Dienstag , 16 August 2022
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Elektroautos: Eine effiziente Alternative zum Verbrennungsmotor?

Elektroautos: Eine effiziente Alternative zum Verbrennungsmotor?

Sie sind leise, verbrauchen wenig und stinken nicht. Nichts desto trotz, wenn sie auftauchen sorgen sie für großes Aufsehen. Die Rede ist von Elektroautos.

Obwohl Elektroautos heutzutage in aller Munde sind, werden diese eher selten auf unseren deutschen Straßen gesehen. Ökologisch und ökonomisch gesehen wird ihnen jedoch die Zukunft gehören und der Durchbruch nur eine Frage der Zeit sein.

Sicherlich haben Sie schon mal eines gesehen und mit dem Gedanken gespielt, ihr eigenes zu besitzen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen grundlegende Informationen bereitstellen, die Ihre Entscheidung erleichtern wird.

Ist die Technik dieser Autos schon ausgereift?

Die Frage, die sich die meisten Unschlüssigen stellen, ist die, ob die Technik denn überhaupt schon, soweit ist, dass sich ein Kauf rentieren würde. Es ist nicht ganz unberechtigt, darüber nachzudenken, da man ja schließlich nicht ein Auto haben will, dass einem eher zur Last als Nutzen wird. Die Werte der Reichweite und der Aufladezeit geraten hier immer wieder in den Fokus. Sie schrecken die Meisten ab, da diese angeblich mit denen normalen Autos noch nicht mithalten können. Die Häufigsten der Autos –natürlich abhängig von Modell und Geschwindigkeit – schaffen Reichweiten von 100 bis 300 km. Die Automarke Tesla verspricht sogar Leistungen die über 500 km liegen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium neben der Reichweite stellt die Ladezeit dar, die ebenfalls noch zu wünschen übrig lässt: Auch hier ist die Zeit von dem Automodell abhängig. Im Durchschnitt kann man mit einer halben Stunde bis 2 Stunden rechnen. Hinzu kommt, dass die bisherigen Akkus, geringe „Lebenszeiten“ aufweisen und so teilweise schon nach 5 Jahren ausgewechselt werden müssen. Die geeigneten Ladestationen für die Akkus lassen sich neben den festinstallierten Ladestationen, auch in ihrem eigenen Haushalt aufbauen, sodass ihr Haus zur persönlichen Tankstelle wird. Eine Betankung kostet, je nach Stromtarif sowie Verbrauch maximal 1,50 Euro für 100 Kilometer Fahrt. Bei längeren Routen, die über der Reichweite ihres Autos liegen, sollten sie sich vorab im Internet über die Standorte der „Tankstellen“ genauestens informieren. Vor allem in Gebieten Nord-Ost Deutschlands gibt es Landstriche, in denen es wenig Aufladegelegenheiten gibt. Selbstverständlich sind Sie nicht unbedingt auf Ladestationen angewiesen, da man die Autos auch mithilfe einer gewöhnlichen 230 Volt Steckdose aufladen kann. Falls sie jedoch diese Option in Betracht ziehen, sollten Sie genügend Zeit mit einplanen, da hierbei schon mal bis zu 20 Stunden „ins Land ziehen können“

Aus diesem Grunde muss dringend noch mehr in die Forschung und Entwicklung der Akkus und Ladetechnologien investiert werden. Gerade Deutschland muss als ehemaliger führender Batteriehersteller seine Rolle wieder finden. Nur so kann mit der internationalen Konkurrenz aus Asien und Amerika mitgehalten werden.

Politische Situation in Deutschland

Um den Kauf der Autos anzustoßen, erhofft sich die Industrie der Elektroautobauer nun Hilfe aus der Politik. Sonderabschreibungen für Dienstfahrzeuge sollen den Kauf von neuen elektronischen Dienstfahrzeugen steigern. Bei dem privaten Verbraucher sollen Investitionszuschüsse, verringerte Mehrwertsteuersätze, kostenloses Parken mit integrierten Lademöglichkeiten oder die Benutzung der Busspuren den Kauf stimulieren. Da allerdings die politischen Entscheidungsträger immer noch zaudern und die Anschaffung von Elektroautos nicht konsequent fördern, muss Deutschland auf die Autorevolution noch warten. Das vor kurzem verkündete Ziel, bis 2020 eine Millionen E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen, erscheint äußerst ambitioniert.
Ganz anders sieht es auf den Märkten in Nordeuropa und China aus. Ein konkretes Beispiel ist Norwegen: Durch die großzügigen staatlichen Förderungen, ist hier jede vierte Neuzulassung ein E-Auto. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Regierung in diesem Land den Wirtschaftszweig enorm subventioniert. Durch den staatlichen Ausbau des Ladestationsnetzes und den Verzicht auf die Mehrwertsteuer wird die Anschaffung für die Bevölkerung somit erheblich attraktiver.

Das Hybridmodell als Alternative?

Wer nicht ganz der Elektrotechnik vertraut, dem bietet das Hybridautos eine weitere interessante Alternative. Wie die meisten wahrscheinlich wissen, handelt es sich bei dem Hybridfahrzeug um ein Auto das zum Einen von einem Elektromotor und zum Anderen von einem normalen Kraftstoffmotor betrieben wird. Der große Vorteil der sich hier zu erkennen gibt, ist dass man flexibel wählen kann in welchen „Modus“ man fahren möchte. In Städten bietet es sich hierbei aufgrund der relativ langsamen Fortbewegung an, auf Elektroantrieb zu stellen. Durch diese Maßnahme umgehen Sie die teuren Benzinkosten und entlasten gleichzeitig die Stadt von Lärm und stinkenden Abgasen. Auf langen Urlaubreisen wird dagegen der reine Antrieb durch den E-Motor kaum ausreichen, sodass sie ohne Probleme den zweiten Energiewandler hinzuschalten müssen.

Kosten von Elektroautos

Letztendlich sind die Kosten für die Anschaffung des „Autos der Zukunft“ der wesentliche Punkt. Je nach Modell können hierbei 8000€ (Renault Twizy, 18 PS) und bei den Spitzenmodellen (Tesla Model und BMW i8) über 100.000 € anfallen. Der Anschaffungspreis, unterscheidet sich somit kaum von dem der Autos mit Verbrennungsmotoren. Wesentlich interessanter hingegen erscheinen hierbei die Zahlen und Kosten des „smarten Fahrzeuges“. Als Erstes muss man natürlich bedenken, dass die Sprit und die Werkstattkosten für Reifen bei den Elektroautos zurzeit erheblich günstiger sind. Auch die Kfz-Steuer fällt momentan noch weg. Dagegen sind Haftpflichtversicherungen für beide Autos identisch. Lediglich bei der Vollkaskoversicherung müssen Besitzer eines elektrisch gesteuerten Autos, oftmals etwas tiefer in die Tasche greifen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierenden geringen Werkstattkosten für „Stromer“. Da „Electronic Cars“ keine Kupplung, schaltbares Getriebe und Abgasanlage besitzen, fallen hierfür im Laufe der Zeit keine nötigen Reparaturen an und ihr Geldbeutel wird auf lange Sicht gesehen geschont.

Zusammenfassung: Was E-Autos heute können

Ganz klar: Die Autos von morgen können noch nicht mit den bisherigen mithalten. Relativ lange Aufladezeiten, kurze Reichweiten und das mangelnde Angebot an Aufladesäulen, hat noch Potential nach oben. Auf der anderen Seite jedoch müssen Sie sich bewusst machen, wofür sie ihr Auto die meiste Zeit benötigen. Wenn sie häufig nur kurze Strecken mit ihrem Auto fahren, dann würde sich für Sie mit Sicherheit ein „Stromer“ lohnen. Zudem würden sich die nervigen Kosten wie Versicherung – und Steuerbeiträge minimieren. Wer sich nicht traut, komplett auf die Elektronik zu setzen, dennoch aber umweltfreundlich und billig durch die Gegend sausen will, dem bietet sich der Kompromiss an: Das Hybridauto.

Bis Sie allerdings komplett sorgenfrei elektronisch ihre Autoreise nach Italien planen können wird wohl noch etwas Zeit vergehen.

Bild: Georg Sander  / pixelio.de

Über Nicolas Sender