Donnerstag , 1 Dezember 2022
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Werte für die Ewigkeit (?): Geldanlage in Edelmetall
Quelle: Stevebidmead (CCO-Lizenz) pixabay.com

Werte für die Ewigkeit (?): Geldanlage in Edelmetall

Kaum eine Anlageform hat einen so unerschütterlichen Ruf als „krisenfest“ wie Gold. In der Tat ist dieser Ruf nicht unbegründet, wie die Vergangenheit immer wieder zeigte. Doch generell sind so manche Edelmetalle ein guter Weg, sein Geld sicher anzulegen.

Edelmetalle – Warum?

Wer sein Geld in Edelmetalle investiert, der möchte sichergehen, dass er auch im Falle von tiefen globalen wirtschaftlichen Zerwürfnissen eine sichere Anlage hat. Natürlich sind auch Gold, Silber, Platin und Co. Spekulationsobjekte, unterliegen den Gezeitenkräften des internationalen Handels und können somit  auch an Wert verlieren. Die Vergangenheit zeigte, dass diese Metalle im Vergleich zu anderen gehandelten Materialien tatsächlich stabil waren – wenn teilweise auch viele Jahre verstrichen, bis der Einkaufskurs wieder erreicht war. Allerdings sollte im Hinterkopf bleiben, dass etwa der Goldpreis zwischen 2013 und -14 um 30 Prozent einbrach. Wobei er sich in den zehn Jahren davor allerdings auch verdreifacht hatte. Die Medaille hat also auch Kehrseiten

Edelmetalle – Was?

In Sachen Geldanlage hat jedes Edelmetall seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. Grundsätzlich erzielen sie in physischer Form die Rendite nur über Preissteigerungen und nicht wie bei Wertpapieren über Zinsen oder Dividenden. Der Weltmarkt wird von vier der wichtigsten Edelmetalle dominiert. Zwar gibt es noch einige andere, etwa Kupfer, Quecksilber oder Bismut, jedoch haben diese aufgrund diverser Faktoren, etwa ihrer Häufigkeit, nicht die Bedeutung und den Wert wie Gold, Silber, Platin und Palladium.

Die größte Bedeutung hat Gold nach wie vor in der Schmuckproduktion. Quelle: TBIT (CCO-Lizenz)

Die größte Bedeutung hat Gold nach wie vor in der Schmuckproduktion. Quelle: TBIT (CCO-Lizenz)

Gold ist seit Urzeiten ein begehrtes Metall und hat neben der Schmuckherstellung, die zirka zwei Drittel der weltweiten Goldproduktion beansprucht, auch in der Industrie Bedeutung, etwa bei hochwertigen elektrischen Leiterplatten. Für Anleger interessant ist die Tatsache, dass Gewinne aus dem Verkauf von Gold steuerfrei sind, sofern zwischen An- und Verkauf mehr als zwölf Monate liegen. Doch auch wenn das optische Prestige von Gold am höchsten ist, schwankte der Goldpreis in vergangenen Jahren häufiger. Zudem ist es auch nicht das seltenste Edelmetall.

Silber ist ebenfalls seit Jahrhunderten begehrt und war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Konkurrent des Goldes in Sachen Währungsdeckung. Neben Schmuck liegen seine Anwendungsbereiche heut vor allem in der Medizin und Hygiene. Silber hat antibakterielle Eigenschaften, die es begehrt machen, zum Beispiel als Beschichtung für Endoprothesen. Zudem kommt Silber in der Industrie in Katalysatoren und der Löttechnik zum Einsatz. Als Wertanlage ist es vor allem insofern interessant, dass laut Untersuchungen die weltweiten Vorräte noch maximal 25 Jahre lang die Nachfrage befriedigen können. Wer hier auf einen steigenden Preis hofft, hat gute Chancen auf Gewinne. Grundsätzlich schwankt der Silberkurs stärker als der des Goldes.

Ohne Platin würde die Elektronik-Herstellung zusammenbrechen. Quelle: Blickpixel (CCO-Lizenz) pixabay.com

Ohne Platin würde die Elektronik-Herstellung zusammenbrechen. Quelle: Blickpixel (CCO-Lizenz) pixabay.com

Platin ist schlicht gesagt das wertvollste Metall der Welt. Und das, obwohl es wegen seiner Optik nur einen Bruchteil des Prestiges der beiden zuvor genannten Edelmetalle hat. Allerdings ist Platin extrem selten und zudem nur durch eine hochkomplexe und langwierige Veredelung herzustellen. Mit rund 200 Tonnen liegt die weltweite Produktion ganze zehnmal niedriger als die des Goldes und sogar hundertfach unter der Silberproduktion. Da es sich auch für mannigfaltige Anwendungen vom Katalysatorenbau über Heizwiderstände bis hin zu Turbinenschaufeln eignet, ist Platin äußerst begehrt – allerdings auch recht selten in physischer Form, etwa als Barren, zu bekommen.

Palladium markiert den letzten Punkt in der Liste der „Großen Vier“ Edelmetalle. Es kommt häufiger vor als Gold, wird aber hauptsächlich in Russland und Südafrika hergestellt, was sich vor allem im Zuge der Krise in der Ukraine noch als Flaschenhals herausstellen könnte. In vielen Anwendungsbereichen kann Palladium Platin ersetzen, da beide Metalle viele gleiche chemische Eigenschaften aufweisen. In der Schmuckherstellung ist es unabdingbarer Bestandteil von Weißgold und die Industrie benötigt es als Bestandteil von Diesel-Katalysatoren. Dort liegt allerdings auch ein Schwachpunkt von Palladium: Sein Wert ist dicht an die Produktion von Dieselmotoren geknüpft. Sinkt deren Nachfrage, fällt auch Palladium. Physisch ist es noch seltener als Platin zu bekommen.

Edelmetalle – Wie?

Aufgrund der Tatsache, dass Gold und Silber in physischer Form sich nur über den Preis rentieren, raten Experten dazu, nur wenige Prozent des Kapitals direkt in sie zu investieren. Andere Formen sind Investitionen in Firmen, die in der Edelmetall-Branche tätig sind sowie Zertifikate und ETFs (Exchange-traded-Fund = börsengehandelte Fonds).

Wer etwas Handfestes haben möchte, kann natürlich sein Geld in Barren investieren. Sie bestehen im Prinzip zu nahezu 100 Prozent aus dem jeweiligen Edelmetall. Interessanterweise schlagen die Börsen bei großen Barren im Vergleich zum Materialwert weniger auf, als bei kleinen. Das hat vor allem damit zu tun, dass ein einziger großer Barren leichter herzustellen ist, als mehrere kleine. Idealerweise halten sich auch Investoren an diese Regel und setzen auf die Maxime „Je größer desto besser“.

Eine weitere Form wäre es, in Münzen aus dem jeweiligen Material zu investieren. Bei seltenen Gelstücken hat dies sogar den Vorteil, dass sie ihren Wert auch abgesehen vom Materialwert steigern können. Typischerweise werden Anlagemünzen im Gewicht einer Feinunze (31,10 Gramm) herausgegeben. Deutsche Investoren müssen allerdings aufpassen: Bei Silber und Platinmünzen und -barren müssen sie 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen, was bei Gold nicht der Fall ist.

Edelmetalle – Sicherheit

Quelle: Das Wortgewand (CCO-Lizenz) pixabay.com

Quelle: Das Wortgewand (CCO-Lizenz) pixabay.com

Der Vorteil in dieser physischen Anlageform liegt freilich darin, etwas besitzen zu können, das nie gänzlich an Wert verlieren wird: Firmen können Pleite gehen, ganze Industriezweige wegbrechen. Ein Goldbarren wird jedoch immer einen gewissen Wert beibehalten.

Jedoch hat diese Sache auch einen Haken:  Egal für welches Edelmetall man sich entscheidet, es muss sicher gelagert werden. Dies kann entweder im heimischen Tresor, bei einer Bank oder darauf spezialisierten Unternehmen geschehen. Die beiden letztgenannten Varianten bieten die Vorteile, dass das eingelagerte Edelmetall versichert und sicherer gelagert ist, als in einem Tresor zuhause. Während Banken hierfür auf die hauseigenen Tresorräume zurückgreifen, gehen Spezialfirmen noch deutlich weiter. Das Goldkontor Hamburg nutzt eine Hochsicherheitstresoranlage zur Einlagerung. Jedoch fallen durch solche Dienste auch regelmäßige Kosten an, die bei kleinen Einlagerungsmengen die Gewinne stark schmälern können.

Edelmetalle – Fazit

Ja, Edelmetalle sind nach wie vor eine sichere Geldanlage. Vor allem in physischer Form und sofern die oben genannten Regeln beachtet werden. Allerdings sollten Interessenten sich vor Investitionen in Industrien, die mit der Produktion der Edelmetalle ihr Geld verdienen, genau informieren. Denn sie unterliegen wie jedes beliebige andere Unternehmen den diversen Faktoren des Marktes und können so auch zu großen Verlusten führen.

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