Donnerstag , 1 Dezember 2022
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Social Trading: Mehr Erfolg an der Börse durch Schwarmintelligenz?

Social Trading: Mehr Erfolg an der Börse durch Schwarmintelligenz?

Wer sein Geld anlegen möchte, hat dafür diverse Optionen. Neben den klassischen und risikoarmen Sparbüchern und Tagesgeldkonten kann man an der Börse beispielsweise in Unternehmen investieren, was viele Banken anbieten. Unerfahrene Anleger sind dabei schnell überfordert. Ein relativ neuer Trend ist das Social Trading, aber was ist das überhaupt?

Was ist Social Trading?

Social Trading ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Art soziales Netzwerk wie Facebook oder Twitter, bei dem es um Börsengeschäfte geht. Der Unterschied zu Depots bei der Bank ist aber, dass man zusammen handelt, also nicht jeder für sich. Das ganze System ist dabei auf Transparenz ausgelegt, sodass Teilnehmer nicht nur sehen, was gemacht wird, sondern sich das Vorgehen auch kommentieren lassen können. Denn häufig werden Investitionen durch Randinformationen interessant, die man vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat, etwa wenn ein unter den Aktionären unbeliebter weil nicht erfolgreicher Chef seinen Platz räumt.

Folgen und nachmachen

Ähnlich wie in sozialen Netzwerken kann man anderen Anlegern folgen. So bekommt man mit, was sie gerade machen und wie schon erwähnt zuweilen auch warum sie das tun. Dies ist besonders dann interessant, wenn man auf einen alten Hasen trifft, der weiß, wie die Börse funktioniert und welche Aktionen im Moment sinnvoll erscheinen. Die Portale, auf denen das möglich ist, bieten des Weiteren die Möglichkeit, die Aktionen nachzubilden. In der Fachsprache heißt das dann „Copy Trading“ oder „Mirror Trading“ und geschieht auf Wunsch automatisch. Der Vorteil dabei ist, dass alle Beteiligten ihre Informationen austauschen und so eine höhere Rendite möglich ist. Dazu gibt es allerdings bislang noch keine stichhaltigen Untersuchungen, wohl aber Stichprobenversuche, in denen festgestellt wurde, dass Social Trading eine 10% höhere Rendite abwirft.

Social Trading oder Investmentfonds?

Man könnte sein Geld auch in Investmentfonds investieren, bei denen im Grunde genommen dasselbe passiert. Der Unterschied ist, dass bei Investmentfonds beispielsweise die Bank darüber entscheidet, worin investiert wird. Man selbst hat dabei keine Einflussmöglichkeit. Beim Social Trading ist dies dahingehend anders, dass man, wenn es sinnvoll erscheint, eingreifen könnte und so beispielsweise vorzeitig Aktien verkaufen kann.

Keine Regulation

Ein prinzipieller Nachteil beim Social Trading ist, dass es keine vorgeschriebene Regulation beim Handel gibt. So hält niemand den Anleger davon ab, sein Geld in unvernünftig risikobehaftete Anlagen zu stecken. Auch gibt es keine rechtlichen Vorschriften, wer in derartigen Netzwerken als Anleger das Alphatier sein darf, weil er beispielsweise eine entsprechende Ausbildung oder zumindest berufliche Erfahrung hat. Die meisten Plattformen haben daher eine Art Selbstkontrolle etabliert, um Neulinge zu schützen. Man kann dann etwa nur denjenigen Anlegern folgen, die schon lange (erfolgreich) auf der Plattform tätig sind. Auch eine Identitätsbestätigung wird von manchen eingeholt.

Diverse Anbieter

Für den deutschen Markt gibt es inzwischen eine Vielzahl von Plattformen, die Social Trading anbieten, die größten sind etwa ayondo, Zulutrade, Wikifolio und eToro. Obwohl alle grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip arbeiten, gibt es in bestimmten Details Unterschiede zwischen den einzelnen Plattformen. Dies bezieht sich meist auf die Mindesteinzahlungen oder Handelsgebühren, die häufig vom Gewinn abhängig sind. Auf brokervergleich.net/social-trading finden Sie dazu weitere Erklärungen und ein Vergleich der sechs größten Plattformen.

Bleiben Sie vernünftig!

Wenn Sie Geld anlegen wollen, sollten Sie dabei aber vernünftig bleiben, selbst wenn das Investieren, ob allein oder in der Gruppe, hohe Gewinne verspricht. Denn so schnell wie Sie hohe Gewinne erzielen, können Sie auch hohe Verluste einfahren. Sie sollten deshalb allenfalls Geld investieren, von dem Sie wissen, dass Sie es nicht in absehbarer Zeit benötigen werden, um geplante Anschaffungen zu tätigen oder gar Rechnungen zu bezahlen.

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