Mittwoch , 17 Juli 2019
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Auf was müssen Diabetiker achten?

Auf was müssen Diabetiker achten?

diabethesIn den letzten Jahren war verstärkt in den Medien zu hören oder zu lesen, dass die Anzahl der von Diabetes Betroffenen steigt, und zwar quer durch alle Bevölkerungsschichten. Sowohl Typ1-Diabetes als auch Typ2-Diabetes können in jedem Alter vorkommen und sind nicht prinzipiell auf übergewichtige Menschen beschränkt. An den Ursachen und Auswirkungen der chronischen Stoffwechselkrankheit wurde und wird viel geforscht. Diverse Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass ein gesunder Lebensstil krankheitsbedingte Folgeschäden vermindern und zum Teil sogar vermeiden kann. Mit dem richtigen Know-How ist auch für aktive Menschen ein beinahe normales Leben möglich – auch mit Diabetes. Dazu sollten Diabetiker eine Reihe von Hinweisen beachten, die bei Bedarf auch in professionellen medizinischen Schulungen vermittelt werden. Solltest du ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben oder die Diagnose bereits erhalten haben, ist das somit kein Grund zum Verzweifeln. Aber auch, wenn du ein Angehöriger oder eine Freundin eines Menschen mit Diabetes bist, ist es nützlich ein paar Eckdaten zum Leben mit der Krankheit zu wissen.

Unterzuckerungen vorbeugen

Eine Hypoglykämie oder Unterzuckerung ist die derzeit gefürchtetste akute Komplikation während der Diabetestherapie. Vollständig vermeiden lassen sich Unterzuckerungen auch bei guter Diabetes-Einstellung nicht. Wenn die Ursachen für sie erkannt wurden, lassen sich jedoch viele Fälle vermeiden. Durch das Führen eines Hypoglykämie-Tagebuchs kommen Diabetiker den Auslösern für ihre Unterzuckerungsfälle schneller auf die Spur.

Einige Beispiele für Unterzuckerungs-Ursachen sind:

  • Fehler beim Insulinspritzen, wie Verwechselungen oder doppeltes Spritzen
  • hohe körperliche Anstrengungen, die bei der Insulin-Berechnung nicht berücksichtigt wurden
  • Zeitpunkt oder Inhalt einer Mahlzeit, die nicht zum Therapieplan passt
  • größere Mengen Alkohol
  • Durchfall oder Erbrechen

Leider ist es nicht in allen Fällen möglich, eine konkrete Ursache aufzudecken. Umso wichtiger ist es, sich mit den Symptomen der Unterzuckerung vertraut zu machen und auch die Mitmenschen zu informieren, damit diese rechtzeitig und richtig reagieren können. Die Symptome einer Unterzuckerung variieren von Mensch zu Mensch und sind auch nicht bei jedem Auftreten dieselben. Hilfreich ist, eine Liste von bereits erlebten Symptomen zu machen und diese bei Bedarf zu ergänzen.

Auf dieser Liste könnten zum Beispiel diese Erscheinungen stehen:

  • (kalter) Schweiß
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Zittern
  • Sprach- und Koordinationsstörungen

Beim Verdacht auf Unterzuckerung gilt die Regel: erst essen, dann messen. Schnelle Hilfe bieten 20-30 Gramm Traubenzucker oder 200 Milliliter Fruchtsaft. Zur anschließenden Bestätigung der Hypoglykämie sollte rasch der Blutzucker getestet werden. Vorbeugend sollten Diabetiker immer circa zehn Plättchen Traubenzucker dabei haben und einen Hinweis auf ihren Krankheitsstatus, damit Aussenstehende die Chance haben, schneller angebracht zu reagieren.

Ernährung anpassen

Diabetiker müssen nach wie vor mit BE (Broteinheiten) und Kohlenhydraten rechnen, wenn auch nicht mehr so streng wie früher. Eine große Vereinfachung für die Berechnung stellen spezialisierte Internetseiten dar, die Nährwertangaben bei den Herstellern von Fertigprodukten abfragen und in Tabellen veröffentlichen. Grundsätzlich gilt, dass eine BE zehn bis zwölf Kohlenhydraten entspricht und diese in einem halben Brötchen oder einem ganzen Apfel enthalten sind. Je nach der Menge von Kohlenhydraten in einer Mahlzeit muss der Diabetiker die passende Insulinmenge zuführen.
Für Typ-2-Diabetiker mit Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion ein wichtiges Ziel, um die Stoffwechsellage zu verbessern. Allgemein lässt sich der Blutzucker umso leichter steuern desto besser die körperliche Gesundheit insgesamt ist. Leider ist das Abnehmen bei Diabetikern noch schwieriger als bei Nichtbetroffenen. Mit modernen Diabetes-Therapien lässt sich aber auch für die chronisch Kranken eine Reduzierung des Fettkonsums zugunsten von Kohlenhydraten anstreben. Um sich gesund und diabetesgerecht zu ernähren, braucht es am Anfang einige neue Informationen, die frisch Diagnostizierten zumeist im Rahmen einer Diabetesschulung nahegebracht werden. Heutzutage benötigen die meisten Menschen mit Diabetes kein starres Schema von Broteinheiten mehr. Moderne Tabletten ermöglichen die Variation der Kohlenhydratmengen je nach Beschaffenheit der Mahlzeit. Die Details dazu und die Unterschiede der verfügbaren Medikamente erklärt der behandelnde Arzt. Viele Diabetiker prägen sich nach kurzer Zeit individuelle Essensregeln ein und können so im Rahmen gewisser Werte die konkrete Nahrung variieren.

Sportlich aktiv sein und auf Reisen gehen

Menschen mit Diabetes brauchen nicht auf Urlaubsreisen zu verzichten und können selbst ferne Ziele ansteuern. Dabei sollte beachtet werden, dass ungewohnte Speisen und die neue Umgebung sich auf den Blutzuckerspiegel auswirken können. Häufigere Messungen empfehlen sich deshalb, um die übliche Therapie einhalten zu können. Teststreifen, die zum individuell verwendeten Blutzuckermessgerät passen, sind nicht in jedem Land erhältlich und sollten daher in ausreichender Menge mitgeführt werden. Dasselbe trifft auf Insulin, blutzuckersenkende Tabletten, Pens und Pumpenzubehör zu. Irritationen bei der Zollabfertigung können durch einen mehrsprachigen Diabetikerausweis vermieden werden. Bei Urlaubsreisen kommt es oft zu einer Änderung der Bewegungsgewohnheiten, die bei der Insulinzufuhr berücksichtigt werden muss. In sonnigen Regionen sollte beachtet werden, dass intensive Sonneneinstrahlung auf frische Injektionstellen zu einer beschleunigten Insulinwirkung führt. Bei Fernreisen muss die Zeitverschiebung beachtet werden und je nach Reiserichtung mehr oder weniger Insulin oder Nahrung zugeführt werden.
Vorsicht sollte, nicht nur im Urlaub, bei kleinen Verletzungen walten, da bereits kleine Risse und Blasen zu Entzündungen oder dem diabetischen Fußsyndrom führen können.
Körperliche Aktivitäten bringen generell Zucker in die einzelnen Körperzellen und lassen den betroffenen Menschen weniger Insulin bzw. Tabellen benötigen. Schließlich brauchen die Muskeln Glukose um zu arbeiten, das sie sich nach Leerung der Stärkedepots aus dem Blut ziehen. Sport ist also blutzuckersenkend. Gerade für Menschen mit Typ-2-Diabetes werden daher drei bis vier Einheiten Sport zu je 30 bis 60 Minuten empfohlen. Dabei sind gerade auch druckfrei sitzende Sportschuhe ein wichtiges Detail beim Walking oder Radfahren. Nach dem Training sollten die Füße immer auf Druckstellen untersucht werden. Für Untrainierte empfiehlt es sich, vor dem Sportbeginn eine Beratung beim Mediziner einzuholen, um eventuelle zusätzliche Herzrhythmusstörungen auszuschließen. Wegen der stets unterschwellig vorhandenen Gefahr der Unterzuckerungen eignen sich Sportarten, die unter Wasser oder in der Luft stattfinden, grundsätzlich nicht. Die sportliche Tätigkeit muss schnell unterbrechbar sein – und sollte dennoch Spaß machen.


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