Samstag , 14 Dezember 2019
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Gesund, lecker und vielseitig: Gemüse aus eigenem Anbau

Gesund, lecker und vielseitig: Gemüse aus eigenem Anbau

Die Begriffe „Clean Eating“, „Grüne Smoothies“ und „Superfood“ sind sprichwörtlich in aller Munde. Der Trend zum bewussten Leben, unterstützt von moderater Bewegung und Entspannung, ist ungebrochen. „Wie kann ich mein Immunsystem stärken?“ fragen sich viele Verbraucher und kombinieren verschiedene Komponenten miteinander. Sie konsumieren Schüßler Salze mit bestimmen Tees, fügen ihren Mahlzeiten gesunde Zutaten wie die Ginseng Wurzel bei, setzen auf Wermut, Sonnenhut und Pfefferminze.

Nachhaltigkeit spielt beim Thema Gesundheit und Wohlbefinden eine immer größere Rolle. Wer den Gesundheitstrend für sich entdeckt hat und dabei möglichst nachhaltig agieren möchte, der hat bestimmt schon einmal darüber nachgedacht, Gemüse selber anzubauen. Gute Gründe gibt es reichlich:

  • Selbst angebautes Gemüse ist nahrhaft und gesund.
  • Der Anbau gelingt selbst auf kleinster Fläche und auf (fast) jedem Standort.
  • Die CO2-Belastung ist nahezu gleich Null.
  • Der Verbraucher bestimmt, ob gedüngt oder gegen Schädlinge gespritzt wird oder nicht.
  • Die Kosten für das selbst produzierte Gemüse liegen deutlich unter den Supermarktpreisen.
  • Gärtnern entspannt, lässt Stress vergessen und macht Spaß.
Frisch geerntet direkt auf den Tisch – so lässt es sich gesund leben

Frisch geerntet direkt auf den Tisch – so lässt es sich gesund leben

 

Nahrhaft und gesund: selbst angebautes Gemüse

Im Vergleich zum Gemüse aus dem Supermarkt ist selbst angebautes Gemüse erheblich nahrhafter und gesünder. Industriell verarbeitete und abgepackte Salate sind nicht selten mit viel Wasser und Dünger in kürzester Zeit hochgezüchtet, enthalten Rückstände von Pestiziden und einen Bruchteil der Vitamine, die sie von Natur aus eigentlich haben könnten. Gemüse und Obst wird vor dem Reifezeitpunkt geerntet und vorzeitig auf den Versandweg gebracht. Im Laden liegen zum Teil unreife Früchte oder unausgereiftes oder aber schon vergammeltes Gemüse.

Ganz anders der Anbau zuhause. Da der Verbraucher selbst für die Bodenverhältnisse sorgt und bestimmt, wie viel und welches Wasser gegossen wird und außerdem für die Pflege – in den meisten Fällen von Hand – Sorge trägt, erntet er höchst nahrhafte, unbelastete und vor allem schmackhafte Pflanzen und Früchte. Wer einmal eine mit viel Liebe und Zeit gezogene Tomate sonnenreif geerntet und gegessen hat, weiß, wie intensiv sie schmeckt und dass sie einen starken Eigengeruch entwickelt. Dieses Geruchserlebnis steht ganz im Gegensatz zu den abgepackten Tomaten im Supermarkt, die nach nichts oder nach etwas Undefinierbarem duften. Ein solches Erlebnis kann der Auslöser sein, sich vom Supermarkt-Gemüse abzuwenden und selber zur Tat zu schreiten.

Wenig Fläche, reiche Ernte

Selbst auf dem kleinsten Balkon ist Platz für ein bisschen Gemüse. Ideal sind sonnige Balkone. Durchschnittlich 6 Stunden Sonne pro Tag reichen aus. Wer ganz viel Sonne hat, kann ohne Probleme diese Gemüsesorten anbauen.

  • Tomaten
  • Chillischoten
  • Auberginen
  • Gurken
  • Salat

Abgesehen davon bevorzugen die allermeisten Kräuter ebenfalls die Sonne. Sie sind allerdings auch gut in Hängetöpfen untergebracht. So bleibt mehr Platz im Gemüsebeet.

Liegt der Balkon im Schatten, ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Empfehlenswerte Pflanzen für den schattigen Standort sind:

  • Rucola
  • Endiviensalat
  • Spinat
  • Senf
  • Rosenkohl

Halbschattige Standorte sind für diese Gemüsesorten geeignet:

  • Bohnen
  • Rote Beete
  • Kohl
  • Möhren
  • Speisezwiebeln
  • Radieschen
  • Salate

Neben dem Standort entscheidet der Platz darüber, welches Gemüse zum Einsatz kommt. Nicht jeder verfügt über einen großzügigen Gemüsegarten in sonniger Lage. Auf engen Balkonen oder Terrassen zum Beispiel sind Hochbeete eine mögliche Wahl. Sie lassen sich individuell für jede Situation passend herstellen. Eine verständliche Anleitung zum Selbstbauen inklusive Materialangaben ist hier zu finden. Wer sich an dieser Anleitung orientiert, kann anhand der bebilderten Darstellung leicht das passende Hochbeet für die heimische Situation bauen. Ein unschlagbarer Vorteil von Hochbeeten liegt außerdem darin, dass sie rückenschonend sind. Wenn sie einmal stehen, wird Pflege und Ernte ganz einfach, denn bücken ist damit passe.

Ein Hochbeet braucht nicht viel Platz und lässt sich in jeder beliebigen Größe herstellen.

Ein Hochbeet braucht nicht viel Platz und lässt sich in jeder beliebigen Größe herstellen.

Selbstanbau von Gemüse ist umweltfreundlich und verursacht kaum CO2-Belastung

Selbst angebautes Gemüse verursacht so gut wie keine CO2-Belastung. Natürlich muss man die gesamte Produktionskette betrachten. Die Saat wird in der Regel industriell verpackt und in die Supermärkte oder Baumärkte transportiert. Verbraucher, die ihr Saatgut nicht vom Nachbarn nebenan haben, tragen an dieser Stelle zur CO2-Belastung bei. Die Bewässerung, gegebenenfalls die Düngung und auch der Verbrauch von Komposterde und anderen Bodensorten aus dem Baumarkt sowie die Anschaffung der nötigen Utensilien zur Pflege und Ernte von Gemüse zu Hause kommen von Firmen, die bei der Herstellung mit Sicherheit zum CO2-Ausstoß beigetragen haben. Allerdings halten sich darüber hinaus die CO2-Werte in so geringen Grenzen, dass sie nicht erwähnenswert sind. Wer selbst Gemüse anbaut, handelt nachhaltig und umweltbewusst.

Dünger und Schädlingsbekämpfung? Verbraucher haben es in der Hand

Falls Gemüse von Schnecken, weißer Fliege oder Läusen befallen wird, liegt es in der Hand des Verbrauchers, welche Maßnahmen er ergreift. Schnecken lassen sich per Hand absammeln, weiße Fliege und Läuse mit Nützlingen bekämpfen. Es gibt eine Vielzahl von nützlichen Alternativen zu Schädlingsbekämpfungsmitteln. Und auch die Düngung muss nicht chemisch erfolgen. Stallmist ist allererste Wahl, genauso Guano oder Hornspäne. Wer will, kann das eigene Gemüse komplett ohne chemische Zusatzstoffe aufziehen und dann auch ohne Bedenken genießen.

Selbst angebautes Gemüse ist preiswert

Ein Päckchen Saatgut kostet oft weniger als 1 €. So manches lässt sich sogar aus eigenem Anbau gewinnen und im nächsten Jahr weiter anbauen. Neben der Saat müssen Verbraucher noch Kosten fürs Bewässern mitrechnen. Eine Sparmöglichkeit liegt darin, Regenwasser aufzufangen und zum Gießen zu verwenden. Unterm Strich kostet zum Beispiel ein Kopfsalat nur ein paar Cent aus der eigenen Produktion. Im Supermarkt zahlt man ein Vielfaches davon.

Gärtnern entschleunigt den Alltag und macht glücklich

Wer sein Gemüsebeet pflegt, täglich nach dem Rechten sieht, Unkraut jäten, ein paar Schädlinge absammelt, Nützlinge einsetzt und immer wieder beobachtet, wie es grünt und blüht, der lebt glücklicher. Das zeigt unter anderem auch der Bericht „Gartentherapie – ein grünes Rezept“ in der Pharmazeutischen Zeitung, Ausgabe 13/2014. Die therapeutische Wirkung von Gartenarbeit ist unumstritten, viele Studien aus allen Teilen der Welt belegen das. Es gibt bei uns in Deutschland die Internationale Gesellschaft für Gartentherapie (IGGT), die sich ausschließlich mit diesem Thema befasst und viele wissenswerte Details liefert.

Quellen:

Bild 1: pixabay © jill111 (CC0 Public Domain)

Bild 2: pixabay © Counselling (CC0 Public Domain)


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