Samstag , 21 April 2018
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Schimmelpilz – der ungebetene Gast

Schimmelpilz – der ungebetene Gast

In vielen Wohnungen sind die gelben, grünen oder schwarzen Auswüchse an Decken und Wänden mittlerweile ein ernstzunehmendes Problem. Rund 100.000 Schimmelpilzarten sind uns heute bekannt. Doch die tatsächliche Zahl aller Schimmelpilzarten beläuft sich nach Schätzungen auf ca. 250.000 Arten.

Auch heute fehlt es noch immer an sicheren Methoden, Schimmelpilzbefall frühzeitig zu erkennen. Zumeist kann er erst durch seine oberflächlichen Ausblühungen ausfindig gemacht werden. Doch gerade diese frühe Identifikation ist wichtig, stellen doch Schimmelpilze auch bereits eine Gesundheitsgefahr dar wenn sie noch nicht ersichtlich sind. Die Folgen von Schimmel im Wohnbereich können beispielsweise Infektionen der Atemwege, allergische Reaktionen oder gar Vergiftungserscheinungen sein.

Entstehung von Schimmelpilz

Schimmel an der Wand

Insbesondere warm-feuchte Räume und organische Stoffe bilden eine ideale Umgebung und den perfekten Nährboden für Schimmelpilze. Dementsprechend vermehren sich Pilze bei feuchter Wärme vor allem im Erdreich, in Holz, in Staubkörnern und in Kunststoffen. Hier können sie sich schnell zu größeren Pilzgeflechten entwickeln. Zusätzlich wird dies durch das Bestreben Heizenergie zu sparen begünstigt, weil durch ein Abdichten und Dämmen der Bausubstanz Häuser grundsätzlich schlechter durchlüftet werden. Bei kleinen Schwachstellen in der Wärmedämmung kann sich dann Schimmel bilden und sehr schnell ausbreiten. Als besonders gefährdete Räume gelten Schlafzimmer, Badezimmer und Küchen, da in diesen Räumen weniger geheizt wird und meist eine höhere Raumluftfeuchtigkeit herrscht.

In der Regel sind darüber hinaus alle Bereiche gefährdet, an denen feuchte und warme Luft nach außen strömen kann, wie an Fensterlaibungen, Balkontüren und Zimmerecken in Außenwänden. Zusätzlich können Möbel und Gardinen, die an Außenwänden stehen, die Gefahr der Schimmelbildung erhöhen, da diese die Oberflächentemperatur der Innenwände verändern. In Kombination mit Gebäudemängeln kann sich dies in hoher Luftfeuchtigkeit und Schimmelbefall niederschlagen.

Beseitigen von Feuchtigkeit

  • Da eine feuchte Umgebung eine wesentliche Voraussetzung zur Entstehung von Schimmelpilzen darstellt, gilt es zunächst die Ursache der Feuchtigkeit ausfindig zu machen. Häufige Auslöser sind undichte Wasser- und Abwasserleitungen sowie Heizungsrohre. Diese sollten abgesucht und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
  • Des Weiteren sollte das Gebäude nach Konstruktionsmängel und Abdichtungen an Rolllädenkästen, am Mauerwerk und Fensterlaibungen untersucht werden, denn diese beeinflussen den Wärmeschutz erheblich.
  • In älteren Gebäuden sollte zudem bei Feuchtigkeit in den Kellerwänden die Horizontalsperre bzw. Horizontalabdichtung geprüft werden. Diese hindert normalerweise Bodenfeuchtigkeit daran, im Mauerwerk aufzusteigen. Tipps und Tricks wie man Kellerwände selbst abdichten kann, sind in der 1-2-do Community zu finden.
  • Es empfiehlt sich zudem einen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser anzuschaffen, mit dem kontrolliert werden kann, ob die relative Feuchtigkeit in den Räumen nicht über 50% steigt und die durchschnittliche Raumlufttemperatur bei rund 20°C – 22°C bleibt.

Schimmel an der Wand beseitigen

Richtiges Lüften der Räume

Gerade im Winter ist es wichtig, Räume regelmäßig und kontrolliert zu Lüften. Bei einem effektiven Lüften wird das Fenster vollständig geöffnet, am besten ebenfalls das gegenüberliegende Fenster um einen größtmöglichen Luftaustausch zu gewähren. Dies sollte 2-3-mal am Tag für etwa 5 Minuten geschehen, da es besser ist öfter und dafür kürzer zu lüften, als selten und lang. In letzterem Fall entweicht zudem sehr viel Heizungswärme, was auf Dauer teuer werden kann.

Mit der chemischen Keule gegen Schimmel?
  • Die beliebtesten Mittel gegen Schimmel sind chemische Präparate oder auch Anti-Schimmel-Anstriche. Diese wirken allerdings nur an der der Oberfläche und können nicht die Ursache des Problems beseitigen.
  • Wer das Problem langfristig lösen möchte, muss das Lüftungsverhalten verändern und eventuelle Baumängel beheben, denn selbst alte Hausmittel aus Oma-Zeiten haben den gleichen Effekt wie chemische Präparate. Wenn weder die Ursache des Schimmelpilzes noch eine Besserung aufgrund bereits durchgeführter Maßnahmen zu erkennen ist, sollte ein Fachmann bzw. Gutachter hinzugezogen werden.
  • Im Fall von Mietwohnungen kann ein Gutachter zudem klären, ob der Schimmel durch Baumängel verursacht wird, sodass eine Mietminderung beantragt werden kann, oder auf das Fehlverhalten der Bewohner zurückzuführen ist. In jedem Fall kann aber der Fachmann erkennen, welche Maßnahmen das Schimmelproblem langfristig beheben können.

Mit Hausmitteln Schimmel entfernen

Bilder:
Schimmel an der Wand Urheberrecht: rioblanco‘>rioblanco / 123RF Stockfoto
Schimmel an der Wand besseitigen Urheberrecht: fotostudiod3x / 123RF Stockfoto


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