Dienstag , 15 Oktober 2019
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Insektenstiche – natürliche Hilfe und Abwehr

Insektenstiche – natürliche Hilfe und Abwehr

Alle Jahre wieder – nein, die Rede ist leider nicht von Weihnachten. Viel mehr sind es Insekten und die damit verbundenen Stiche, die erst richtig wehtun können, danach aber dann mit Sicherheit sehr lange jucken. Warum auch immer – die einen bleiben von den Stichen weitgehend verschont, andere brauchen nur die ersten Sonnenstrahlen zu sehen, um dann auch gleich Insektenstiche verzeichnen zu können. Gerade dann, wenn man viele Insektenstiche hat und der Juckreiz sehr groß ist, dann ist auch die Versuchung, die lästigen Dinger aufzukratzen, sehr groß. Leider werden die Stiche dann auch zu einem richtigen Problem, denn aufgekratzte Insektenstiche entzünden sich – schließlich sind die Fingernägel nie völlig keimfrei – und die Entzündungen halten sich dann über Wochen und ziehen dann auch unter Umständen unangenehme Narben in Form dunkler Flecken nach sich. Klar, Cortison ist ein Allheilmittel, das gegen den Juckreiz wirkt und das inzwischen auch in vielen Insektengels verarbeitet ist, damit eben der Juckreiz der Stiche gemindert wird. Wenn der Sommer lang ist und man häufiger gestochen wird, ist die Cortison-Dosis, die man in dieser Zeit zu sich nimmt, aber auch entsprechend hoch. Und warum sollte man überhaupt auf langfristig schädliche Medikamente setzen, wenn die Natur auch Hilfsmittel gegen die Insekten und auch das lästige Jucken der Insektenstiche mit sich bringt?

Insekten vertreiben und Insektenstiche behandeln mit reinen Naturheilmitteln

mueckenstichDen Balkon weitgehend Insektenfrei halten

Wer das Problem der Insektenstiche schon an der Wurzel angehen will, kann beispielsweise den Balkon oder die Terrasse ziemlich unattraktiv für Bienen, Wespen und auch Mücken machen. Das Naturmittel, das gegen die lästigen, stechenden Mitbewohner hilft, heißt Weihrauch. Diese Pflanze duftet sehr intensiv, hat den typischen Weihrauchduft, den wir vielleicht noch von Kommunion oder Konfirmation aus der Kirche kennen – und ist ein perfekter Duftstoff, den Mücken eben überhaupt nicht mögen. Einige Balkonkästen mit einer Pflanze auszustatten, reicht völlig aus, um die Mücken fernzuhalten. Der Duft, den die Weihrauchpflanze absondert, finden Insekten ziemlich unangenehm. Wer den Duft auch selbst nicht mag, der muss sich nicht sorgen: Die Pflanze duftet für uns Menschen nicht so intensiv, dass wir sie schon auf Entfernung wahrnehmen. Damit wir Menschen den Duft des Weihrauch bewusst erkennen, müssen wir schon einzelne Blätter der Pflanze zwischen den Fingern reiben oder ganz nah an die Blätter der Pflanze mit der Nase herangehen.

Die richtige Kleidungsfarbe

Viele Insekten kommen den Menschen nicht so nah, weil sie die Absicht haben, sie zu stechen. Meistens sind es reine Verwechslungen, wenn Insekten sehr nah an Menschen heranfliegen. Der Mensch wiederum sieht den Stich des Insektes kommen, wehrt ab – und das Missverständnis ist perfekt, das Insekt fühlt sich bedroht und sticht. Viele Insekten fliegen den Menschen eigentlich an, weil die Kleidungsfarbe an eine Blüte erinnert. Gelb oder Rot sind ganz besonders die Farben, auf die Insekten im wahrsten Sinne des Wortes fliegen. Wer sich vor den Verwechslungen schützen will, zieht einfach grüne, braune oder weiße Kleidung an – und die meisten Insekten sind jetzt uninteressiert und kommen erst überhaupt nicht in die Nähe.

Die Mücke allerdings als Blutsauger lässt sich durch die Kleiderfarben nicht beeindrucken, denn ihr Ziel ist die Nahrung in Form menschlichen Blutes. Da hilft auch die beste Abwehr in Form von gezielt eingesetzten Kleidungsfarben nicht. Schweißgeruch sollte man aber im Sommer unbedingt vermeiden und lieber einmal mehr duschen, denn auch leichter Schweißgeruch wird von Mücken wahrgenommen und so werden sie förmlich angelockt, wenn man Schweißgeruch ausströmt – auch wenn die Umgebung und man selbst diesen nicht wahrnimmt. Ist man von Mückenstichen häufig geplagt, kann ein Anti-Transpirant, zumindest im Sommer und in den Achseln angewandt, eine Tarnung vor Mücken bieten.

Mit Kohl Insektenstiche behandeln

Der Kohl ist ein perfektes Gemüse, um auch Insektenstiche zu behandeln. Gerade bei den schmerzhaften Wespenstichen hilft es, ein frisches Kohlblatt zu zerdrücken und den austretenden Saft auf die Einstichstelle aufzutragen.

Es juckt und juckt…

Wenn die Stiche sehr stark jucken – und das kann bei verschiedenen Menschen tatsächlich sehr unterschiedlich sein – dann kann eine Behandlung des Stiches mit Zitronensaft, mit frischem Zwiebelsaft durch Abreiben mit einer frisch zerteilten Zwiebel oder durch einen Mix aus Essig und Salz als Auflage wirkliche Erleichterung bringen. Auch Hefe, in Wasser aufgelöst, kann helfen. Wer alles nicht zur Hand hat, kann auch ein Stück Würfelzucker anfeuchten und auf den Stich auflegen, um so den Juckreiz zu reduzieren.

Erste Hilfe, wenn der Stich in Mund oder Rachen oder die Lippen erfolgt ist

Gerade in diesen Bereichen ist ein Insektenstich sehr bedenklich. Sollte man in den Rachen oder innerhalb des Mundes gestochen worden sein, weil man beispielsweise in ein Stück Obst oder Kuchen gebissen hat, auf dem eine Wespe saß, dann ist es wichtig, zum Arzt zu fahren. Der Stich kann auch nach einigen Stunden noch stark anschwellen und dann sogar zu Atemnot führen. Als erste Hilfe ist es aber sinnvoll, einen Eiswürfel zu lutschen, um das Anschwellen des Rachens bis zum Eintreffen beim Arzt zu reduzieren. Auch bei Stichen in die Lippen kann ein Eiswürfel als Auflage bedenkliche Schwellungen verhindern.

Entzündungen an Stichen verhindern

Bei vielen Menschen entzünden sich Insektenstiche sehr schnell und oftmals sogar, ohne dass man viel daran herumkratzt. Eine wirksame Hilfe aus der Naturheilkiste ist dann ein Tropfen heißer Wachs direkt auf die Einstichstelle. Klingt schmerzhaft, beugt aber den dauerhaften Schmerzen, die ein entzündeter Insektenstich nach sich zieht, mit Sicherheit vor.

Heilerde und Pfefferminzöl

Den Juckreiz lindern kann auch eine Paste, die man aus einem Teelöffel Heilerde, drei Tropfen Pfefferminzöl sowie etwas Wasser anrührt. Die Paste wird auf die Einstichstelle aufgetragen und reduziert den Juckreiz sehr schnell. Die clevere Kombination liegt in den beruhigenden Inhaltsstoffen der Heilerde sowie den kühlenden und entzündungshemmenden ätherischen Ölen aus dem Pfefferminzöl.

Hilfe aus dem Kräutergarten

Auch bei Insektenstichen kann der Kräutergarten wieder perfekte Hilfe leisten. Etwas frisch gezupfte Petersilie, zerkleinert auf ein sauberes Haushaltstuch gelegt und auf die Eistichstelle aufgelegt, lindert den Juckreiz des Insektenstiches und beugt Entzündungen vor.

Nicht kratzen – lieber spucken

„Kratz nicht!“ – Wer kennt diesen Spruch nicht, wenn man selbst an einem Insektenstich herumkratzt, der nervtötend juckt. Nicht zu kratzen ist aber wirklich die bessere Lösung, denn zum einen juckt ein Stich, an dem man herumkratzt, nur noch mehr. Zum anderen kann sich der Stich allein schon durch die Bakterien, die sich unter den Fingernägeln befinden, stark entzünden – und das bis hin zur Blutvergiftung. Wenn es ganz arg juckt, dann lieber den eigenen Speichel auf die Einstichstelle auftragen. Hilft wirklich und ist immer dabei!

Zwiebel, Meerrettich, Zitrone oder Bohnenkrautblätter

Die Zwiebel oder die Zitrone halbieren und die Stichstelle damit einreiben, vom Meerrettich etwas fein reiben und auftragen oder die Bohnenkrautblätter zerreiben und auf den Stich auftragen – alle Pflanzen bieten einen sehr guten und natürlichen Schutz gegen den fiesen Juckreiz.

Bienenstich? Der Stachel muss raus!

Wenn man von einer Biene gestochen wurde, dann bleibt der Stachel im Einstich stecken. Anders als bei den Wespen, die ihren Stachel nach dem Einstich wieder herausziehen und mitnehmen, verliert die Biene diesen nach dem Stich in menschliche Haut. Die Biene ist zwar weniger aggressiv als die Wespe, sticht deshalb bedeutend seltener, wenn sie aber zusticht, dann muss man den Stachel unbedingt entfernen, um Entzündungen und sonstige gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Ein karibischer Tipp zum Abschluss

Ob dieses Naturheilmittel hilft, sollte jeder für sich ausprobieren. Vorteilhaft ist, diesen vorbeugenden Tipp gegen Insektenstiche im Urlaub auszuprobieren. Ein großes Glas Rum, vor dem Frühstück zu sich genommen, soll sehr wirksam gegen die Insektenstiche sein. Ob es der Geruch ist, wie die karibischen Bewohner behaupten, oder ob man die Stiche einfach nicht mehr so stark wahrnimmt, darf der Entscheidung des Einzelnen überlassen bleiben. Deshalb ist dieser Tipp aus der Trickkiste der Naturheilmittel auch nur bedingt empfehlenswert, trotzdem aber der Vollständigkeit halber erwähnt.


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