Montag , 5 Dezember 2022
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Der Frühjahrs-Check für`s Automobil
Foto: BettinaF / pixelio.de

Der Frühjahrs-Check für`s Automobil

Der Frühling steht vor der Tür. Für den gewissenhaften Autofahrer bedeutet das, eine gründliche Inspektion vorzunehmen, um den erhöhten Beanspruchungen, die der Winter für das Automobil bedeutet, zu begegnen.
Das ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, vielmehr auf eine Maßnahme, die dazu beiträgt, den Wert des Fahrzeugs zu erhalten. Worauf man dabei achten sollte, wird im Folgenden erläutert.

 

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Winterreifen im Sommer

KFZ Frühjahrscheck

Foto: BettinaF / pixelio.de

Oft stellt sich zunächst die Frage nach dem Wechsel der Bereifung. Kann man und darf man die Winterreifen während des Sommers benutzen? Die Antwort lautet: es ist laut Straßenverkehrsordnung keineswegs verboten, die Winterbereifung auch im Sommer zu verwenden, solange sie den allgemeinen Bedingungen des Straßenverkehrs entsprechen, sprich über genügend Profil verfügen. Jedoch ist es nur bedingt zu empfehlen, auch in der warmen Jahreszeit die für die speziellen Anforderungen des Winters entwickelten Reifen zu verwenden. Die Gummimischung solcher Pneus ist erheblich weicher, um bei Kälte den erforderlichen Grip zu erzielen. Bei sommerlichen Temperaturen ist also der Abrieb der Reifen erheblich größer als bei Sommerreifen. Dies führt zum einen zu schnellerem Verschleiß, sodass der Reifen auch schneller ersetzt werden muss. Es bedingt aber auch ein verändertes Fahrverhalten. Nicht nur in Kurven reagiert das Fahrzeug verschieden, auch der Bremsweg ist erheblich länger. Dies muss man beim Fahren unbedingt berücksichtigen. Einige Winterreifen haben deshalb eine beschränkte Höchstgeschwindigkeit.
Sollte man es vorziehen, doch die Sommerreifen aufzuziehen, ist auch hier eine sorgsame Überprüfung der Reifen geboten. Empfehlenswert ist es auch, die einzelnen Reifen mit Kreide zu markieren, um beim nächsten Reifenwechsel zu wissen, welcher Reifen wohin gehört. Beim Einlagern der Reifen sollte man den Luftdruck um maximal 0,2 bar erhöhen. So können sie stehend oder liegend aufbewahrt werden.

Großreinemachen

Sind die kalten Tage vorbei und der gröbste Schutz des alten Schnees verschwunden, kommt als erstes eine gründliche Wäsche des Automobils in Betracht. Das feuchtkalte Wetter und vor allem der Einsatz von Streusalz setzen der Substanz eines Fahrzeugs gehörig zu, deshalb ist eine sorgsame Reinigung mehr als ratsam. In den meisten Fällen ist das Autowaschen auf der Straße oder in der Garageneinfahrt nicht erlaubt, weshalb man besser eine Waschanlage aufsucht. Will man selbst mit Hand anlegen und dabei einen Dampfstrahler verwenden, ist unbedingt darauf zu achten, die Reifen nicht an den Flanken abzuspritzen, da es Schäden verursachen kann. Auch beim Unterboden ist Vorsicht geboten, damit die Schutzschicht nicht beschädigt wird. Sehr zu empfehlen ist eine Überprüfung des Unterbodenschutzes nach Rissen oder Blasen. In diesem Falle sollte man unverzüglich die Schäden ausbessern. Auch der Innenraum des Wagens wird in der Regel im Winter stärker beansprucht, durch Feuchtigkeit und allerlei Schmutz. Also raus mit allen Fußmatten und ordentlich durchlüften. Sollte sich Feuchte im Innenraum angestaut haben, helfen ein Paar alte Zeitungen, über Nacht ausgelegt. Für die Armaturen empfiehlt sich ein Putzlappen mit warmem Wasser und Seife. Vermeiden Sie scharfe Putzmittel, welche die Kunststoffelemente angreifen. Vorsicht bei elektronischen Armaturen, verwenden Sie nicht zu viel Wasser. Die Scheiben werden von innen mit einem feuchten Lederlappen geputzt, um Schlieren zu beseitigen. Um die Dichtungen der Fenster zu pflegen, geht man erst mit Wasser und Seife darüber. Dann kann man mit Silikon-Öl oder auch speziellen Pflegepräparaten nacharbeiten. Man sollte sich aber genauer informieren, welches Produkt geeignet ist, das kann von Modell zu Modell variieren.

Auch der Motor ist im Winter einigen Strapazen durch Schmutz und Feuchtigkeit ausgesetzt. Eine Motorwäsche sollte aber unbedingt vom Fachmann ausgeführt werden, da man riskiert, vor allem elektronische Komponenten, aber auch Leitungen durch den Einsatz von Dampfstrahlern oder zu viel Wasser zu beschädigen. Sollten Sie dennoch erwägen dies selbst zu machen legen wir Ihnen diesen Ratgeber ans Herz.

https://www.youtube.com/watch?v=0UHVpAYb2yE

Lacktest

Nachdem nun die Außenhaut des Autos gereinigt, prüft man den Lack nach Kratzern, welche im Winter oft durch Rollsplitt entstehen. Leichte Macken, bei denen die graue Grundierung noch intakt ist, kann man mühelos mit einem Lackstift entfernen. Es gibt auch kombinierte Lackstifte, bei denen ein Korrosionsschutz enthalten ist. Wenn die Grundierung beschädigt ist, so muss diese erst erneuert werden, bevor man den Lack aufträgt. Bei Metallic-Lackierungen wird in der Regel ein Kombi-Paket aus Basis- und Klarlack-Stift. Je eher man diese Arbeiten ausführt, desto besser bewahrt man die Karosserie vor eventuellem Rostbefall. Dabei muss zunächst die entsprechende Fläche sorgfältig von Schmutz, Fett- und Wachsresten befreit werden, um dann mit den Lack aufzutragen. Die passende Farbe zu ermittelt man anhand eines für sein Fahrzeug spezifischen Farbcode, den sich in der Regel im Motorraum befindet. In der Betriebsanleitung steht, wo genau. Bei größeren Beschädigungen, etwa durch Steinschlag, ist es ratsam, einen Fachmann rate zu ziehen. Während die Arbeit mit einem Farbstift auch dem Laien gut von der Hand geht, ist für das Arbeiten mit Spraydosen etwas Übung erforderlich, und das Resultat ist unter Umständen, was das Finishing angeht, nicht mit dem eines Experten zu vergleichen.

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Die üblichen Kontrollen nicht vergessen

Weil man schon mal dabei ist, sollte man beim Frühjahrs-Check seines Fahrzeugs gleich die üblichen Kontrollen mit vornehmen. Öl, Wasser, Bremsflüssigkeit nachschauen, gegebenenfalls nachfüllen. Den Ölfilter reinigen oder wechseln, eventuell den Pollenfilter tauschen (alle 30.000 km). Will man nichts dem Zufall überlassen, sucht man eine Fachwerkstatt auf. Dort werden die Beleuchtung, die Bremsen, die Abgasanlage und die Elektrik geprüft. Ferner werden auch Keilriemen und Radaufhängung auf ihre einwandfreie Funktionstüchtigkeit getestet. Ist dann der Auto-Check endlich erledigt, kann man ruhigen Gewissens die erste Spritztour durch den Frühling unternehmen. Gute Fahrt!

Über Andi