Samstag , 13 August 2022
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Migräne – mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne – mehr als nur Kopfschmerzen

Jeder von uns kennt Kopfschmerzen, zu wenig Schlaf, ungesundes Essen, zu wenig Flüssigkeit, zu viel Alkohol oder Zigaretten verursachen den lästigen Schmerz. Oftmals plagen sie uns schon beim Aufwachen, wer nicht gleich etwas dagegen tut, hat meist den ganzen Tag damit zu kämpfen. Andere wiederum verspüren kurzzeitige Kopfschmerzen, der sich stechend äußert und oftmals mit Bluthochdruck verbunden ist. Meist verschwinden diese Schmerzen bei Bewegung an der frischen Luft, Schlaf oder einfach so, wie sie gekommen sind.

Ganz anders verhält es sich mit Migräneattacken, welche sich meist verstärken, wenn du in Bewegung bist. Zusätzliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit sind nicht selten. In Deutschland sind nach Schätzungen etwa acht Millionen Menschen betroffen, auch Kinder leiden an Migräne. Bei vielen Menschen gehen diesen Kopfschmerzen oftmals Sehstörungen voraus. Migräne hat vielerlei Ursachen und Bedarf einer Behandlung durch Medikamente und Therapien. Das Ziel der Maßnahmen ist die Linderung der Symptome und die Verringerung der Attacken. Die Schmerzen können in allen Altersklassen auftreten, sowohl Frauen als auch Männer sind betroffen.

Kopfschmerzen bis zur Unerträglichkeit

Migräne äußert sich meist durch einen einseitigen Schmerz, die Betroffenen empfinden ihn als hämmernd, bohrend und pulsierend, bei starker Bewegung oder körperlicher Betätigung verstärkt er sich meist noch. Diese starken Kopfschmerzen können den Alltag der jeweiligen Person massiv beeinträchtigen. Die Dauer der Schmerzattacken liegt zwischen vier und zweiundsiebzig Stunden. Immer wieder kommt es in unterschiedlichen zeitlichen Abständen zu Migräneanfällen, die Intensität und Dauer kann dabei jeweils variieren.

Unterschieden wird zwischen Migräne mit und ohne Aura, Migräne mit Augenmuskellähmungen oder Augenmigräne, Migräne bei Kindern und retinaler Migräne, bei der die Netzhaut beteiligt ist. Die stärkste Form dieser Krankheit ist der „Status migränosus“, in der Medizin ein Anfall, der länger als zweiundsiebzig Stunden dauert. Diese Beschwerden sind äußerst und bedürfen unbedingt ärztlicher Behandlung.
Migräne bei Männern

Auch Männer können von MIgräne betroffen sein.

Botenstoffe als Ursache

Verantwortlich für die starken Schmerzen können verschiedene Faktoren sein, endgültig geklärt sind die Ursachen noch nicht. Botenstoffe und genetische Faktoren spielen sicherlich mit eine Rolle, oftmals leiden mehrere Familienmitglieder unter Migräneanfällen. Eine Theorie ist, dass bei Patienten das so genannte PAG (periaquäduktale Grau) ausfällt. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Nervenzellen im Hirnstamm, die für die Schmerzwahrnehmung wichtig sind. Fallen sie aus, wie es bei einer Migräneattacke der Fall ist, kann eine ungefilterte Weiterleitung der eigentlich unterdrückten Schmerzreize stattfinden.

Serotonin spielt bei der Entstehung der Migräne ebenfalls eine Schlüsselrolle. Dabei handelt es sich um einen Neurotransmitter, also körpereigenen Botenstoff, durch welchen Nervenzellen Signale übertragen. Ein Neurotransmitter kann sowohl aktivieren als auch hemmen, je nach Art. Seine Wirkung setzt sich dann auf die Organe fort, die von den jeweiligen Nervenzellen versorgt werden, wie Herz, Muskeln, Magen-Darm-Trakt oder Blutgefäße. Kommt der Serotonin-Stoffwechsel ins Ungleichgewicht, kann dies eine Störung der Nervenerregbarkeit zur Folge haben.

Migräne hat ihre Ursachen vermutlich darin, dass Nervenfasern in der Hirnrinde vermindert erregbar sind, weil vermehrt Botenstoffe freigesetzt werden. Eine bedeutende Rolle spielt dabei der Gesichtsnerv, der in enger Verbindung mit den Blutgefäßen und dem Hirngewebe steht. Stress, hormonelle Veränderungen oder andere Faktoren sorgen dafür, dass die Botenstoffe ausgeschüttet werden. Migräneschmerzen entstehen durch die Einwirkung von Serotonin auf die Blutgefäße, die Gefäßwände werden durchlässiger und es entstehen schmerzhafte Entzündungen. Der Botenstoff kommt auch im Magen-Darm-Trakt vor, möglicherweise ist dies die Ursache der Begleitsymptome bei Migräne, Erbrechen oder Übelkeit.

Weitere mögliche Verursacher von Migräne

So genannte Trigger-Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, diese „Auslöser“ können eine Migräneattacke auslösen. Solche Faktoren sind zum Beispiel Stress, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Nahrungsmittel. Trigger sind nicht zu verwechseln mit biologischen Ursachen. Wahrscheinlich ist, dass nicht einzelne Faktoren sondern vielmehr das Zusammenspiel unterschiedlicher Auslöser eine große Rolle bei Migräne spielt. Migräneanfälle treten meist nicht auf, wenn der Stress besonders groß ist, sondern in Erwartung von Stress oder in der Entspannungsphase. So genannte Wochenend-Migräne ist also die Folge einer anstrengenden Woche, wenn die Erholung folgt. Ein Wechsel im Wach-Schlaf-Rhythmus kann ebenfalls ein Auslöser sein, es begünstigt die Migräne, wenn er aus dem Takt geraten ist. Hormonelle Schwankungen, vor allem bei Frauen, sind typische Migräne-Auslöser. Die Betroffenen leiden während des Eisprungs oder der Periode unter heftigen Kopfschmerzattacken. Die Pille oder andere Hormonpräparate können ebenfalls Migräne auslösen. Erstaunlich ist, dass bei mehr als der Hälfte der Migräne-Patientinnen die Kopfschmerzen während der Schwangerschaft zurück gehen oder sogar ausbleiben. Manche Menschen können auf Nahrungsmittel wie Käse oder Schokolade empfindlich reagieren, ob diese tatsächlich Migräneanfälle auslösen können, ist noch unklar.

Behandlung von Migräne

Eine erfolgreiche Therapie ist meist nur über lange Zeit zu erreichen, vor allem, wenn die Migräne bereits über Jahre besteht. Eine Kombination aus nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen verspricht langfristig den besten Erfolg. Natürlich richtet sich die Behandlungsart nach dem Ausmaß der Attacken, vollständige Heilung ist so gut wie nicht möglich. Linderung der Symptome und Minderung der Anfälle ist das Ziel.

Bei einem Migräneanfall helfen meist kalte Kompressen und ein erholsamer Schlaf. Bei Lichtempfindlichkeit hilft der Rückzug in einen abgedunkelten Raum, welcher vor akustischen und optischen Reizen abschottet. Leidest du unter persönlichen Triggerfaktoren wie eine Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, so hilft nur ein Verzicht.

Migräne Behandlung ist eine Kombination aus Therapie der akuten Schmerzen und einer vorbeugenden Behandlung. Treten leichte bis mittelschwere Migräne-Kopfschmerzen auf, kannst du mit einer Selbstmedikation reagieren. Bereits bei den ersten Anzeichen eines Migräneanfalles helfen entsprechende Tabletten, um kurzfristig für Beruhigung zu sorgen.

Ein Tipp: Tramadol ist rezeptfrei erhältlich und verstärkt die Serotonin-Freisetzung.

Die Migräne in den Griff bekommen

Ein Migräne-Tagebuch hilft, das auftreten der Anfälle genau festzuhalten, oftmals lassen sich dadurch Rückschlüsse auf die Ursachen ziehen. Wichtig ist es auch, die Migräne gegen andere Typen von Kopfschmerzen und Erkrankungen abzugrenzen, da sie einer ganz anderen Behandlung bedarf. Bei vielen Patienten haben sich Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen bewährt, auf jeden Fall ist regelmäßige Bewegung ratsam. Der Abbau von Anspannung und Stress durch bestimmte Entspannungs-Methoden hat sich ebenfalls bewährt. Helfen weder klassische Medikament noch therapeutische Maßnahmen wie Entspannung, kalte Kompressen oder ein dunkler Ort, ist es ratsam, eine Migräne-Klinik aufzusuchen. Spezialisten können dir helfen, einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen und akuten Anfällen vorzubeugen. Jeder Migräne-Patient sollte die für sich beste Methode wählen, Ziel ist es, die Migräne auf die Dauer in den Griff zu bekommen, auch wenn sie in den meisten Fällen nicht ganz verschwindet. Wer rechtzeitig auf den Schmerz reagiert, wenn er sich ankündigt, und entsprechende Maßnahmen ergreift, kann langfristig gesehen die Heftigkeit und die Häufigkeit der Attacken lindern.

Kopfschmerz – Wenn Migräne das Leben unerträglich macht

Bilder:
Titelbild – Urheberrecht: Kurhan / 123RF Stockfoto
Migräne bei Männern – Urheberrecht: zegers06 / 123RF Stockfoto

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