Samstag , 17 August 2019
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Blasenentzündung – Was hilft bei Harnwegsinfekten?

Blasenentzündung – Was hilft bei Harnwegsinfekten?

Ständiger Harndrang, Brennen und unangenehme Schmerzen beim Wasserlassen, dies deutet auf einen Harnwegsinfekt hin. Typische Anzeichen sind zudem Krämpfe im Unterbauch und manchmal ist sogar Blut im Urin. Mit dieser Erkrankung ist nicht zu spaßen, denn die Bakterieninfektion kann sich über die Nieren ausbreiten. Im schlimmsten Fall kann sie in den Blutkreislauf gelangen, wodurch gefährliche Folgeerkrankungen drohen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie einen Harnwegsinfekt verhindern können.
Blasenentzündung

Insbesondere Frauen sind betroffen

Der Grund, dass Frauen häufiger an dieser Erkrankung leiden, ist, dass sie von Natur aus im Gegensatz zu Männern eine viel kürzere und oftmals auch sehr enge Harnröhre haben. Dadurch bleibt beim Wasserlassen oftmals Restharn in der Blase, wo sich die Bakterien dann gut vermehren können. Zudem liegen Harnröhre, Scheide und Darmausgang eng beieinander, wodurch Keime schneller in die Blase gelangen und sich an die Schleimhautwand heften können, wodurch es zur Entzündung kommt. In den meisten Fällen wird die Blasenentzündung durch Darmbakterien, aber auch Viren, Pilze und Würmer verursacht.

Blasenentzündung meist harmlos, doch Männer sollten stets zum Arzt gehen

In der Regel klingt eine Blasenentzündung innerhalb von wenigen Tagen wieder ab, wenn die verordneten Antibiotika wirken. Bei einer unbehandelten Erkrankung hingegen können die Bakterien in die Niere gelangen und zu einer Nierenbeckenentzündung führen.

Bei Männern im Alter unter 50 Jahren tritt eine Blasenentzündung seltener auf, jedoch steigt ab diesem Alter auch bei Männern das Risiko einer bakteriellen Zystitis. Der Grund hierfür sind die häufig vergrößerte Prostata und die dadurch verengte Harnröhre, wodurch der Harnabfluss behindert ist und sich mit dem Urin in Blase und Harnröhre vermehrt Krankheitserreger sammeln. Bei einem akuten Harnwegsinfekt verschreibt der Arzt meist Antibiotika. Die Infektion selbst klingt dann gewöhnlich nach einer Woche und die Schmerzen meist schon nach einem Tag wieder ab. Doch die Antibiotika zerstören die natürliche Scheiden- und Darmflora und führen zudem zu Resistenzen, daher sollten Sie gezielt vorbeugen.

Bei über drei Infekten im Jahr wird vom rezidivierenden Harnwegsinfekt gesprochen und eine Abklärung beim Urologen ist ratsam, denn eine dauerhafte Einnahme von Antibiotika ist keine Lösung. Die Ursachen sollten erforscht werden.

Tipps zur Vorbeugung
  • Der wichtigste Tipp ist, mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich zu trinken, damit die Keime aus Blase und Harnröhre gespült werden. Empfehlenswert sind Blasen- und Nierentees, da diese desinfizierend wirken. Nicht geeignet sind Kaffee und schwarzer Tee, denn diese Getränke reizen die Nieren.
  • Als gutes Mittel haben sich auch Cranberries in einer hohen Dosis bewährt, da sie den Urin sauer machen und Keime in der Blasenschleimhaut verhindern. Cranberries gibt es als Saft oder Kapseln.
  • Der Harndrang sollte nicht ignoriert werden, da die Bakterien sonst leichtes Spiel haben.
  • Was die Intimpflege anbelangt, sollten keine Seifen, desinfizierenden Hygieneartikel oder Parfüms verwendet werden, da sie den Säureschutzmantel der Haut zerstören.
  • Der Unterleib und die Füße sollten stets warm bleiben, denn durch Kälte und Nässe wird die Nieren- und Blasenschleimhaut schlechter durchblutet und das Immunsystem somit geschwächt.
  • Das Immunsystem kann durch gesunde Ernährung und Sport gestärkt werden.

Geschlechtsverkehr als Ursache für Blasenentzündungen

Blasenentzündung mit Nieren
Geschlechtsverkehr zählt zu den häufigen Ursachen für Blasenentzündungen, denn aufgrund der Bewegungen beim Sex kann es zur Schmierinfektion mit Bakterien kommen. Daher ist es empfehlenswert, möglichst rasch nach dem Sex zur Toilette zu gehen. Manchmal erfolgt die Übertragung der Keime auch vom Mann auf die Frau. Auch dies gilt abzuklären. In manchen Fällen bekommt die Frau, wenn der Infekt immer wiederkehrt, prophylaktisch ein Antibiotikum in einer niedrigen Dosierung verschrieben, welches sie nach jedem Geschlechtsverkehr einnehmen muss, doch dies sehen viele Urologen kritisch. Nach der Ursache zu schauen, halten sie für sinnvoller.

Immuntherapie bei einer Infektion

Eine Immuntherapie ist bei rezidivierenden Harnwegsinfekten eine Alternative zu Antibiotika. Diese Impfung enthält Bestandteile von abgetöteten Ecoli-Bakterien. Der Impfstoff richtet sich entweder gegen die Werkzeuge zum Anbinden der Bakterien in der Blase oder eine weitere Möglichkeit ist es, die körpereigenen Abwehrmechanismen zu stimulieren, wodurch sich das Immunsystem gegen zukünftige Infekte wappnen soll.

Behandlung
Für diese Behandlung sind zwei Medikamente verfügbar, die als Injektion oder in Tablettenform verabreicht werden können. Der Preis für diese Impfung liegt bei etwa 130 Euro, was von den Kassen nicht erstattet wird. Geheilt werden kann ein Harnwegsinfekt durch diese Behandlung nicht, jedoch kann die Anzahl der Erkrankungen durch die Ecoli-Bakterien verringert werden.

In den Wechseljahren beugt Östrogen Blasenentzündungen vor

Aufgrund des abfallenden Östrogenspiegels haben ebenso Frauen nach der Menopause oftmals mit immer wiederkehrenden Infekten zu kämpfen, denn die Schleimhäute werden dünner und trockener. Auch die Schleimhäute der Harnblase und -röhre haben nun keine ausreichende Kraft und weniger Schutz, um die eindringenden Krankheitserreger abzuwehren. Eine Behandlung mit Östrogenen sowie zusätzliche Scheidenzäpfchen können beim Zurückbilden der Schleimhaut helfen, was zu einer Verbesserung der körpereigenen Abwehr gegen die Infektionen führt.

 

 

Urheberrecht: dorazett / 123RF Stockfoto – Frau mit Schmerzen
Urheberrecht: eraxion / 123RF Stockfoto – Blase und Nieren


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