Samstag , 13 August 2022
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Pro & Kontra zu GmbH vs. LTD
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Pro & Kontra zu GmbH vs. LTD

Die deutsche GmbH stellt zwar eine der am meisten vorbereiteten Unternehmensformen in Deutschland dar, im Zuge des Zusammenwachsens der EU-Länder ist es jedoch schon seit mehr als einem Jahrzehnt möglich, Geschäfte in Deutschland mit einer ausländischen Gesellschaft abzuwickeln. Eine der ersten Optionen, nach denen viele deutsche Unternehmensgründer unter dieser Regelung im Ausland griffen, war die britische Limited Liability Company. Beide Unternehmensformen bieten dir Vor- und Nachteile und es kommt zusätzlich auf den Einzelfall und die individuellen Bedürfnisse des Gründers an, welche Rechtsform du für dich als die optimale Variante wählen solltest. Als Unternehmensgründer solltest du deshalb die Wahl der Rechtsform für dein neues Unternehmen gut überdenken und dich mit den Auswahlkriterien auseinandersetzen.

Limited oder GmbH gründen

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Besonders wichtige Vorschriften, die du bei der Gründung einer Gesellschaft in der Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und bzw. in der Rechtsform LTD. beachten und vergleichen solltest, betreffen die Gründungsprozeduren, das Stammkapital und die Haftung der Gesellschafter. In den übrigen Punkten sind die beiden Gesellschaftsformen in etwa vergleichbar oder sogar identisch. Der Gesellschaftsvertrag einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung erlangt erst dann volle Rechtskraft, wenn er von einem Notar bestätigt wurde. Es gilt deutsches Recht. Ferner schreibt das GmbH Gesetz zur Gründung einer deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung vor, dass die Gesellschafterhaftung mindestens 25.000 Euro beträgt, was dann der Mindestsumme für das Stammkapital einer GmbH entspricht. Eine weitere, wichtige Vorschrift besagt, dass der Gründer das Stammkapital zu mindestens 50 Prozent zum Zeitpunkt der Gründung in die Gesellschaft einzahlen muss. Deshalb musst du bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mindestens 12.500 Euro aufwenden, um die gesetzlichen Mindesterfordernisse zur Kapitalausstattung der Gesellschaft zu erfüllen. Zur Gründung einer britischen Limited liability Company reicht die einfache Schriftform und die Einschaltung eines Notars ist nicht erforderlich. Die Anmeldeformalitäten für deine neue britische Gesellschaft kannst du weitgehend elektronisch bei den notwendigen Registern vornehmen. Das Mindeststammkapital, das du bei Gründung einzahlen musst, beträgt ein Pfund. Dem entsprechend ist auch die Haftung der Gesellschafter auf diese Summe begrenzt.

Vorteile der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Der Vorteil der notariellen Gründung der deutschen GmbH liegt in der hohen Rechtssicherheit eines notariell geprüften und beglaubigten Dokumentes, das immerhin auch eine wichtige Eigentumsurkunde ist. Zum Beispiel können Erben anhand solcher Unterlagen besonders einfach nachweisen, welche Eigentumsverhältnisse bestehen.

Der Gesellschaftsvertrag wird nicht nur kurz geprüft und beglaubigt, sondern der Notar sorgt oft auch für die juristisch einwandfreie Formulierung des ganzen Vertrages im Sinne des Gründers. Üblicherweise übernimmt der Notar auch die Formalitäten für die Anmeldung der neuen Gesellschaft beim Handelsregister, was dir nicht nur Laufereien erspart, sondern auch zu einer rechtssicheren Anmeldung in den jeweiligen Registern führt.

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Nachteile der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die notarielle Anmeldung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Deutschland bringt oft Nachteile durch die üblicherweise dafür aufzuwendenden Bearbeitungszeiten. Bis Termine bei einem Notar gemacht sind und Alles abgewickelt ist, können oft mehrere Wochen vergehen. Ein zweiter Nachteil ergibt sich für dich als Gründer durch die relativ hohen Kosten, die für den Notar anfallen.

Einer der größten Nachteile, mit denen du als Gründer einer GmbH konfrontierst wirst, ist das Geld, das du für ihre Kapitalausstattung aufwenden musst. Die relativ hohe Eigenkapitalschwelle dieser Rechtsform bringt auch eine vergleichsweise hohe Haftung für die Gesellschafter mit sich. Wenn Du eine Einmann-GmbH gründest, übernimmst Du allein die volle Haftung in Höhe des Stammkapitals.

Bei einer deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung müssen viele Gesellschafterbeschlüsse erst durch einen Notar bestätigt und in unterschiedlicher Form an die zuständigen Stellen wie das Handelsregister weiter geleitet werden. Dies ist nicht nur mit personellem Aufwand verbunden, sondern erhöht auch die Verwaltungskosten.

Vorteile der britischen Limited Liability Company

Die Gründung einer britischen LTD. erfordert minimalen bürokratischen Aufwand. Wenn es sein muss, kannst du alle Gründungsformalitäten innerhalb von 24 Stunden erledigen.

Eine Gründung erfordert nur minimales Stammkapital, sodass du eine LTD. auch gründen kannst, wenn Dir sehr wenig Geld dafür zur Verfügung steht. Weil das Nominalkapital der britischen Gesellschaft praktisch frei gewählt werden kann, kannst du deine Haftung als Gesellschafter auf kleinste Beträge ab einem britischen Pfund beschränken.

Sind meldepflichtige Änderungen in der Geschäftsführung oder am Gesellschaftsvertrag an die zuständigen Stellen weiter zu geben, kann man das in Großbritannien fast immer durch sehr einfache Online Nachrichten oder auch durch einfachen Brief zum Beispiel an das britische Handelsregister erledigen, was vergleichsweise auch die Verwaltungskosten senkt.

Einen besonderen Vorteil bietet die britische LTD., wenn man eine Gesellschaft auf Vorrat gründen will. Da solche Gesellschaften zunächst keine Geschäftsaktivitäten entwickeln, kannst du eine LTD. dann als „dormant“, also ruhend melden und Gesellschaft mit vergleichsweise minimalem Aufwand erhalten. Abschlussprüfungen der Jahresergebnisse sind dann genau so wenig erforderlich wie eine umfangreiche Bilanz oder Steuererklärung.

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Nachteile der britischen Limited Liability Company

Eine britische LTD., die so gut wie ausschließlich in Deutschland tätig ist, muss die Vorschriften zweier unterschiedlicher Rechtssystemen beachten. Während im so genannten Innenverhältnis britisches Recht gilt, findet für die eigentliche Geschäftstätigkeit in Deutschland deutsches Recht Anwendung. Die gesetzlichen Vorschriften können sich in manchen Fällen widersprechen und verursachen dann besonderen juristischen Aufwand, um solche Konflikte aus der Welt zu schaffen.

Will die britische Gesellschaft in Deutschland tätig werden, muss sie in Deutschland mindestens als Betriebsstätte angemeldet werden. Mit einer weitgehend nur in Deutschland tätigen LTD. bist Du deshalb verpflichtet, die Buchführung bzw. Buchhaltungsabschlüsse sowohl nach britischen, als auch nach deutschen Erfordernissen vorzulegen. Je nach Art des Geschäftes kann der erhöhte Verwaltungsaufwand Kostennachteile bedeuten.

Hier Vor- und Nachteile von GmbH und LTD. kurz zusammengefasst

PRO GmbH

  • Hohe rechtliche Sicherheit
  • Registrierung nur einmal in Deutschland

KONTRA GmbH

  • hohe Mindestkapitalerfordernisse
  • hohe Mindesthaftung

PRO Limited

  • Schnelle Gründung
  • nur geringes Stammkapital erforderlich
  • niedrige Haftungsgrenzen
  • Einfache Verwaltung in Großbritannien
  • gute Option als Vorratsgesellschaft
  • einfache Anteilsvergabe an Investoren und stille Teilhaber

KONTRA LTD.

  • erhöhter Buchhaltungsaufwand
  • Verwaltung komplizierter durch Arbeiten in zwei Rechtssystemen
  • erhöhte Kosten für die laufende Verwaltung

Fazit

Sowohl die deutsche GmbH, als auch die britische LTD. haben Vor- und Nachteile. Es kommt deshalb auf den Einzelfall und deine individuellen Interessen an, für welche der beiden Gesellschaften du dich entscheidest.

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