Dienstag , 6 Dezember 2022
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Zeckengefahr im Weihnachtsbaum

Zeckengefahr im Weihnachtsbaum

Im Winter erfrieren die Zecken? Stimmt nicht ganz. Versteckt im Weihnachtsbaum können sie auch bei Minusgraden im warmen Wohnzimmer zur Gefahr werden. Wie Sie sich davor schützen können und im Falle eines Stiches richtig handeln, lesen Sie hier.

Zecken sterben nicht im Winter

Teilweise herrscht der Irrglaube, die Monate November bis Februar würden zur zeckenfreien Zeit gehören, weil die Tiere bei den niedrigen Temperaturen erfrieren. In Wirklichkeit ist es jedoch so, dass sich Zecken in den frostigen Monaten einfach nur ein warmes Versteck suchen. Dazu kriechen sie vorzugsweise unter Laub oder nisten sich in einem Tierbau mit ein, bis die Temperaturen wieder in die Höhe klettern. Manchmal krabbeln Zecken aber auch in die unteren Äste der Tannenbäume. Dort verfallen sie in eine Art Starre, um eisigen Winden und Schneefall auszuharren.

Wird nun der Baum gefällt, auf dem sich eine Zecke niedergelassen hat, kann sie so auch im tiefsten Winter ins Haus gelangen. Dort wird sie richtig fit: Bei Temperaturen von über sieben Grad Celsius nehmen Zecken wieder ihre normalen Lebensgewohnheiten auf – inklusive Blutmahlzeiten.

Wie Sie sich und Ihre Familie vor Zecken im Weihnachtsbaum schützen können

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, können einige Vorsichtsmaßnahmen helfen:

  • Vorab können Sie Ihren Weihnachtsbaum an einem mindestens sieben Grad warmen Ort zwischenlagern, damit die Zecke dort aufwacht. Geeignet ist beispielsweise die Garage oder das Gartenhaus.
  • Schütteln Sie den Weihnachtsbaum kräftig, bevor Sie ihn ins Haus holen. So fallen die Zecken ab.
  • Tragen Sie helle Kleidung, während Sie den Baum schmücken – so lassen sich die Zecken besser erkennen. Suchen Sie im Anschluss Ihren Körper nach den kleinen schwarzen Tieren ab.

Vorsicht ist nicht nur beim Baumaufstellen geboten, sondern auch beim Holzholen: Wer ein Brennholzlager besitzt, sollte sich bewusst machen, dass die Blutsauger im Winter hier ebenfalls Unterschlupf suchen könnten. In diesem Fall macht es ebenso Sinn, sich anschießend nach Zecken abzusuchen. Am besten ist es, man holt sich immer nur so viel Holz ins Haus, wie man tatsächlich zum Schüren benötigt und lagert nicht größere Mengen im Wohnzimmer.

Wie Sie im Falle eines Bisses richtig reagieren

Falls die Zecke trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zugestochen hat, muss der Sauger zügig und vorsichtig entfernt werden. Früher tropfte so manch einer zuvor Öl oder Kleber auf das Tier, inzwischen weiß man jedoch, dass dies keine gute Idee ist. Die Zecke könnte sich in die Einstichstelle übergeben und somit erst recht Krankheitserreger übertragen.

Versuchen Sie stattdessen, die Zecke, sobald Sie sie entdecken, mit Hilfe einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte herauszuziehen. Achten Sie dabei darauf, das Tier nicht zu sehr zu quetschen, sonst kann es hier ebenso passieren, dass Viren und Bakterien über den Rüssel in Ihren Körper gelangen.

Packen Sie das Tier möglichst nah an der Haut, und ziehen Sie es ohne Unterbrechung heraus. Im Anschluss sollten Sie die Einstichstelle nach zurückgebliebenem Mundwerkzeug absuchen und desinfizieren.

Zeckenstich: Wann zum Arzt

Wenn sich die Zecke nicht richtig entfernen ließ, sollten Sie einen Allgemeinarzt aufsuchen, damit dieser die Reste entfernt.

Gleiches gilt im Falle einer sogenannten Wanderröte: Eine Röte rings um den Stich, die sich immer weiter ausdehnt, könnte ein mögliches Symptom für eine Lyme-Borreliose sein. Diese Krankheit wird hauptsächlich durch infizierte Zecken übertragen und kann im weiteren Verlauf zu Nervenschmerzen, Lähmungen und Entzündungen im Gehirn- und Rückenmarksbereich führen.

Eine weitere Erkrankung, die durch Zecken übertragen werden kann, ist die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Sie ist eine Form der Hirnhautentzündung, die in schweren Fällen möglicherweise zu dauerhaften Lähmungen oder sogar zum Tod führen kann. Anzeichen für eine FSME sind zu Beginn grippeartige Beschwerden, die nach rund 14 Tagen wieder abklingen. Anschließend kann es beispielsweise zu Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Entzündungen der Nerven mit Lähmungen, Nacken- und Rückenschmerzen kommen.

Generell gilt: Bei jeglicher Form von Unwohlsein nach einem Zeckenstich, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, damit er im Fall der Fälle zügig die jeweilige Therapie einleiten kann.

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