Montag , 8 August 2022
ANZEIGE: Startseite » Auto & Motorrad » Geblitzt – und was nun?
Geblitzt – und was nun?
Urheberrecht: imageegami / 123RF Stockfoto

Geblitzt – und was nun?

Einmal nicht auf die Geschwindigkeit geachtet und dann in die Radarfalle geraten? Geblitzt zu werden kann schnell zu einem teuren Vergnügen werden und im schlimmsten Falle sogar den Führerschein kosten.

Dennoch gehört die Tempoüberschreitung beim Autofahren zur Gruppe der häufigsten Ordnungswidrigkeiten in Deutschland. Bei kleineren Geschwindigkeitsverstößen von bis zu 20 km/h wird zunächst nur ein Bußgeld fällig. Bei Temposünden von über 20 km/h gibt es zusätzlich die sogenannten Punkte in Flensburg. Spätestens bei 18 Punkten im Zentralregister darfst du dich erst einmal von deinem Führerschein verabschieden. Das kann sowohl im Beruf als auch privat sehr viele Unannehmlichkeiten bereiten. Um diese zu umgehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die hier kurz und knapp zusammengefasst wurden.
[su_quote]Solltest du in die Radarfalle geraten sein, erhältst du, beziehungsweise immer der Fahrzeughalter, zunächst einen Anhörungsbogen per Post nach Hause. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass du direkt von der Polizei angehalten und direkt vor Ort angehört wirst, damit wird der Anhörungsbogen überflüssig und es folgt der direkte Bußgeldbescheid nach Hause. [/su_quote]

Wie verhält man sich nun aber am besten?

Polizeikontrolle

Urheberrecht: kzenon / 123RF Stockfoto

[su_box title=“1. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ style=“glass“ box_color=“#1a65df“ radius=“1″] Es gibt das Schweigerecht. Das bedeutet, dass keine Angaben zum genauen Hergang gemacht werden müssen. Und zwar unabhängig davon, ob du direkt von der Polizei angehalten wurdest oder einen Anhörungsbogen zum Ausfüllen erhältst. Also statt einer Falschaussage besser keine Angaben darüber machen, wer das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung gefahren ist. Insbesondere bei der Entscheidung gegen das Bußgeldverfahren Widerspruch einlegen, kann das sehr von Vorteil sein. Allerdings müssen alle Fragen zu den Personalien natürlich wahrheitsgetreu beantwortet werden.[/su_box] [su_box title=“2. Erst einmal Ruhe bewahren und abwarten“ style=“glass“ box_color=“#1a65df“ radius=“1″] Du wurdest geblitzt und hast schon die schlimmsten Szenarien im Kopf? Bloß keine Panik. Erst einmal heißt es zurücklegen und abwarten, ob Post kommt. Sollte kein schriftlicher Bescheid oder jegliche schriftliche Befragung zum Tathergang, den sogenannten Anhörungsbogen, innerhalb der nächsten drei Monate nach Tatgeschehen im Briefkasten landen, hat sich der Fall von alleine erledigt. Laut §26 der Straßenverkehrsordnung besteht in diesem Fall eine Verjährung des Verfahrens zugunsten des Temposünders. Deshalb ist es besser erst einmal abzuwarten und auf keinen Fall bei der Bußgeldstelle nachzuhaken. Denn jegliche Interaktion mit der Behörde verlängert die Frist um weitere drei Monate. Nach Erhalt des Anhörungsbogens verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Wurdest du direkt von der Polizei angehalten und verhört, gibt es keine weiteren Anhörungsbogen und somit bleibt die Frist auf drei Monate beschränkt. Das ist insofern vorteilhaft, weil die Bußgeldstelle oft nicht weiß, ob die Polizei schon die Anhörung durchgeführt hat und für die Regelung der Angelegenheit gut länger als drei Monate braucht.[/su_box]
Blitzer

Urheberrecht:ginasanders / 123RF Stockfoto

[su_box title=“3. Einspruch einlegen – gewusst wie“ style=“glass“ box_color=“#1a65df“ radius=“1″] Solltest du einen Bußgeldbescheid erhalten haben, brauchst du nicht sofort zahlen, sondern hast die Möglichkeit gegen den Bescheid Einspruch einzulegen. Der Einspruch muss jedoch innerhalb von 14 Tagen nach Zugang des Bescheids geschehen. Dafür musst du lediglich ein kurzes Schreiben verfassen, in dem deinen Einspruch offiziell mitteilst. Den genauen Grund dafür musst du zunächst noch nicht nennen.[/su_box] [su_box title=“4. Welche Gründe gibt es für einen Einspruch?“ style=“glass“ box_color=“#1a65df“ radius=“1″] Ein Grund könnte sein, dass du nicht eindeutig identifizierbar auf dem Foto bist. Sollte dein Gesicht verdeckt sein, zum Beispiel durch eine Sonnenbrille, Hand, Sonnenblende oder ähnliches, beziehungsweise das Foto unscharf sein, kann das ein triftiger Grund sein, dass das Bußgeld nicht gezahlt werden muss. Zur Identifizierung dürfen die Beamten auch auf soziale Netzwerke zu greifen oder dich zu Hause besuchen. Also immer genau das Foto prüfen. Wenn du auf dem Foto zweifelsfrei erkennbar bist, gibt es noch eine weitere Chance besteht durch eine fehlerhafte Tempo-Messung. Wenn beispielsweise eine Eichbescheinigung für das Messgerät oder den Blitzer fehlt. Auch bei den neueren Technologien für die Messung schleichen sich häufig Fehler ein und es ist nicht nachweisbar, dass die gemessene Geschwindigkeit korrekt war. So stehen die Chancen gut, dass die Messung vor Gericht nicht verwendbar ist und du frei gesprochen wirst, beziehungsweise das Verfahren eingestellt wird.[/su_box] [su_box title=“5. Einen anderen Fahrer angeben – rechtliche Grauzone“ style=“glass“ box_color=“#1a65df“ radius=“1″]Besonders wer sich keine weiteren Punkte in Flensburg erlauben kannst, nutzt gerne die Möglichkeit eine andere Person als Fahrer anzugeben. Hier befindest du dich in einer juristischen Grauzone. Entweder gibst du einen unmittelbaren Bekannten, der sich freiwillig bereit erklärt, als Fahrer an oder findest jemanden über das Internet. Der Kauf eines Alibi-Fahrers ist jedoch illegal. Mit einer solchen Falschaussage macht sich nicht nur der Temposünder selbst strafbar, sondern auch der angegebene Ersatzfahrer.[/su_box]

Diese Tipps und Tricks bieten zwar eine Reihe an Möglichkeiten, sind aber dennoch keine Garantie dafür, dass man ungeschoren davon kommt. Und zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass es die Tempolimits nicht ohne Sinn gibt. Deshalb am besten immer genügend Zeit für den Weg einplanen und nicht aus der Ruhe bringen lassen, dann erspart man sich die ganze Prozedur gleich von Anfang an.
Titelbild: Urheberrecht: imageegami / 123RF Stockfoto

Über Linda