jedoch nichts über ihr Gefahrenpotential aus. Tiere und Menschen nutzen Stickstoffe als lebenswichtigen Motor für die Bildung von Eiweiß (Aminosäuren). Den Pflanzen dient er als Nährstoff, weswegen Stickstoff auch häufig als Dünger zum Einsatz kommt. Hier beginnt der gefährliche Kreislauf. Die Ausscheidungen der Kühe und Schweine in  Massentierhaltung bringen die Landwirte als Dünger auf die Äcker. Daraus wiederum resultieren vielerorts zu hohe Werte von Nitrat im Wasser. Zwar stellen die regionalen Wasserversorger im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sicher, dass die Grenzwerte für Trinkwasser im öffentlichen Trinkwassernetz eingehalten werden, doch beispielsweise Brunnenbesitzer haben das Nachsehen. Sie müssen individuell das Brunnenwasser testen lassen. So berichtete die Tagesschau am 16.09.2016, dass sich nunmehr „…ein Drittel der Fläche Deutschlands in einem schlechten ökologischen Zustand…“ befindet. Die EU-Kommission hat bereits zwei Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland aufgrund zu hoher Nitratwerte im Grundwasser eingeleitet. Dennoch mahlen die Mühlen bekanntermaßen langsam. Die Meinung der Politik sowie die des Deutschen Bauernverbandes liegen weit auseinander.

Chemische Prozesse machen Nitrat gefährlich

An und für sich stellt Nitrat für den gesunden menschlichen Körper nicht direkt eine hohe Gefahr dar. Doch unter bestimmten Bedingungen kann Nitrat zum Problem werden. Dies liegt beispielsweise dann vor, wenn Nitrat unter Einfluss verschiedener Darmbakterien in Nitrit umgewandelt wird. Dies kann etwa zu Ablagerungen in den Kapillaren und damit zu Durchblutungsstörungen führen oder die Jodaufnahme behindern. Wird das Nitrit gar in Nitrosamine umgewandelt, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken. Eine weitaus größeres Problem stellt die Nitratbelastung für Babys unter drei Monaten dar, da das entstandene Nitrit im Körper Einfluss auf das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, nehmen kann. Dieser transportiert im schlimmsten Fall nicht mehr genug Sauerstoff, mit dem das Baby versorgt wird. Das Gesetz schreibt daher eine Deklarationsgrenze von 50 mg pro Liter Trinkwasser für Säuglinge vor. Doch nicht nur durch das Grundwasser gelangt Nitrat in den menschlichen Körper. Ebenso kommt es in Lebensmitteln wie Salat oder Gemüse vor. Gleichermaßen wird es zur Konservierung, etwa als Pökelsalz für Fleischprodukte, eingesetzt.

Fazit: Regional sehr unterschiedlich ist das Grundwasser durch Nitrat belastet. Als Ursache dafür sehen Experten die Überdüngung der Felder mit Ausscheidungen landwirtschaftlich gehaltener Tiere. Nitrat kann im Körper zu Nitrit bzw. Nitrosaminen umgewandelt werden, die negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit nehmen. Wassertests geben Aufschluss über die regionale Wasserqualität. Brunnenbesitzer stehen in der Prüfpflicht, sobald sie das Brunnenwasser als Trinkwasser nutzen.


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