Samstag , 25 Juni 2022
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Hamburg: Eine FinTech-Metropole startet durch: Vernetzung ist wichtigste Aufgabe

Hamburg: Eine FinTech-Metropole startet durch: Vernetzung ist wichtigste Aufgabe

Hamburgs Wirtschaft ist für vieles bekannt – für den Hafen mit seinem riesigen Unternehmensumfeld, Logistik, Handel und natürlich die Medienbranche, die den Umschwung von Print zu Digital erfolgreich geschafft hat – bloß nicht für FinTechs. Dabei hat sich hier in den vergangenen Jahren eine veritable und wachsende Szene entwickelt. Ohnehin arbeiten in der Finanzwirtschaft Hamburgs sage und schreibe 50.000 Beschäftigte. Hierzu gehören mit der Haspa Deutschlands größte Sparkasse und auch die im benachbarten Quickborn ansässige Comdirect Bank – übrigens eine FinTech-Gründung von 1994, als man noch gar nicht von FinTechs sprach. 

Auch unser Unternehmen, der Identifikationsspezialist WebID, ist von Hamburg angetan. Allerdings haben wir gleich vier deutsche Standorte, und jeder hat seine Besonderheiten: Neben Hamburg sind das Berlin, Kiel und Solingen. Doch nicht zufällig haben wir etwa die Kommunikation, die strategische Entwicklung und die Bereiche, die sich um den Austausch mit den anderen nationalen und internationalen Vertretungen und vor allem um die Kunden kümmern, in der Hansestadt angesiedelt. Hier herrscht das richtige Klima und es ist durchaus spannend zu sehen, wie die jeweiligen Städte sich durch ihre individuellen Ausprägungen ergänzen. 

Was macht nun einen attraktiven FinTech-Standort aus? Es sind zunächst die besten Mitarbeiter, dann Geld und Investoren sowie Berater und Experten für Spezialaufgaben – also unterm Strich das berühmte Ökosystem. Nicht zu vergessen dabei: das reale Ökosystem, also ein lebenswertes Umfeld. Schließlich wollen die – eher jungen – Leute neben einem Leistungsumfeld auch Spaß haben und der Vergleich, zumindest mit Berlin, steht bei diesem Thema immer im Raum. Bedeutsam und vor allem das Erfolgsgeheimnis boomender Regionen wie dem Silicon Valley ist die Vernetzung und der Austausch. Hierfür sind die passenden Treffpunkte und Eventformate nötig, aber vor allem auch die richtige Einstellung, nämlich kommunikativ freigiebig zu sein – denn nur so kommt bekanntlich etwas zurück, und nur so entstehen auch die wichtigen Kooperationen. 

All das bietet Hamburg, und daher braucht es sich hinter Berlin – eindeutig die deutsche FinTech-Hauptstadt – auch nicht zu verstecken: Die Realwirtschaft ist robust, das Angebot mit topausgebildeten und internationalen Potentials ist enorm; Risikokapitalgesellschaften, Business-Angels, Inkubatoren und Anbieter von Netzwerken sind mannigfach vor Ort. Und auch der Community-Gedanke stimmt. Mit „Fintech Hamburg“ gibt es eine Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung des digitalen Finanzstandorts. „Hamburg Startups“ wiederum ist die führende private Startup-Plattform im Norden, es vernetzt und präsentiert die Startup-Szene, etwa mit einem Magazin und Events. Es ist zwar nicht auf FinTechs spezialisiert, doch ein Blick über den Tellerrand hinaus ist ohnehin wichtig, zumal Startups viele gemeinsame Herausforderungen und Themen haben, unabhängig von der Branche. An einem Punkt hat Hamburg sogar die Nase vorn: Mit der „FinTechWeek Hamburg“, die im Oktober bereits zum dritten Mal stattfindet, verfügt Hamburg über Deutschlands größte FinTech-Veranstaltung.

In den USA – wo dieser Wirtschaftszweig seinen Ursprung hat – gibt es schon lange FinTechs. In Deutschland dagegen sind die meisten Fintech-Startups erst in den vergangenen Jahren entstanden. Zu den größten in Hamburg gehören Kreditech, das Kredite vergibt, oder Deposit Solutions, die Spargelder zwischen Privatanlegern und Banken vermitteln. Finanzcheck ist ein Kreditvergleichsportal und Online-Versicherungsmakler. Ein Shootingstar ist wohl auch der Allrounder NAGA, der umfassende Apps und Dienstleistungen wie Social Trading, das Handeln mit virtuellen Gütern und sogar eine eigene Kryptowährung anbietet und so die private Geldanlage aus einer Hand organisiert. Die Sparten sind also vielfältig, auch in Hamburg: Von Analytics & Research, über Credit & Factoring, Crowdfunding, Payment bis hin zu Legal Tech ist alles dabei.

Wir von der WebID mit unseren annähernd 500 Mitarbeitern setzten nicht nur auf Hamburg mit aktuell knapp 20 Mitarbeitern hier vor Ort zugehörig, wir bauen auch stets unseren Standort aus und suchen permanent Spezialisten, zumal FinTechs und die Finanzwirtschaft allgemein einen für uns wichtigen Kundenbereich bilden. Gemeinsam mit der Branche ist die WebID groß geworden. Die erste deutsche Bank ist im April 2014 mit unserer Videoidentifizierungstechnologie live gegangen. Seit unserem Start haben wir uns dann aber auf viele andere Wirtschaftszweige ausgedehnt. Genau dies sollten FinTechs auch erwägen. Schließlich lassen sich ihre Ideen und Lösungen oftmals auf andere Gebiete übertragen.

Gastbeitrag von Frank Stefan Jorga, CEO der WebID

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