Sonntag , 8 Dezember 2019
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Gaumen verbrannt – was hilft?
Foto: catharina zeropa-stangenberg / pixelio.de

Gaumen verbrannt – was hilft?

Der Gaumen ist verbrannt- das geht ziemlich schnell. Beisst man zu schnell in die heiße Pizza, unter deren Käseschicht die Tomaten noch sehr heiß sind oder trinkt man zu schnell vom noch nicht abgekühlten Kaffee, dann ist die Mundschleimhaut schnell verbrüht. Problematisch ist dabei, dass gerade Schleimhäute besonders empfindlich sind und dass die Schmerzen im Mund damit auch besonders intensiv ausfallen. Die erste Regel bei Verbrühungen aller Art lautet, dass man so schnell wie möglich handeln muss, denn die Hitze im Gewebe breitet sich nach der Verbrühung noch weiter aus – und führt damit zu einer größeren Wunde und entsprechend mehr Schmerzen.

Erste Hilfe: Kühlen!

Foto: catharina zeropa-stangenberg  / pixelio.de

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Die beste erste Hilfe, wenn der Gaumen verbrannt ist, ist eine schnelle Kühlung. Als sehr effektiv hat sich dabei eisgekühlte Buttermilch erwiesen. Auch ein kalter Naturjoghurt kann den ersten Schmerz lindern und auch die Brandbläschen reduzieren. Angenehm ist, dass sowohl die kalte Buttermilch als auch der Joghurt Wirkstoffe beinhalten, die die Entzündung reduzieren. Der Speichel ist alkalisch und durch Naturjoghurt oder Buttermilch wird er neutralisiert. Am besten nimmt man das Milchprodukt mit einem Teelöffel in den Mund und lässt es dann auf der Zunge liegend so lange einwirken, bis es schon selbst den Rachen herunterläuft. Gleichzeitig sorgen Buttermilch und Naturjoghurt dafür, dass die raue Zunge nicht am verbrannten Gewebe reibt, dienen also quasi als schmerzlinderndes Gleitmittel. Die Lebensmittel, die man zum ersten Kühlen des Gaumens verwendet, sollten übrigens zuckerfrei sein, damit sich nicht zusätzlich zur Verbrennung noch eine Infektion an der verbrühten Stelle bildet. Steht nichts anderes zur Verfügung, dann sind Eiswürfel, die man lutscht, auch eine gute Lösung. Hierbei sollte man aber sachte vorgehen und die Eiswürfel nicht direkt gegen die frisch verbrühte Stelle im Mund drücken, denn ansonsten wird das Gewebe unterkühlt – und das verursacht auch eine Art von Verbrennung! Sicherer ist es in diesem Fall, den Eiswürfel zum direkten Kühlen des Gaumens in ein Stückchen Haushaltstuch einzuwickeln, damit kein direkter Hautkontakt zum Eiswürfel entsteht.

Die weitere Behandlung

Wenn der erste Schmerz durch spontane Kühlung gestillt ist, kann man trotzdem noch viel tun, damit der Gaumen, der verbrannt ist, weniger schmerzt und die entstandene Wunde auch schneller wieder abheilt. Dazu eignet sich beispielsweise Honig, den man mit der Zunge auf die verbrühte Stelle drückt. Honig enthält heilende Enzyme, die Entzündungen reduzieren. So heilt das verbrühte Gewebe schneller wieder ab. Auch abgekühlter Salbeitee erfüllt den gleichen Zweck. Mit dem lässt sich sehr gut gurgeln und so etwas gegen die Verbrühung tun. Sehr gut ist es, wenn der Tee kühl oder sogar kühlschrankkalt ist, denn Kühlung hilft auch nach der direkten Verbrühung noch sehr gut gegen die Schmerzen. Eine Hilfe ist es auch, aus Salbeitee oder Kamillentee Eiswürfel herzustellen und diese zwischendurch immer wieder zu lutschen. Wer auf Naturheilmittel setzt, kann sich in der Apotheke auch Globuli besorgen und diese nach Anweisung des Apothekers anwenden. Die Wirkung tritt allerdings nicht sofort, sondern zeitverzögert nach etwa zwei bis drei Tagen ein. Cantharis C30 sind die passenden Globuli für Verbrühungen dieser Art. Hilfreich können auch Mundspülungen oder Mundsalben aus der Apotheke sein, die mit schmerzmildernden Mitteln angereichert sind. Aber hier heißt es aufzupassen, dass die Mittel keine scharfen Inhaltsstoffe haben und auch möglichst keinen Alkohol, der die Verbrühung noch mehr reizt!

Wichtig: Zwei bis drei Tage, nachdem der Gaumen verbrannt wurde, sollten die intensiven Beschwerden nachgelassen haben!

Normalerweise reduziert sich der Schmerz schnell, wenn der Gaumen verbrannt ist. Je nach Intensität bildet sich eine mehr oder weniger große Blase, die mit Gewebewasser gefüllt ist und das verbrühte Gewebe so schützt. Diese Blase sollte man – so unangenehm sie im recht empfindlichen Mund auch wirkt – nicht aufstechen, denn das bedeutet zum einen wieder verstärkte Schmerzen, zum anderen auch eine erhöhte Infektionsgefahr für die verbrühte Schleimhaut. Wichtig ist es auch, dass man scharf gewürzte und auch scharfkantige Lebensmittel wie Knäckebrot oder Chips meidet, denn ansonsten bilden sich im ohnehin gerade sehr empfindlichen Gewebe weitere kleine schmerzende Verletzungen. Ist nach drei, maximal vier Tagen keine deutliche Besserung zu verzeichnen, sollte man den Arzt aufsuchen!


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