Freitag , 27 November 2020
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Wie funktioniert eigentlich die öffentliche Abwasserentsorgung?

Wie funktioniert eigentlich die öffentliche Abwasserentsorgung?

Die Entsorgung von Abwasser ist für die meisten Menschen in Deutschland selbstverständlich. Privatpersonen müssen sich in der Regel damit nicht auseinandersetzen, was mit dem Wasser in weiterer Folge passiert, nachdem es im Abfluss verschwindet. Doch wie ist es eigentlich um die Abwasserentsorgung hierzulande bestellt?

Vom eigenen Haushalt ins öffentliche Kanalnetz

Die öffentliche Abwasserentsorgung fällt in den Zuständigkeitsbereich des Umweltbundesamtes. Das Hauptziel bei der Behandlung ist es, die Gewässer durch möglichst wenig Abwässer zu belasten.

Für die Entsorgung kommunaler, industrieller und häuslicher Abwässer kommen zumeist innovative, perfekt aufeinander abgestimmte Rohr- und Schachtsysteme aus Kunststoff zum Einsatz. Im Fachjargon ist hier oft von einem sogenannten KG Rohr die Rede.

10 Milliarden Kubikmeter Abwasser jährlich

Laut den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2016 rund 10 Milliarden Kubikmeter an Abwasser behandelt. Diese Menge wurde auf mehr als 9.000 Kläranlagen verteilt, die sich in ganz Deutschland befinden. Bei der Hälfte des Wassers handelt es sich um sogenanntes Schmutzwasser. Das ist genau jenes Wasser, dass in privaten Haushalten, aber auch in gewerblichen Betrieben in die Kanalisation geleitet wird.

Fast das komplette Abwasser wird biologisch gereinigt

Nur rund 0,015 Prozent der Wassermenge wird in den Kläranlagen mechanisch behandelt, der überwiegende Anteil wird hingegen biologisch gereinigt. Das bedeutet, dass der Stickstoff in zwei Arbeitsschritten, der sogenannten Nitrifizierung und der Denitrifizierung aus dem Wasser entfernt wird.

In den Kläranlagen fällt dabei Klärschlamm in hohen Mengen an. Im Jahr 2017 waren es insgesamt rund 1,7 Millionen Teil. Mehr als zwei Drittel davon werden thermisch verwertet. Das heißt, dass mit dem Schlamm unter anderem auch Wohnungen beheizt werden. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren ständig im Steigen. Allein seit dem Jahr 2013 ist er um etwa 12 Prozent angestiegen.

Das restliche Drittel kommt vor allem in der Landwirtschaft und für Maßnahmen im Landschaftsbau zum Einsatz. Nur ein sehr kleiner Rest gelangt in die stoffliche Verwertung oder wird direkt entsorgt. Bereits seit dem Jahr 2005 ist es untersagt, unbehandelte Klärschlämme auf Deponien zu lagern.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, kann sich direkt an das Umweltbundesamt wenden oder sich in den sozialen Medien auf Twitter, Facebook und Instagram mit dem Amt vernetzen.

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