Mittwoch , 14 November 2018
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Fußboden richtig reinigen – Tipps für Laminat, Parkett, Fliesen und Teppich
Für die richtige Pflege deiner Böden findest du hier nun viele Tipps und Tricks - Urheberrecht: wavebreakmediamicro / 123RF Stockfoto

Fußboden richtig reinigen – Tipps für Laminat, Parkett, Fliesen und Teppich

In der heutigen Zeit stehen zahlreiche verschiedene Fußbodenbeläge für eine individuelle Raumgestaltung zur Verfügung. In vielen Häusern und Wohnungen werden dabei unterschiedliche Böden verwendet – zum Beispiel pflegeleichte, glatte Bodenbeläge in Bad, Flur und Küche, Teppich in Wohn- und Schlafzimmern. Der persönliche Geschmack und die finanziellen Möglichkeiten entscheiden oftmals darüber, welche Böden gepflegt werden wollen. In Mietwohnung sind Böden aber auch oft eine Sache des Vermieters und so bleibt es manchmal nicht aus, sich mit der Pflege von Materialien zu beschäftigen, mit denen man vorher noch nichts zu tun hatte.

Die Verunreinigung von Böden lässt sich auch bei sorgfältigem Umgang nicht vermeiden. Staub entsteht auch in der gepflegtesten Wohnung, aber nicht selten bringen die Kinder oder Gäste unter den Schuhen Dreck, Schmutz und Steinchen mit ins Haus, die zusätzlich auch noch Kratzer und Beschädigungen auf den Böden hinterlassen können. Tierbesitzer haben zusätzlich mit den Haaren ihrer Vierbeiner zu kämpfen. Ein verschüttetes Glas Saft oder das Marmeladenbrot, welches grundsätzlich auf die Marmeladenseite fällt, können für die Reinigung mancher Böden ebenfalls eine Herausforderung darstellen.

Boden wischen

Der Boden muss sauber werden. Aber wie nass ist gut? – Urheberrecht: bialasiewicz / 123RF Stockfoto

Nass- und Trockenpflege von Fußböden

Grundsätzlich kann man bei der Pflege und Reinigung von Bodenbelägen in die Nassreinigung und die Trockenreinigung unterscheiden. Bei allen Böden sollte die Trockenreinigung den ersten Schritt darstellen. Teppichboden nimmt eine Sonderstellung ein, auf diesen komme ich später noch einmal ausführlicher zu sprechen.

Bei der Trockenreinigung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten sind wohl die folgenden Varianten:
  • Fegen bzw. Kehren mit dem Besen
  • Absaugen mit dem Staubsauger
  • Verwendung antistatischer Staubtücher
  1. Auch wenn es für zwischendurch ganz praktisch ist und schnell geht, das Fegen mit dem Besen sollte Ausnahmefällen vorbehalten bleiben. Es ist nämlich leider so, dass das Fegen glatter Böden viel Feinstaub aufwirbelt, den du dann später wieder von Einrichtungs- und Möbelstücken abwischen musst. Hausstauballergiker sollten aber ganz auf das Fegen verzichten. Trotzdem hat auch der Besen im Haushalt eine Daseinsberechtigung für bestimmte Fälle. Mit ihm lassen sich zum Beispiel Dreckklumpen, die die Kinder unter den Schuhen mit ins Haus tragen, schnell entfernen, bevor sie sich im ganzen Haus verteilen und in den Teppich getreten werden. Wer mit einer größeren Familie am Esstisch sitzt, der kann auch schnell einmal ein paar herunter gefallene Krümel nach dem Essen auffegen. Auch für Tierhalter können Besen durchaus praktisch sein, um erstmal grob die Haare von Hund oder Katze zu entfernen, bevor in einem zweiten Schritt gesaugt wird. Empfehlenswert sind in allen Fällen übrigens Gummibesen. Sie wirbeln weniger Staub auf als Besen mit normalen Borsten, kehren sehr fein und können sogar auf niederflorigen Teppichen verwendet werden.
  2. Staubsauger gibt es inzwischen wirklich in zahllosen Variationen: Sie sind für die Trockenreinigung von Böden auch wirklich das Mittel der Wahl, ob sie nun mit oder ohne Beutel funktionieren, von Hand bedient werden oder als Saugroboter ihren Job quasi alleine machen. Staubsauger eignen sich für jeden Bodenbelag, die meisten Modelle bieten dazu verschiedene Aufsätzen oder Saugstufen an. Gründliches Saugen reicht zwischendurch durchaus aus. Feuchtes Wischen ist allerdings effektiver, wenn es darum geht, Wollmäuse und Verstauben etwas länger zu verhindern.
  3. Antistatische Tücher werden nicht nur zum Staubwischen, sondern auch für die Bodenreinigung angeboten. Sie eignen sich für die schnelle Reinigung zwischendurch besser als ein Besen, weil sie keinen Staub aufwirbeln. Da sie aber nicht ganz günstig und dem Staubsauger nicht überlegen sind, bieten sie bei der regelmäßigen Reinigung keine direkten Vorteile.
  4. Unter der Nassreinigung versteht man vor allem das Wischen von Fußböden. Auch hier ist der Teppich natürlich wieder eine Ausnahme. Er wird im Regelfall nur trocken gereinigt. In Ausnahmefällen (bei Flecken oder verschütteten Flüssigkeiten zum Beispiel) wird er auch nass gereinigt.
  5. Treffender als der Begriff Nassreinigung wäre wohl die Bezeichnung Feuchtreinigung, denn die allermeisten Böden bevorzugen nebelfeuchte Tücher. Fliesen und ähnliche Beläge sind allerdings pflegeleichter. Notwendig sind Pfützen beim Wischen aber bei keinem Bodenbelag.
Grundsätzliche Tipps zur Bodenreinigung

Der Haushalt macht sich zwar leider nirgendwo allein, doch die Bodenreinigung ist eigentlich ziemlich unkompliziert und flott bewerkstelligt, wenn du dabei ein paar Grundsätze beachtest. Am Besten funktioniert es in dieser Reihenfolge:

  1. Aufräumen. Der Boden sollte so frei wie möglich sein. Räume alles an seinen Platz und die Stühle evt. auf den Tisch oder ins Nebenzimmer. Je weniger Dinge du beim Säubern hin und her räumen musst, desto schneller geht die Arbeit von der Hand.
  2. Trocken reinigen – am besten gründlich saugen. Gut gesaugt ist halb gewischt, denn loser Schmutz oder Haare verunreinigen das Wischwasser schnell. Denk dabei auch an die Ecken, z. B. hinter dem Sofa oder unter dem Schreibtisch, hier verstecken sich gern Staub und Wollmäuse.
  3. Feucht wischen. Weniger ist mehr, insbesondere beim Wasser. Verwende nur milde oder für den jeweiligen Bodenbelag vorgesehene Reinigungsmittel. Das erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern hält deine Böden auch länger ansehnlich und gepflegt.
  4. In Ruhe trocknen lassen. Das dauert nicht lange, wenn du nur wenig Wasser verwendest (denke an das nebelfeuchte Reinigungstuch), vermeidet aber unschöne Abdrücke und Schlieren und gibt den Pflegemitteln genügend Zeit zur Einwirkung.

Holz und Parkett – Naturböden möglichst sanft pflegen

Naturholzböden und Parkett sind angenehme und fußwarme Böden, die allerdings nur ganz wenig Feuchtigkeit vertragen. Allzu nasses Wischen ist also tabu, ebenso wie scharfe Reinigungsmittel. Parkett ist leider recht anfällig dafür zu verkratzen. Das Betreten von Parkett mit Straßenschuhen sollte daher vermieden werden, da immer wieder kleine Steinchen unter der Sohle haften, die den Boden unansehnlich verkratzen können. Abnutzung und Spuren können aber bei älteren Böden nie ganz vermieden werden – bilden jedoch auch eine durchaus behagliche Patina. Sind die Böden zu unansehnlich geworden, können sie jedoch abgeschliffen werden. Bei geöltem Parkett kann man dies selbst machen, versiegeltes Parkett sollte lieber der Fachmann bearbeiten.

Parkett reinigen

Naturholzböden und Parkett vertragen nur wenig Feuchtigkeit – Urheberrecht: vlavitan / 123RF Stockfoto

Laminat

Kostengünstig, leicht und schnell verlegt – Laminat wird immer beliebter. Ist es allerdings einmal verkratzt oder vermackt, so kann es nicht wie Parkett abgeschliffen werden. Zur Reinigung sollte auch hier nur feucht gewischt werden und es lohnt sich, dazu einen speziellen Laminatreiniger zu verwenden. Kleine Macken und Kratzer behandelt man mit etwas Babyöl. Schwarze Schlieren von den Schuhen lassen sich am besten mit einem handelsüblichen Radiergummi beseitigen.

Teppiche und Teppichböden – hier ist der Staubsauger gefragt

Beim Teppich ist der Staubsauger das Mittel der Wahl. Damit der Teppich lange ordentlich und ansehnlich bleibt, sollte das Saugen sehr regelmäßig erfolgen, damit Staub und Schmutz nicht zu tief eingetreten werden. Ist einmal ein Malheur passiert und etwas auf dem Teppich verschüttet worden, dann hilft am besten sofortiges Reagieren: Mit viel Wasser und einem saugstarken Tuch lässt sich der Teppich am nachhaltigsten und meistens ohne Rückstände säubern. Bei älteren Verschmutzungen ist Teppichschaum sehr geeignet. Entsprechende Reinigungsmaschinen können zum Beispiel in Raumausstattungsmärkten ausgeliehen werden. Manche Schaumreiniger können jedoch auch von Hand aufgebracht und mit üblichen Beutel-Staubsaugern abgesaugt werden.

Teppich reinigen

Teppiche muss man bei großen Verschmutzen mit Wasser oder direkt einer passenden Maschine reinigen – Urheberrecht: ambrozinio / 123RF Stockfoto

Fliesen – sie sind robust und pflegeleicht

Fliesen sind ein sehr unproblematischer Bodenbelag. Sie vertragen auch etwas mehr Wasser bei der Reinigung. Aufgrund ihrer glatten Oberflächenstruktur sind auch bei stärkeren Verschmutzungen scharfe Reinigungsmittel nicht erforderlich. In diesen Fällen kann mit milden Mitteln vorgereinigt und mit viel Wasser nachgespült werden – schon sehen die Fliesen wieder aus wie neu. Auf die Fugen muss man etwas mehr Acht geben – sie können von Zeit zu Zeit mit speziellen Fugenreinigungsmitteln zusätzlich behandelt werden.

Fliesenfugen reinigen

Lenoleum – robust, wenn auf die Wachsschicht geachtet wird

Alkalische Schmierseife ist für Lenoleumböden ungeeignet. Neutralseife oder Spezialreiniger sind dagegen geeignete Pflegemittel für solche Böden. Je nach Beanspruchung muss etwa einmal jährlich die Wachsschicht eines Lenoleumbodens erneuert werden.

Steinzeug Boden

Scharfe Reinigungsmittel sind bei Steinzeug Böden tabu! – Urheberrecht: starush / 123RF Stockfoto

Natürliche Bodenbeläge wie Kork oder Steinzeug sind empfindlich

Naturmaterialien wie Kork oder Steinzeug sind eher empfindlich. Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz und nebelfeuchtes Wischen mit klarem Wasser sollten die Standard-Reinigungsmethoden sein. Scharfe Reinigungsmittel sind hier auf jeden Fall tabu.

Fazit – bei der Bodenreinigung ist weniger oft mehr

Statt auf aggressive Reinigungsmittel solltest du bei der Bodenreinigung lieber auf geeignete Spezialpflegemittel und eine regelmäßige Reinigung setzen. Mit den genannten Tipps pflegst du deine Böden zügig und fachgerecht und hältst sie so länger ansehnlich. Für die richtige Pflege deiner Böden findest du die jeweils passende Pflegemittel auf meister.com.


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