Dienstag , 15 Oktober 2019
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Energiekosten für Heizung und Heißwasser senken
Foto: DOC RABE Media - Fotolia.com

Energiekosten für Heizung und Heißwasser senken

Energiekosten für das Heizen der Wohnung haben ungefähr einen Anteil von 80 Prozent an den gesamten Energiekosten, die für eine Wohnung anfallen. Und weil die Energiepreise ständig steigen, lohnt es sich, einmal genau das eigene Verhalten unter die Lupe zu nehmen und so den Verbrauch wirksam zu reduzieren und dabei auch noch eine Menge Geld einzusparen.

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Welche Raumtemperatur ist ok?

Erfahrungswerte besagen, dass Menschen sich im Wohnzimmer am wohlsten fühlen, wenn die Temperatur hier zwischen 20 und 22 Grad beträgt. In der Küche reichen für den angenehm empfundenen Aufenthalt schon 18 bis 20 Grad und im Schlafzimmer werden 16 bis 18 Grad als sehr wohltuend empfunden. Nur das Badezimmer muss etwas kuscheliger sein, damit man sich behaglich fühlt. Hier ist angenehmste Gefühl bei 23 Grad Raumtemperatur. Und mehr Raumtemperatur sollten die einzelnen Zimmer der Wohnung auch in der Heizperiode nicht aufweisen. Die Anschaffung eines Thermometers, das allerdings nicht direkt am Fenster oder einer Eingangstür zum Zimmer angebracht sein sollte, hilft notfalls, die Temperatur in den jeweiligen Räumen zu kontrollieren. Wer sich entschließen kann, in einem Raum die Temperatur um nur ein Grad zu senken, kann bei den Heizungskosten schon rund sechs Prozent sparen. Wird die Temperatur im Wohnzimmer von 24 Grad auf nur noch 20 Grad reduziert, sind Einsparungen von 20 bis 25 Prozent bei den Energiekosten erzielbar.

Richtig lüften und damit sparsam heizen

Noch immer ist es in vielen Haushalten gängige Praxis, dass die Fenster während der eigenen Abwesenheit gekippt sind, damit man beim Heimkommen eine frisch gelüftete Wohnung vorfindet. Genau das ist aber falsch, denn so kühlt der gesamte Raum einschließlich der Wände aus. Viel besser für die Einsparung von Heizungskosten ist es, einmal richtig Durchzug zu machen, die komplette Wohnung für 10 Minuten zu lüften und dann die Fenster wieder zuschließen. Liegen die Außentemperaturen um den Gefrierpunkt, reicht es auch, nur drei oder fünf Minuten intensiv zu lüften. Keine Frage, dass während des Lüftens natürlich die Heizungen heruntergedreht werden! Querlüften, also gegenüberliegende Fenster gleichzeitig zu öffnen, ist die beste Lösung, um optimal für frische Luft zu sorgen, dabei aber kein Auskühlen der Wohnung zu bewirken. Wichtig ist, dass mindestens einmal täglich gründlich gelüftet wird, denn sonst können sich Feuchtigkeit und Schimmel innerhalb der Räume bilden.

Die Heizungen nicht ganz abdrehen

Viele Wohnungsinhaber neigen dazu, die Heizungen komplett abzudrehen, wenn sie das Haus verlassen. Unnötiges Heizen wird als Energieverschwendung betrachtet. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn Energie wird nur verschwendet, wenn man die Heizungen immer wieder komplett abdreht. So kühlen während des Tages die Räume aus und das erneute Aufheizen braucht dann besonders viel Energie. Ganz nebenher erhöht sich bei einer phasenweise komplett abgedrehten Heizung während der kalten Jahreszeit das Risiko, dass sich Schimmel in der Wohnung bildet. Das gleiche Risiko der Schimmelbildung sowie auch der Energieverschwendung besteht, wenn man nur einzelne Räume heizt, in den anderen die Heizung komplett abdreht. In den nicht beheizten Räumen bildet sich so mehr Feuchtigkeit, die aus den beheizten Räumen eindringt und die Schimmelbildung wird beschleunigt. Zudem reduziert sich so beim bloßen Türöffnen in den beheizten Räumen die Temperatur immer wieder so stark durch eindringende Kaltluft, dass die Heizung praktisch rund um die Uhr förmlich rast. Mäßig aber gleichmäßig heizen ist die bessere und energiesparendere Lösung in der kalten Jahreszeit.

Sind die Fenster dicht und die Wände isoliert?

Fenster, die Kunststoffdichtungen haben, sollten regelmäßig kontrolliert werden, denn die Gummidichtungen werden durch UV-Einstrahlung und regelmäßige Temperaturschwankungen in den Jahreszeiten irgendwann porös und undicht. Wer dann mit Schaumdichtungsband oder aber neuen Gummidichtungen für die Fenster nachhilft, kann Heizkosten sparen. Sind Rollladen in der Wohnung vorhanden, wird von Energieexperten sogar geraten, die immer am Abend, wenn es ohnehin dunkel draußen ist, herunterzulassen. Rollladen können die Fenster sehr gut dämmen und so lassen sich natürlich auch Heizkosten reduzieren.

Damit die angenehme Raumtemperatur im Raum erhalten bleibt, lohnt es sich, eine Isolations- bzw. Dämmfolie im Baumarkt zu besorgen und sie hinter den Heizkörpern anzubringen. Das Thermostat an der Heizung registriert sonst immer die Temperatur, die sich durch die kühle Wand der Heizung ergibt, und so läuft die Heizung eigentlich viel zu oft und braucht viel zu viel Energie. Die Isolierung hinter den Heizkörpern bewirkt zudem, dass die warme Luft im Raum bleibt und nicht durch die Außenwand nach draußen gelangt. Mit ein paar Euro Investition und wenig handwerklichem Geschick lässt sich schnell eine Wärmedämmung erzielen.

Die Heizungen sollten im Raum auch nicht durch Möbel zugestellt oder mit Gardinen verhängt werden. Durch diese Barrieren kann die warme Heizungslust nicht in den Raum gelangen und es muss letztlich mehr als notwendig geheizt werden, um den Raum angenehm warm zu bekommen.

Die Heizung kontrollieren

Wenn es im Heizkörper blubbert, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich Luft in der Heizung befindet. Und diese Luft reduziert die Heizkraft der Heizkörper ganz enorm. Das Entlüften der Heizung ist ganz einfach und man muss dazu weder den Installateur noch den Hausmeister rufen. Im Baumarkt sind spezielle Entlüfterschlüssel für Heizkörper erhältlich, mit denen man das Heizungsventil aufdrehen kann. Einfach eine Tasse oder Schüssel unter das Ventil halten, langsam aufdrehen und warten, bis Wasser aus der Heizung tropft. Dann das Ventil wieder zudrehen – fertig ist das Entlüften und die Heizung kann wieder optimale Leistung bringen.

Die Warmwasserkosten reduzieren

Statistisch gehen rund 12 Prozent des Energiebedarfs einer Wohnung und der Kosten hierfür in die Warmwasserbereitung. Die Heizkostenabrechnung wird von falschem Verhalten enorm erhöht. Ein Sparduschkopf hilft Heißwasserenergie zu sparen, denn so kann man beim Shampoonieren oder Einseifen mit Duschgel das warme Wasser ausschalten, hat aber sofort nach dem Einschalten des Knopfes wieder die ideale Wassertemperatur.

Einhandregler als Mischbatterie?

Einhandregler am Handwaschbecken verleiten übrigens dazu, die Hände nach dem Gang zur Toilette eben schnell angenehm warm zu waschen. Wer sich für die Trennung in Heißwasser- und Kaltwasserhahn entscheidet, spart bares Geld, denn dann wird automatisch der Kaltwasserhahn fürs Händewaschen genutzt.

Und auch mit der Reduzierung der Heißwassertemperatur an der Therme lässt sich sparen, denn letztlich ist es egal, ob das Wasser mit 50 Grad oder 60 Grad aus dem Wasserhahn oder der Dusche strömt. Zu heiß ausströmendes Wasser wird ohnehin einfach nur mit dem Zumischen von Kaltwasser abgekühlt. Dafür braucht es mehr Wasser und die Heizung muss zudem das Wasser zunächst auf eine hohe Temperatur erhitzen, das dann doch wieder vor der Nutzung heruntergekühlt wird.


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