Donnerstag , 18 Oktober 2018
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Factual Entertainment: Wie sich die Medienlandschaft gewandelt hat

Factual Entertainment: Wie sich die Medienlandschaft gewandelt hat

Angebotsvielfalt gehört heute im TV zur Selbstverständlichkeit. Doch das Zuschauerverhalten hat sich verändert. Factual Entertainment heißt das Zauberwort. Es stellt die Belange der Zuschauer in den Vordergrund und beschäftigt sich mit den realen Problemen der Menschen. Formate wie die „akte“ auf Sat1 oder „Ein Fall für Escher“ im MDR sprechen das Publikum direkt an. Die Sender haben auf das Bedürfnis reagiert und schicken regelmäßig entsprechende Sendungen über den Äther.

TV in der Mitte der Gesellschaft

Das Geheimnis des sogenannten Factual Entertainment liegt in der gelungenen Kombination aus tiefgründigem Journalismus gepaart mit guter Unterhaltung. Der Zuschauer legt Wert darauf, authentische Sachverhalte zu erfahren. Fiktionale Inhalte hingegen rücken in den Hintergrund. Das beste Beispiel für gelungenes Factual Entertainment ist das Format „akte“, welches von dem Berliner Unternehmen META productions entwickelt wurde. Dass Factual Entertainment vielseitige Themen anspricht, zeigen auch die weiteren erfolgreichen Sendungen der Produktionsfirma, wie beispielsweise „Ermittlungsakte“ oder „Achtung Abzocke“ mit Peter Giesel.

Das Bedürfnis nach Aufklärung und Halt

Experten erklären sich das Zuschauerinteresse in dem entstehenden Sicherheitsgefühl des Publikums. Factual Entertainment bewegt sich auf Augenhöhe mit den Problemen und Erfahrungen der Bürger und spricht diese damit direkt an. Aufgrund der journalistischen Professionalität werden wichtige Sachverhalte aufgeklärt. Dafür zieht man fachliche Hilfe zurate. Dem Gerechtigkeitssinn des Zuschauers wird entsprochen und ihm das Gefühl vermittelt, das nicht jeder mit Abzocke, Betrug oder illegalen Machenschaften durchkommt. In Zeiten einer subjektiv sehr von Angst geprägten Gesellschaft, findet dies beim Zuschauer Zuspruch. Factual Entertainment versteht es, diese Informationen mit einem weniger dokumentativen als mehr unterhaltenden Stil zu vermitteln. Verbraucher genießen die klaren Fakten im TV, da sie Orientierung in einer Zeit der Überinformation geben.

Factual Entertainment im Wandel

Dass sich die TV-Branche stetig im Wandel befindet, ist kein Geheimnis. Hinter jedem Erfolgskonzept einer Factual Entertainment Sendung steckt harte Arbeit. Und selbst Formate wie „akte“ entwickeln sich kontinuierlich weiter. Unterdessen hat beispielsweise die META group GmbH für das ZDF die Sendung „Plan B“ entwickelt. Nicht nur, dass darin Missstände aufgezeigt und gesellschaftliche Probleme angesprochen werden, das Format bietet dem Zuschauer darüber hinaus Lösungsvorschläge. Diese Konzeption war neu, doch der Erfolg spricht für sich. So wurde etwa zu den Themen Altersarmut, Ärztemangel oder zu hohe Mietpreise in Großstädten investigativ Recherche betrieben und dem Zuschauer durchaus realistische und inspirierende Lösungsansätze präsentiert. Dieses Vorgehen verdient zurecht die Bezeichnung „Konstruktiver Journalismus“(*).

Erfolg auf ganzer Linie

META productions produzierte „Plan B“ für das ZDF. Die Reihe der Berliner Filmproduzenten läuft regelmäßig im Zweiten Deutschen Fernsehen. Dies zeigt, dass nicht nur die privaten Fernsehsender ihre Zuschauer mit Factual Entertainment erreichen möchten. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender ziehen mit. Der Konstruktive Journalismus passt nun einmal auch hervorragend in das Programm der öffentlich-rechtlichen. Denn er legt das Augenmerk der Berichterstattung nicht nur auf die negativen Seiten der Gesellschaft, sondern offeriert dem Zuschauer gleichermaßen unterhaltend Alternativen und Veränderungsmöglichkeiten. Journalisten mit langjähriger Berufserfahrung sprechen zum Thema Konstruktiver Journalismus von der Rückkehr zu alten Tugenden des Journalismus. Sauber recherchiert, objektiv von allen Seiten fair berichtet, mit einem Hauch Optimismus und einer Authentizität, die das Fernsehen über einen langen Zeitraum hat vermissen lassen.

Fazit: Factual Entertainment hat die Medienlandschaft verändert. Sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sender nutzen entsprechende Formate. Bei den Beiträgen des Factual Entertainment findet professionelle journalistische Recherchearbeit statt, die in einem fairen und unterhaltenden Rahmen dem Zuschauer präsentiert wird. Dabei greifen die Produzenten vorrangig Probleme direkt aus dem Alltag der Menschen auf. Missstände werden aufgedeckt, Fakten objektiv präsentiert. Der Konstruktive Journalismus geht sogar einen Schritt weiter und stellt ganz klar praxistaugliche bzw. übertragbare Lösungsansätze für Betroffene dar.

(*) Quelle: European Journalism Obsavatory


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