Montag , 5 Dezember 2022
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Firmengründung in Deutschland – was muss ich beachten?

Firmengründung in Deutschland – was muss ich beachten?

Sie haben eine innovative Business-Idee? Oder möchten in einer bewährten Branche ein neues Unternehmen gründen? Was auch immer der Hintergrund sein mag – in puncto Firmengründung gibt es in Deutschland einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengestellt. Dabei ging es uns nicht nur darum, die üblichen Formalitäten und finanzielle Rahmenbedingungen aufzuzeigen, sondern auch, viele weitere Anregungen mit auf den Weg zu geben – schließlich sollte vor jeder Gründung eine gewissenhafte Überprüfung sowie kritische Reflexion der eigenen Idee stehen.

Schritt 1: Die Idee kritisch überprüfen

Eine geniale Idee, ein innovatives Produkt oder eine Nische innerhalb einer bestehenden Branche finden: Die „Initialzündung“ für eine Existenzgründung kann Ihnen niemand abnehmen. Wer Inspiration sucht, der kann sich zum Beispiel gezielt auf Gründermessen, auf einschlägigen Blogs oder in Fachzeitschriften umschauen. Oftmals kommen die besten Ideen aber gerade dann, wenn man sie nicht aktiv sucht – zum Beispiel beim Gespräch mit den besten Freunden oder im Alltag, wenn ein ganz typisches Problem auftaucht, das sich durch eine neue Innovation lösen lassen würde.

Trotzdem genügt auch ein Geistesblitz allein noch nicht immer aus: Meist braucht es lange, sorgfältige Überlegungen und vor allem kritische Überprüfungen, bis aus der ersten Idee eine marktfähige Strategie wird. Der Austausch mit anderen Gründern und auch erfahrenen Profis ist deshalb erste Pflicht für Firmengründer – fast jede größere Stadt hat inzwischen ihre eigenen Gründerstammtische, in denen die eigene Idee vorgestellt und in netter Atmosphäre besprochen werden kann. Auch die Industrie- und Handelskammern sowie die Arbeitsagenturen vor Ort sind ein guter Ansprechpartner für Gründerinnen und Gründer. Und schließlich sollte man ruhig jeden im Bekannten- und Freundeskreis fragen, der sich auskennt oder der etwas zu sagen hat: Lob und Kritik sind gleichermaßen wichtig, um aus der fixen Idee eine Strategie mit langfristigem Potential zu entwickeln.

Schritt 2: Professionelle Beratung, Businessplan und Co.

Ob eine professionelle, kostenpflichtige Beratung bzw. ein Gründercoaching oder ein privater Existenzgründungskurs notwendig ist, kann jeder nur für sich entscheiden. Gerade Branchenfremde ohne betriebswirtschaftliches Know-How können von der Unterstützung durchaus profitieren.

Die Idee anschließend in einen „wasserfesten“ Businessplan zu bringen, ist eine der großen Herausforderungen für alle Gründerinnen und Grüner in spe. Dabei muss beides stimmen: Die eigene Idee sollte schlüssig und überzeugend schriftlich dargestellt werden, und auch die zugehörigen Zahlen zum Investitionsplan einschließlich Eigenmittel, privater und staatlicher Finanzierung sollten entsprechend fundiert sein. Wichtig: Ein realistischer Ausblick auf die erste Zeit nach der Firmengründung ist ebenfalls obligatorisch. Hier sollte man durchaus einige finanzielle Durststrecken einplanen und entsprechende Engpässe abfangen können.

Schritt 3: Die Finanzierung – gut vorbereitet zum Gespräch mit dem Bankberater

Wenn Schritt 1 und 2 nach bestem Wissen und Gewissen absolviert worden sind, dann – und erst dann! – folgt der dritte Schritt: Das Gespräch mit einem Bankberater. Nur mit Eigenmitteln lassen sich die wenigsten Firmengründungen finanzieren, und empfehlenswert wäre ein solches Vorhaben ebenfalls nur in wenigen Fällen. Schließlich gibt es inzwischen neben Privatkrediten auch eine ganze Reihe staatlicher Fördermöglichkeiten für Existenzgründer, die der eigenen Firma durchaus auf die Sprünge helfen können. Wichtig: Lassen Sie sich nicht zu schnell entmutigen. Eine fundierte Idee findet ihren Weg meist doch irgendwann– auch, wenn vielleicht nicht gleich die erste Bank ihre Zusage gibt.

Je besser die Vorbereitung, desto wahrscheinlicher wird das Gespräch zum gewünschten Erfolg führen. Ein ausgereiftes Konzept ist daher ebenso wichtig wie ein wasserfester Businessplan sowie ein Ausblick auf die Rentabilität. Auch über sich selbst sollten Sie ein paar Worte verlieren: Was können Sie selbst an Erfahrung und Expertise einbringen? Inwiefern wird Ihre Biografie zum Erfolg der Firma beitragen? Dasselbe gilt natürlich auch für Ihre Mitgründer. Dabei sollten Sie nicht den Fehler begehen, potentielle Engpässe oder mögliche Konkurrenten und Probleme zu verschweigen: Ganz im Gegenteil wirkt Ihr Vorhaben umso professioneller, je reflektierter und realistischer es vorgetragen wird! Ein erfahrener Investitionsberater lässt sich nicht von ein paar schöngemalten Zahlen blenden. Gleichzeitig sollten Sie aber auch nicht den umgekehrten Fehler begehen und mit Ihren Ideen hinterm Berg halten: Ein gesundes Selbstbewusstsein, das auf sorgfältiger Recherche und Prüfung fußt, wird auch Ihr Gegenüber überzeugen!

Wichtig: Wenn Sie aktiv nach staatlicher Förderung fragen möchten, dann bleiben Sie am Ball. Die Zinsen und weitere Rahmenbedingungen sind hier oft besonders günstig, trotzdem nennt nicht unbedingt jeder Berater von sich aus entsprechende Möglichkeiten. Fragen Sie gezielt nach und lassen Sie sich die einzelnen Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsoptionen detailliert erklären.

…und was es sonst noch zu beachten gilt

Vom Handwerksbetrieb über das Kleingewerbe bis zum Handelsunternehmen: So unterschiedlich die jeweiligen Firmen und Betriebe, so unterschiedlich auch die zugehörige Rechtsform. Wenn die Finanzierung steht, dann sollten Sie Ihre Firma fristgerecht anmelden. In der Regel ist hierfür zunächst eine Gewerbeanmeldung beim jeweiligen Gewerbeamt notwendig. Beschäftigte Mitarbeiter müssen beim zuständigen Arbeitsamt angemeldet werden. Anschließend folgt die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer sowie bei Kapitalgesellschaften eine Registrierung im Handelsregister und in der Berufsgenossenschaft.

Ein Tipp: Ist das Unternehmen startklar, möchte man die Ware oder Dienstleistung auch entsprechend an den Mann bringen. Hierfür ist es ratsam, die Werbetrommel zu rühren, damit potenzielle Kunden davon erfahren, was man anzubieten hat. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, aber Werbeartikel mit eigenem Logo sind immer wieder gerne gesehen und bleiben im Gedächtnis.

Wichtig: Je nach Rechtsform ist außerdem ein entsprechender Versicherungsschutz nötig bzw. sinnvoll, beispielsweise eine gewerbliche (!) Haftpflicht sowie eine Rechtsschutzversicherung. Wer nicht das nötige Know-How mitbringt, der sollte sich schon vorab Unterstützung suchen – siehe auch Punkt 1 und 2: Die Arbeitsagenturen beispielsweise bieten Beratung für Existenzgründer/-innen, ebenso die Industrie- und Handelskammern. Je nach aktuellem Status kann auch eine Existenzförderung durch die Arbeitsagentur bewilligt werden. Darüber hinaus gibt es heute zahlreiche Vereine und Initiativen, die zum Beispiel speziell Firmengründungen von Frauen und/oder von Gründer/-innen mit Migrationshintergund unterstützen. Eine weitere Möglichkeit: Spezialisierte Firmen bieten Gründerinnen und Gründern auf Wunsch Komplettpakete inklusive der Übernahme aller nötigen Formalitäten. Wie seriös diese jeweils sind, lässt sich jedoch nicht immer auf Anhieb erkennen. Bevor man hier Geld investiert, sollte man sich also gut informieren. Und: Papierkram fällt auch nach erfolgreicher Firmengründung zwangsläufig an – deshalb sollte man sich am besten vorher mit den wichtigsten Formalitäten und Abläufen vertraut machen.

Wenn Sie mehr über eine Firmengründung in Deutschland erfahren möchten, finden Sie weiterführende Informationen im Internet.

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