Montag , 23 Oktober 2017
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Pro & Kontra zu Schuluniformen

Pro & Kontra zu Schuluniformen

schuluniformenIn vielen Ländern wie Frankreich, Türkei, Grossbritannien, Zypern, Australien oder Neuseeland gehören Kinder und Jugendliche in einheitlicher Schulbekleidung zum Alltagsbild. In diesen Ländern ist eine einheitliche Kleidung bei Schülern auch heute teilweise noch Pflicht. In Deutschland wird das Tragen von Schuluniformen seit einiger Zeit wieder heftig diskutiert.

Schuluniformen an deutschen Schulen – das Für und Wider

Die Schulbekleidung ist in Deutschland schon länger ein Reizthema. Zwar ist es an wenigen staatlichen Schulen für die Schüler ein Muss in einheitlicher Schulkleidung am Unterricht teilzunehmen, aber hier handelt es sich nicht um vereinheitlichte, vorgeschriebene Schuluniformen, sondern um eine einfache Kleiderordnung. So haben Eltern, Schüler und Lehrer im Regelfall ein Mitspracherecht bei der Zusammenstellung der tragbaren Schulkleidung. Rein rechtlich dürfen Schulen in Deutschland ihren Schülern allerdings nicht vorschreiben, wie sie sich zu kleiden haben. Eltern allerdings dürfen und deshalb kann die Einführung einer Schuluniform in Deutschland nur mit der Zustimmung der Erziehungsberechtigten der Schüler erfolgen. Doch viele Eltern sehen noch die Bilder aus vergangenen Tagen vor ihrem geistigen Auge, als eine Vereinheitlichung der Kleidung gleichbedeutend mit dem Verlust der eigenen Identität war. Doch die Zeiten ändern sich und die Anforderungen ebenso. Daher sollte man das Für und Wider genauestens abwägen, bevor man sich eine Meinung bildet.

Die Argumente der Befürworter

Gerade in der heutigen Zeit klafft eine große, soziale Lücke zwischen den Schülern. Die Einen tragen nur bekannte Designer, also die sogenannten Markenklamotten, die Anderen können sich gerade etwas von der Stange leisten. Eine einheitliche Schulbekleidung würde diese Kluft überbrücken und zu einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl unter den Schülern führen, so die Befürworter. Damit würde es wohl auch zu weniger Benachteiligungen für sozial schwächere Schüler kommen, da Mobbing-Aktionen nicht mehr greifen können, wenn an der Kleidung kein Unterschied mehr festgestellt wird. Ein anderer Gesichtspunkt der Befürworter ist die Bindung an die Schule. Wer sich nach außen mit Schuluniformen zugehörig zeigt, der identifiziert sich mit der besuchten Schule und wird wahrscheinlich eine stärkere Motivation beim Lernen an den Tag legen. Grundsätzlich liefe eine einheitliche Schulkleidung darauf hinaus, dass sich das Schulklima im Allgemeinen verbessern würde.

Pro-Argumente auf einen Blick

  • stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Schülern
  • Vorbeugung gegen Mobbing
  • Entkräftung der Marken-Mentalität
  • stärkere Motivation in Sachen Schulgemeinschaft
  • besseres Schulklima
  • die Schule wird wieder zu einem Ort der Bildung und nicht zum Laufsteg für Modetrends
  • Nebensächlichkeiten werden ausgeklammert und die Konzentration auf Lerninhalte erhöht
  • gleiche Bildungsmöglichkeiten und -chancen werden gewährleistet, da die soziale Herkunft des Schülers keine nach außen sichtbare Rolle mehr spielt
  • Leistungsorientierung wird in den Vordergrund gerückt
  • Schüler repräsentieren ihre Schule und entwickeln mehr Ehrgeiz
  • Das Verhalten der Schüler wird auch außerhalb der Schule günstig beeinflusst

Die Argumente der Gegner

Natürlich gibt es auch Leute, die die Situation völlig anders sehen. Stärkstes Gegenargument sind die Kosten. Sozial schwächere Familien würden durch die Anschaffung von Schulkleidung finanziell noch stärker belastet, so die Gegner. Eine spezielle Schulbekleidung müsste extra angeschafft werden und zeigt sich so als eine teuere, zusätzliche Anschaffung. Und eine Uniform genügt in der Regel nicht, um jeden Tag sauber und adrett in der Schule zu erscheinen. Da muss mal was ausgebessert werden und waschen und trocknen braucht ja auch seine Zeit. Also müssen Eltern schon mindesten eine Garnitur zum Wechseln mit einplanen. So wird die Sache natürlich noch teuerer und für viele Familien kaum finanzierbar. Zudem würden die Schüler in ihrer Entfaltung eingeschränkt und auf ihre Geschlechterrollen minimiert, da es in der Natur der Sache liegt, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Uniformen erhalten würden. In emanzipierten Zeiten sicher ein Argument, dem man sich nicht ganz verschließen kann.

Contra-Argumente auf einen Blick

  • soziale Belastung durch die Kosten für die Schulkleidung
  • Geschlechterrolle wird herausgestellt durch das Tragen unterschiedlicher Schulkleidung durch Mädchen und Jungen
  • die persönliche Entfaltung und Individualität der Schüler und Schülerinnen wird gehemmt

Eine objektive Bewertung – ist die möglich?

Grundsätzlich muss man alle Argumente, seien sie für oder wieder einheitliche Schulkleidung, als richtig bezeichnen. Betrachtet man die Argumente der Befürworter und Gegner von Schuluniformen, so erkennt man einen klaren Vorteil in der Argumentation der Befürworter, die eine gesunde Entwicklung eines jeden Schülers in den Vordergrund stellen. Natürlich ist die Einführung einer einheitlichen Schulbekleidung mit Kosten verbunden. Die Frage ist allerdings, ob eine Änderung der Verhaltensweisen an den deutschen Schulen in der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht schwerer wiegt. Diese Entscheidung kann man den betroffenen Erziehungsberechtigten sowie den Entscheidungsträgern sicher nicht abnehmen.

Schulkleidung kann auch „Hipp“ sein

Um Schüler vom Tragen einer Einheitskluft zu überzeugen, braucht es allerdings mehr als nur eine argumentative Debatte. Schüler machen sich eher Gedanken darüber, mit welchen Klamotten die Erwachsenen sie da wohl ausstatten wollen. Diesen Schülern sei gesagt, dass eine Schuluniform nicht nach militärischem Drill aussehen muss. Oft würde eine einfache Kleiderordnung wie ein T-Shirt mit Schullogo und eine entsprechende farblich angepasste Beinkleidung vielleicht schon ausreichen, um einen Kompromiss zu erzielen. Solche kleinen „Zwänge“ gibt es in etlichen Berufssparten im späteren Leben auch. Vielleicht sollte man sich daran einfach frühzeitig gewöhnen. Schließlich würde man einen Arzt ohne weißen Kittel wohl kaum akzeptieren. Auch das ist eine Art Uniform, die der Doktor zu Hause wohl kaum tragen möchte. Im Beruf allerdings gehört es eben dazu. Auch Schuluniformen würde man, sofern diese eingeführt würden, schließlich nur über einen begrenzten Zeitraum des Tages. Nach Unterrichtsende ist schließlich jeder Schüler in Sachen Bekleidung wieder sein eigener Herr.

Das Ende vom Lied

Es zeichnet sich ganz klar ab, dass in Deutschland die Einführung von Schuluniformen stark von den Schülern und deren Erziehungsberechtigten selbst abhängig sein wird. Aufgrund des Selbstbestimmungs- und Mitbestimmungsrechts der Schüler wird es schwierig sein, eine einheitliche Regelung für alle Schulen zu finden. So könnte es wohl geschehen, dass an manchen Schulen Schuluniformen gebilligt werden, an anderen weiterhin nicht.

Nennt uns in den Kopmmentaren doch eure Meinung zu Schuluniformen.


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