Dienstag , 16 August 2022
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Das richtige und optimale Pferdefutter

Das richtige und optimale Pferdefutter

Ein nachhaltiger Lebensstil ist für Pferde genauso wichtig, wie für uns Menschen. Ausreichend Bewegung und Ruhe gehören ebenso dazu, wie eine richtige Ernährung. Pferde sind jedoch in Bezug auf ihre Verdauung viel sensibler. Zudem liegt ihre Gesundheit in den Händen verantwortungsvoller Pferdehalter.

Die Natur hat diese Lebewesen mit einem ziemlich kleinen Magen ausgestattet. Dies hat zur Folge, dass Pferde in ihrer natürlichen Umgebung bis zu 12 Stunden pro Tag kleine Mengen Futter zu sich nehmen. Grundsätzlich ernähren sie sich rein pflanzlich.

Dabei wird in der ganzheitlichen Pferdehaltung zwischen Kraftfutter und rohfaserreichem Futter unterschieden. Letzteres wird unterteilt in Feuchtfutter (Silage, Weidefutter, Rüben) und Trockenfutter (Heu, Stroh). Beide Arten zählen zur wichtigsten Basis einer ganzheitlichen Ernährung für Pferde.

Kraftfutter hingegen nimmt einen kleineren Platz im Speiseplan ein. Zurecht werden sie deshalb auch konzentrierte Futtermittel oder Krippenfutter genannt. Getreidekörner oder verschiedene Arten an Mischfutter zählen zu diesen. Mit Hilfe ein paar goldener Regeln gelingt es jedem Pferdebesitzer, sein Pferd auf Grundlage einer ausgewogenen Mischung gesund zu ernähren.

Ratgeber zu Pferdefutter

Beachte ein paar einfache Regeln bei der Pferdefütterung!

Auf die richtige Menge kommt es

Prinzipiell ist die Menge, als auch die Art des richtigen Futters von Geschlecht und Alter des Pferdes abhängig. Die Nutzung spielt eine ebenso wichtige Rolle. Gesunde Pferde benötigen pro 100 kg Eigengewicht täglich 1 kg Gras oder Grassilage als Grundfutter. Im Gegensatz dazu dürfen es 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht sein. Bei Stroh gilt als Richtwert 0,8 kg pro 100 kg. Ansonsten besteht die Gefahr von drohenden Koliken auf Grund von Verstopfung.

Pferde, die in der Landwirtschaft oder bei Tunieren unterstützen haben einen deutlich hören Tagesbedarf an Grundfutter. Über den Tag verteilt sollten mindestens drei Rationen dieses Futters auf dem Speiseplan stehen. Je nach Einsatz und Bedarf bekommen Pferde zusätzlich Kraftfutter gereicht. Gerade Spring- und Renntiere benötigen einen großen Energieschub für ihre Leistung. Als Richtwert werden täglich mehr als drei Mahlzeiten angesetzt. Beispielsweise sind pro 100 kg Körpergewicht 0,5 kg Getreidekörner zu kalkulieren. Bei grob geschrottene Körnern, beispielsweise Roggen- der Mais, sind 0,3 kg pro 100 kg empfehlenswert.

[su_box title=“4 goldene Kraftfutter Faustregeln auf einen Blick:“ box_color=“#98C0D9″ title_color=“#090000″ radius=“5″]

✔ Kraftfutter auf mindestens zwei Tagesmahlzeiten aufteilen.
✔ Konstanter Abstand der Fütterungen von 6-8 Stunden
✔ circa 10-15 Minuten vorher Heumahlzeit (Vorbereitung des Pferdemagens, langsameres Fressen von Kraftfutter)
✔ Mindestens 60 Minuten Verdauungszeit vor dem Reiten[/su_box]

Täglich mehrere Mahlzeiten

Nun gilt es nur noch, den richtigen Tageszeitpunkt zur Fütterung zu finden, denn im Gegensatz zum Menschen ist für diese Tiere nicht nur das Frühstück, sondern vielmehr jede Mahlzeit enorm wichtig. Auf Grund des kleinen Magens sollte der Pfleger gut überlegen, wieviel Zeit investiert werden kann, damit das Pferd sich besonders gesund ernähren kann.

Als Faustregel seien täglich mindestens 3-4 Mahlzeiten angesetzt, wenn die Tiere nicht auf der Weide stehen. Eine dänische Studie belegte, dass Magengeschwüre gehäuft bei Pferden auftreten, die große Zeiträume ohne Futter von 6 bis 8 Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten hatten. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, Kraftfutterautomaten direkt in der Box anzubringen. In vorher eingestellten Zeitabständen übernehmen sie die Futtergabe. Allerdings erweisen sich diese als überaus teure Anschaffungen.

Wenn sie draußen freien Zugang zu Gras & Co. haben, fressen Pferde nach ihrem eigenen Rhythmus.
Aber auch der muss erst einmal kennengelernt werden. Aus diesem Grund gilt es beispielsweise beim Anweiden, genau auf den individuellen Rhythmus des Pferdes zu achten. Stück für Stück muss sich sein Körper auf das frische Gras umstellen, sonst drohen Koliken oder Durchfall. Es ist empfehlenswert in kleinen Etappen von etwa 10 Minuten täglich zu starten. Langsam können die Aufenthalte im Freien entsprechend länger werden.

Heu für Pferde

Heu ist der Treibstoff Nummer eins für gesunde Pferde!

Heu richtig füttern

Ab und zu kursiert das Vorurteil, Heu mache Pferde dick und träge. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen jedoch genau das Gegenteil. Heu ist der Treibstoff Nummer eins für aktive und gesunde Pferde. Allerdings kommt es bei diesem Grundfutter auf die richtige Gabe an. Bis dato werden in der Praxis maximal drei Mahlzeiten verabreicht. Auf Grund der Tatsache, dass Heu einen positiven Einfluss auf die Darmflora hat, ist von einer strengen Rationierung abzuraten. Ernährungsexperten empfehlen, mit Unterstützung von Heunetzen die tägliche Ration direkt im Stall zur freien Verfügung zu lassen. Auf diese Weise versorgt sich das Pferd auf natürliche Art mit genügend Rohfasern.

Vorteile von freiverfügbarem Heu

  1. Prävention von Magengeschwüren oder Verdauungsstörungen (Koliken)
  2. psychische Gesundheit (Fressen ist auch eine psychische Beschäftigung.)
  3. Vorbeugung gegen abnormales Verhalten (tigern in Box auf und ab, Luft schnappen, etc.)

Es scheint nicht zu verblüffen, dass beispielsweise Heu in diesem Sinne als natürliche Medizin auch gegen Magengeschwüre eingesetzt wird.

Mineralstoffe, Vitamine & Co.

Neben dem Grundfutter haben natürlich verschiedene Mineralstoffe und Vitamine ein besondere Bedeutung. Für eine nachhaltige Pferdegesundheit werden diese dem Grundfutter direkt mit untergemischt. Auf diese Weise kann Mangelerscheinungen vorgebeugt werden. Beispielsweise sind Vitamin D und Beta-Carotin wichtige Begleiter für eine gesunde Entwicklung.
Vor allem in den Wintermonaten haben nicht nur Menschen, vielmehr auch Pferde einen erhöhten Bedarf an Vitamin D. Durch die geringe Sonneneinstrahlung wird dieser Stoff vom Körper nur geringfügig produziert. Eine Nahrungsergänzung ist empfehlenswert, damit Skeletterkrankungen (Rachitis, Gelenkverformungen) oder Wachsstumsstörungen effektiv vorgebeugt wird.
Beta-Carotin ist eine Vitaminvorstufe. Es wird vom Körper in Vitamin A umgewandelt. In großen Mengen ist es in Gras oder Grassilage enthalten. Es ist schlussendlich für die Leistungsfähigkeit des Pferdes verantwortlich. Dazu zählt ebenso die Fruchtbarkeit von Stute und Hengst. Darüber hinaus schützt es vor Infektionen und unterstützt den Sehsinn des Pferdes in der Dunkelheit. Besonders bei jungen Pferden sorgt es für ein ausgeglichenes Wachstum.

Darüber hinaus sind spezielle Inhaltststoffe, welche den Verdauungstrakt von Pferden nachhaltig unterstützen, empfehlenswert. Kristallkraft Perdefutter ist eine natürliche Nahrungsergänzung für Pferde. Mit diesem fahren stolze Pferdebesitzer auf Nummer sicher. Nicht nur zu Entschlackung, bei unangenehmen Sommerekzem oder Fellwechsel hat sich dieses Kraftfutter als Wundermittel bewiesen. Vielmehr schätzen Pferdehalter dieses natürliche Futter auch zum präventiven Einsatz.

Weitere glänzende Vorteile richtiger Ernährung

  • Vorbeugung von Zahnstein und Zahnspitzen
  • Vermeidung von Verdauungsstörungen (Blähungen oder Durchfall)
  • keine Magenüberladung (sinkendes Risiko für Magengeschwüre)

Wenn Futter krank macht

Das Thema Übergewicht und Mangelerscheinungen ist auch bei Pferden immer wieder heikel. So ist eine falsche Fütterung oder gar eine Überfütterung die Hauptursachen für das Unwohlsein dieser Tiere. Gezielte Informationen können den Blick kompetenter Pferdehalter schärfen.

altes Pferd

Alte Pferde brauchen besonders die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen.

Übergewicht bei Pferden

Zuviel Futter wirkt sich nicht nur negativ auf das Gewicht, sondern vielmehr auch auf die inneren Organe, wie Lunge, Herz und Leber aus. Pferde wirken unausgeglichen, da sie nicht wissen, wie sie ihre Energie loswerden können. Sie zeigen gehäuft auffälliges Verhalten. In einigen Fällen kann eine entgegengesetzte Wirkung beobachtet werden. Die Tiere sind auffällig faul und entsprechend träge. Ihnen fehlt der innere Antrieb. Für eine individuelle Futterempfehlung gibt es beispielsweise die Möglichkeit, mit Unterstützung eines Beraters ein spezielles Futterkonzept zu erstellen. Im Zeitalter der Medien gibt es mitterweile verschiedene Softwares oder Rationsrechner, welche diese Aufgabe ebenso zuverlässig übernehmen. Auf jeden Fall sollte eine eventuelle Diät wohlbedacht und auf jeden Fall Schritt für Schritt umgesetzt werden. Eine konstante Erhöhung der täglichen Bewegungszeit sollte in diesem Zusammenhang langfristig mit integriert werden.

Wenn das Alter kommt

Auch liebe Seniorenpferde gehen jeden Tag etwas sanfter und langsamer durch ihren Lebensabend. Symptome wie Muskelschwund, stumpfes Fell, Müdigkeit, Gewichtsabnahme oder nachlassende Arbeitsbereitschaft sind Zeichen für den Eintritt in den Pferderuhestand. Pferdehalter können durch entsprechende Nahrungsmittelergänzungen diese Zeit wohlwollend unterstützen. Ebenso wie bei Menschen wird der gesamte Tagesablauf ruhiger. Der gesamte Energiebedarf nimmt leicht ab. Allerdings kommt es in dieser Lebensphase vor allem auf ausreichend Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen an. Dies gilt im Übrigen auch bei kranken Pferden. In beide Fällen sollte unabdinglich fachmännischer Rat durch einen Tierarzt hinzugezogen werden.

Turnierstress

Turnierstress kann Pferden auf den Magen schlagen!

Verdauungsfalle: Turnierstress

Von Natur aus sind alle Pferde mit einem munteren Instinkt ausgestattet. Sie reagieren auf störende Außenreize. Ein Turnier kann für das Sportpferd eine absolute Reizüberflutung darstellen. Da diese Tiere sehr speziell in punkto Ernährung sind, schlägt dieser Zustand natürlich meist zuerst auf den Magen. Die Nahrungsaufnahme wird häufig eingestellt. Außerdem zeigen die Tiere ihre Unruhe über ungewöhnliches Verhalten. Für Pferdehalter gilt es nun, diese Zeit so ruhig wie möglich zu gestalten. Ebenso kann Spezialfutter mit Zusätzen aus Kräutern und Mineralstoffen beruhigend auf Leib und Seele des Pferdes wirken. Bezüglich eines Dopingverdachtes gilt es das Kleingedruckte genau zu lesen.

Schlussendlich sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung des Pferdes jedem Pferdehalter am Herzen liegen. Eine individuelle Bedarfskalkulation scheint diesbezüglich besonders wichtig. In Abhängigkeit vom Gesamtgewicht und den täglichen Aufgaben kann beispielsweise auch der Tierarzt individuelle Empfehlungen geben. Damit ist ein guter Weg für eine optimale und ganzheitliche Gesundheit des Pferdes geebnet. Ein besonders wichtiger Partner ist der fester Rhythmus, denn Pferde sind sehr sensible in punkto Regelmäßigkeit. Darüber hinaus scheint ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit anderen Pferhaltern ebenso bereichernd zu sein.

Weitere Ratgeber zur richtigen Fütterung deines Pferdes:

http://www.cavallo.de

http://www.tipps-zum-pferd.de

Bilder:
Titelbild – Kapa65 / Pixabay.com
Heu für Pferde – MargreetKeijzer / Pixabay.com
Pferdefutter – hortensia / Pixabay.com
Turnierstress – 387310 / Pixabay.com
altes Pferd – pixolga / Pixabay.com

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