Sonntag , 16 Dezember 2018
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Auch Menschen können von Parasiten befallen sein

Auch Menschen können von Parasiten befallen sein

Parasitismus ist in der Natur allgegenwärtig. Er definiert sich darüber, dass ein Organismus in einer Beziehung profitiert, während er dem anderen Schaden zufügt. Anders ist es bei Kommensalismus, bei dem ein Organismus Vorteile hat, ohne dass ein Schaden resultiert, und der Symbiose, bei denen beide Partner ihren Nutzen aus der Beziehung erhalten.

Parasiten können Tiere, Pflanzen, Pilze und sogar Bakterien sein oder diese befallen. Auch Menschen bleiben nicht verschont – viele Lebewesen können ihre Körper nutzen, einige haben sich sogar auf sie spezialisiert. Die Übertragung kann sehr unterschiedlich sein: Von Mensch zu Mensch, von Tier zu Mensch, über Wasser, Luft, Erde oder Nahrungsmittel. So unappetitlich das klingt, die meisten Parasiten sind bestenfalls lästig, tatsächlich gefährlich sind in westeuropäischen Breiten nur wenige Arten. Einige Würmer werden aktuell sogar aufgrund ihrer positiven Nebenwirkungen auf die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen und Allergien hin überprüft. Im Rahmen dieses Artikels kann selbstverständlich nur eine kleine Auswahl häufiger Parasiten vorgestellt werden.

Exoparasiten

Exoparasiten sitzen immer oder in bestimmten Stadien auf dem Menschen auf.

Mücken und Bremsen

Die wahrscheinlich bekanntesten Parasiten sind die Stechmücken. Gut 50 verschiedene Arten kommen zurzeit in Deutschland vor, einige von ihnen sind Exoten, die von der Klimaerwärmung profitieren. Die Stiche der meisten Arten sind lediglich lästig, einige können jedoch auch Krankheiten übertragen. Daher sollte in Sommernächten auf ausreichenden Mückenschutz geachtet werden. Vielen ist bekannt das vor allem in den Tropischen Ländern sich Parasiten ganz schnell verbreiten und haben somit Angst in diese Länder zu verreisen. Jedoch gibt es sechs bestimmte Tipps durch die die Angst genommen werden kann. Bremsen zählen zu den Fliegen und treten vor allem in der Nähe von Großvieh wie Pferden und Kühen auf. Ihre Stiche sind schmerzhaft, eine Krankheitsübertragung ist selten, aber möglich.

Zecken

Zecken, auch „Holzbock“ genannt, lauern im Sommer gerne im Gebüsch, um sich abstreifen zu lassen und an den unangenehmsten Stellen festzusaugen. Als Überträger der Lyme-Borreliose sind sie nicht ungefährlich, die Gefahr lässt sich jedoch durch rasches und fachmännisches Ziehen der Tiere minimieren.

Läuse

Unbeliebt aber ungefährlich sind Kopf- und Filzläuse. Tatsächlich stellen Menschenläuse dabei die einzigen Arten dar, die ausschließlich Menschen befallen. Als Krankheitsüberträger kommen sie innerhalb von Europa kaum infrage, allerdings sollten sie trotzdem behandelt werden.

Flöhe

Flöhe betreffen Menschen häufig als Fehlwirte und stammen eigentlich von Haus- oder Wildtieren. Sie können Überträger einiger Krankheiten sein, hierzulande ist die Gefahr jedoch relativ gering. Ein Wechsel der Wäsche und gründliches Staubsaugen können der Plage zumeist Einhalt gebieten, da sich die Tiere nicht lange auf dem Körper aufhalten.

Bettwanzen

Bettwanzen kommen weltweit vor und treten auch in Deutschland gelegentlich auf. Hier übertragen sie zwar nur selten Krankheiten, durch ihre unauffällige und robuste Lebensweise sind sie jedoch schwer zu bekämpfen.

Endoparasiten

Endoparasiten leben in einem oder mehreren Stadien innerhalb des menschlichen Körpers und können dort Symptome von leichten Beschwerden bis zu tödlichen Konsequenzen hervorrufen.

Würmer

Würmer zählen zu den häufigsten Endoparasiten von Mensch und Tier. Dabei handelt es sich um sehr verschiedene Familien und Gattungen. Häufig sind Bandwürmer wie der Fuchsbandwurm, die durch Tierkot oder mit Tierkot verunreinigte Nahrungsmittel oder durch den Verzehr befallenen Fleisches übertragen werden können. Auch Hakenwürmer zählen zu den verbreiteten unerwünschten Gästen. Sie können durch die Haut übertragen werden, sowohl durch Barfußlaufen als auch durch Kontakt mit infizierten Tieren sowie deren Kot. Im nicht-europäischen Ausland, vor allem in Afrika, sind diese Infektionen deutlich häufiger. In jedem Fall aber gehört ihre Behandlung in die Hände von Experten.

Einzeller

Auch Einzeller stellen eine enorm große und vielfältige Gruppe unter den Parasiten dar. Die Beschwerden können ebenso breit gefächert sein und von unangenehmen Durchfällen bis hin zu jahrelangen, schweren Erkrankungen mit tödlichen Komplikationen reichen. Häufig werden die Parasiten über verunreinigte Nahrung oder verunreinigtes Wasser aufgenommen. Zu den häufigen Organismen zählt beispielsweise die Toxoplasmose. Die Anzahl Infizierter ist sehr hoch, allerdings verlaufen Infektionen zumeist symptomlos und führen zur Immunität. Problematisch wird es jedoch, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt und die Krankheit ausbricht. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann eine Fehlgeburt nach sich ziehen und sollte deshalb unbedingt ausgeschlossen werden. Ebenfalls sehr häufig sind Giardien, die besonders in warmen Gebieten mit verschmutztem Trinkwasser übertragen werden. Diese Infektionen sind sehr häufig und lästig, aber nur selten gefährlich.

Bedeutung im Alltag

Die Wahrscheinlichkeit eines Parasitenbefalls kann durch hygienischen Umgang mit Haustieren und Nutzvieh deutlich verringert werden. Nichts desto trotz solle man aber auch eine gute Hygiene viel wertlegen. Vor allem in der Küche sollte darauf geachtet werden das keine Ungeziefer in der Küche ihr Unheil treiben. Auf zu radikale Maßnahmen wie den übermäßigen Einsatz von Desinfektionsmitteln sollte jedoch verzichtet werden, da diese selbst zu Reizungen und Gesundheitsstörungen führen können. Besonders wichtig ist es, sich vor Reisen über am Zielort vorkommende Parasiten zu informieren und entsprechend zu schützen. Treten dennoch Symptome auf, ist es essenziell den behandelnden Arzt über das Reiseziel zu informieren.

Betroffenen, die den Eindruck haben unter Parasitenbefall zu leiden, ist in den seltensten Fällen angeraten die Behandlung selbst in die Hand zu nehmen. Eigenständige Behandlungen mit Mitteln aus der Apotheke sind nur bei leichtem Befall mit Exoparasiten wie Flöhen oder Läusen zu empfehlen. In allen anderen Fällen gehört ihre Therapie in die Hände eines fähigen Mediziners. Ganz besondere Vorsicht ist bei fragwürdigen und wissenschaftlich nicht belegten „alternativen“ Angeboten angezeigt. Maßnahmen wie spezielle Kuren oder Diäten, Ausleitungen oder Darmreinigungen sind im besten Fall teuer und wirkungslos, im schlechtesten Fall können daraus ernst zu nehmende gesundheitliche Schäden resultieren.


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