Samstag , 17 August 2019
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Halsschmerzen – wann helfen Hausmittel, wann sollte ich zum Arzt gehen?

Halsschmerzen – wann helfen Hausmittel, wann sollte ich zum Arzt gehen?

Hausmittel gegen HalsschmerzenErkältungen sind unangenehm. Husten, Schnupfen, Kopfweh – die ganze Palette negativer Begleiterscheinungen macht die Erkältung zu einer an sich harmlosen, aber eben unangenehmen Erkrankung.

Halsschmerzen sind meist die ersten Symptome, die eine Erkältung einläuten. Und genau gegen diese Halsschmerzen gibt es viele Hausmittel, die zum einen die Schmerzen lindern, zum anderen aber auch helfen können, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zumindest zu lindern. Raue Stimme, Kratzen im Hals und starke Schluckbeschwerden müssen nicht immer mit Chemie bekämpft werden, wie schon unsere Urgroßeltern wussten. Vorteilhaft ist, dass man mit Hausmitteln im Gegensatz zum Einsatz von pharmazeutischen Produkten gleich noch ganz natürlich das Immunsystem unterstützt. Was viele nämlich nicht wissen ist, dass zahlreiche Pflanzen beispielsweise pflanzliche Antibiotika enthalten, die gegen Bakterien ganz natürlich und ohne Belastung des Organismus helfen. Zudem kann der Körper sich bei der Nutzung von natürlichen Hausmitteln gegen Erkältungskrankheiten ganz auf die Regeneration konzentrieren und wird nicht noch durch viel Chemie nachhaltig belastet.

Allerdings gilt die Regel, dass man allerspätestens nach einer Woche andauernden Beschwerden den Arzt aufsuchen sollte. Das gilt besonders dann, wenn die Stimme sehr heiser ist oder ganz ihre Aufgaben versagt. Dann kann nämlich auch eine Stimmbandentzündung oder eine andere Erkrankung bestehen. Und hier ist der Einsatz von Antibiotika unerlässlich.

Zwiebelwasser gegen den schmerzenden Hals

Gerade dann, wenn die Erkältung in den Anfängen ist und die Halsschmerzen noch sehr leicht ausfallen, kann man mit Natur noch viel erreichen. Zwiebelwasser ist eine sehr gute Gurgellösung für diesen Fall. Vorteilhaft: Die Zwiebel enthält natürliche, antibiotische Wirkstoffe, kann damit die Erkältung natürlich ausbremsen. Hierfür eine geviertelte Zwiebel in ein Trinkgefäß geben und mit abgekochtem Wasser bedecken. Den Sud für etwa 10 Minuten ziehen lassen und mit der lauwarmen Flüssigkeit gurgeln. Das Wasser muss nicht in einem Gurgelvorgang verbraucht werden. Besser ist es, in regelmäßigen Zeitabständen mit etwas Flüssigkeit zu gurgeln, um so einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.

Alternative: Zwiebeltee

Wahlweise kann man auch Zwiebeltee kochen. Dafür werden 3 bis 4 große Zwiebeln mit etwas braunem Kandis etwa 30 Minuten gekocht. Diesen Tee trinkt man dann so warm wie möglich. Der Tee hilft gegen Halsschmerzen und auch bei Husten. Auch hier gilt, dass bei hartnäckigen Problemen und dauerhaftem Husten mit Auswurf ein Arztbesuch unerlässlich ist.

Ein echtes „Urgroßmutter-Rezept“

Für das uralte Rezept gegen Halsschmerzen braucht man nur einen beliebigen Essig und Zucker (auf keinen Fall aber Essigessenz!). Ein Esslöffel wird mit Zucker gefüllt, dann mit Essig so lange beträufelt, bis der Zucker durchtränkt ist. Diese Zuckerlösung nimmt man in den Mund und lässt sie dort so lange wie möglich wirken. Dann wird die Lösung einfach heruntergeschluckt. Der Essig wirkt gegen die Bakterien, die sich im Hals ausbreiten und mit etwas Glück ist man mit nur wenigen Anwendungen die Schmerzen schon wieder los.

Ein Klassiker gegen Halsschmerzen – die Kartoffel

Das Kartoffel-Rezept gegen Halsschmerzen ist vielen bekannt – der Vollständigkeit halber aber hier noch einmal das wirklich hilfreiche Rezept gegen Halsschmerzen. Für den Kartoffelwickel wird eine Kartoffel gekocht. Die Kartoffel wird dann heiß in eine saubere Socke gefüllt und in dieser komplett zerquetscht. Wenn die Kartoffel so weit abgekühlt ist, dass man sie auf der Haut vertragen kann, ohne sich zu verbrennen, wird die Socke auf den Hals gelegt und mit einem dicken Schal fixiert. Für ca. 30 bis 40 Minuten kann die Kartoffelkompresse jetzt auf den schmerzenden Hals einwirken. Am besten währenddessen entspannt ins Bett oder auf das Sofa legen und die Wirkung einfach genießen. Der Kartoffel-Wickel ist ein richtiger Klassiker gegen Halsschmerzen, der zudem auch noch preiswerter als jedes Mittel aus der Apotheke ist.

Butter als erste Hilfe gegen den schmerzenden Hals

Selbst dann, wenn der Hals knallrot ist und das Schlucken nur mit starken Schmerzen möglich ist, kann Butter noch eine gute Hilfe sein. Für die Butter-Kur nimmt man einfach etwa alle zwei Stunden ein Stückchen Butter in den Mund und lässt es dort zerlaufen. Die aufgelöste Butter wird geschluckt und pflegt dort die schmerzende Schleimhaut, soll sie sogar gegen den Bakterienangriff abdichten. Auch wenn diese Butter-Kur nicht gut schmeckt, hat sie schon manchem geholfen beim schmerzenden Hals.

Ingwer gilt schon fast als Wundermittel gegen Halsweh

Wer Ingwer mag, kann auch mit diesem den Halsschmerzen angehen. Dazu wird ein etwa drei bis vier Zentimeter großes Stück Ingwer mit rund einem Liter Wasser im offenen Topf aufgekocht. Der Topf muss geöffnet bleiben, damit diese Wunderbrühe einkocht und leicht konzentriert wirken kann. Ist der Sud sichtbar reduziert, kann man ihn durch ein Sieb in eine Tasse abseihen und so heiß wie möglich trinken. Mit Honig gesüßt, wird der Ingwertee geschmackvoller und zudem kann der Honig seine entzündungshemmenden natürlichen Eigenschaften mitwirken lassen. Ganz wichtig: Der Honig darf nicht mitkochen, sonst verliert er seine positiven und entzündungshemmenden Eigenschaften! Die verbliebene Flüssigkeit kann immer wieder erwärmt und über den Tag verteilt erhitzt und getrunken werden. Den Honig immer erst in die bereits erhitzte Flüssigkeit geben. Wer zwei bis drei Tassen von diesem Ingwertee über den Tag verteilt trinkt, kann am Folgetag schon eine deutliche Besserung der Halsschmerzen verzeichnen.

Schokolade oder Bonbons gegen leichte Halsschmerzen

Wenn die Halsschmerzen erst im Anflug sind, können Schokolade oder Bonbons noch sehr hilfreich sein. Das Problem bei Halsschmerzen ist ja, dass die Schleimhäute ausgetrocknet sind und den Bakterien so perfekte Angriffsfläche bieten. Lässt man Schokolade oder Bonbons im Mund zergehen, erhöht sich der Speichelfluss und die Schleimhäute sind besser geschützt gegen die angreifenden Bakterien. Mit diesem einfachen Mittel lässt sich den Halsschmerzen übrigens auch gut vorbeugen. Die figurfreundlichere Alternative zu Schokolade und zuckerhaltigen Bonbons sind Salbeibonbons mit Süßungsmitteln aus der Apotheke. Zusätzlich viel Tee oder Wasser trinken und die Schleimhäute sind durch ständige Befeuchtung besser gegen Erkältungsbakterien und –viren geschützt.

Hühnersuppe gegen Halsschmerzen und Erkältung

Hühnersuppe ist nicht nur ein guter Tröster, sondern auch ein wirklich wirksames Hilfsmittel gegen Halsschmerzen und Erkältung. Dabei sollte man aber nicht auf Tütensuppen zurückgreifen, sondern wirklich eine frische Hühnersuppe essen. Mit frischem Geflügel und Suppengemüse wie Porree, Sellerie und Petersilie zubereitet, bekommt der Körper so wichtige Vitamine und Vitalstoffe zugeführt und das Immunsystem wird gestärkt. Etwas schärfer gewürzt, hat die Hühnersuppe auch noch eine sehr gute Wirkung gegen Halsschmerzen – zudem wird der Hals durch die salzhaltige Brühe nachhaltig befeuchtet. Frische Hühnersuppe kann man im Tiefkühler portioniert lange vorrätig halten und dann bei Bedarf nur noch erhitzen – natürlich nicht nur als Halsschmerzmittel.

Wenn nichts mehr hilft, hilft die Apotheke

Wenn alle Hausmittel versagen gegen die Halsschmerzen, gibt es in der Apotheke inzwischen auch Lutschtabletten und Gurgellösungen, die sogar eine deutlich schmerzlindernde Wirkung durch entsprechenden Inhaltsstoffe haben. Zudem weisen die Präparate eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung auf. Diese Präparate sollte man aber nicht länger als maximal drei Tage ohne ärztlichen Rat anwenden, weil sie die Rachenflora angreifen können und damit anderen Infektionen so Tür und Tor öffnen.

Welches Hausmittel ist für mich das beste?

Gerade bei natürlichen Heilmitteln und Hausmitteln ergibt sich die Wirkung aus einer überzeugten Anwendung. Wenn ich mich vor Ingwer ekle, kann ich den Sud nicht überzeugt trinken und sollte einfach ein anderes Hausmittel nutzen, das mir angenehmer ist. Medikamente vom Arzt wirken rein chemisch – bei Hausmitteln spielt auch die eigene Überzeugung vom Heilmittel eine große Rolle. Ausprobieren lohnt auf jeden Fall, damit man bei der nächsten Halsschmerzattacke sofort das richtige Hausmittel anwenden kann.


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