Freitag , 9 Dezember 2022
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Schamlippenverkleinerung (Labio-Plastik, Schamlippen-OP) | Patienten-Ratgeber, Kosten und Preise

Schamlippenverkleinerung (Labio-Plastik, Schamlippen-OP) | Patienten-Ratgeber, Kosten und Preise

Während Schönheitsoperationen wie Fettabsaugung, Brustvergrößerung oder Nasenkorrektur auch vielen Laien zumindest in den Grundzügen bekannt sind, hört man hiervon schon deutlich weniger: Die sogenannte Intimchirurgie stellt offenbar einen besonderen Bereich innerhalb der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie dar. Und das, obwohl die hier zum Einsatz kommenden Methoden gar nicht unbedingt weit von denen anderer Eingriffe entfernt sind.

Schamlippenverkleinerung und Intimchirurgie: Was man sich nicht zu fragen traut

Ein Grund, wieso man über Operationen wie zum Beispiel die Schamlippenverkleinerung (medizinisch auch: Labioplastik), die – Vergrößerung, die Vagina-Verengung bzw. Vaginalstraffung oder auch die Wiederherstellung des Hymens (Hymenrekonstruktion) deutlich weniger hört, liegt in der Natur der Sache selbst: Beim Intimbereich handelt es sich nun einmal um den intimsten Bereich eines Menschen überhaupt. Auch deshalb tauschen sich Betroffene und Patientinnen hierüber weniger offen und seltener aus – ganz egal, ob sie sich über einen Eingriff informieren oder ihre Erfahrungen teilen möchten (oder eben doch lieber für sich behalten). Hinzu kommt, dass intimchirurgische Eingriffe zu den neueren Operationen in der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie zählen. Die Nachfrage hat hier in den letzten Jahren zugenommen, trotzdem gilt beispielsweise die Schamlippenverkleinerung immer noch als vergleichsweise seltener durchgeführte Methode.

Umso wichtiger ist es, dass sich Betroffene und/oder interessierte Frauen möglichst unabhängig und umfassend informieren können. Wie funktioniert so eine Operation eigentlich genau? Welche Erfahrungen haben andere Frauen gemacht, positiv und negativ? Und worauf sollte man bei der Suche nach einem passenden Arzt achten? Oder ist eine Ärztin hier die bessere Wahl? Wir möchten unsere Leserinnen daher ermutigen, verschiedene Quellen zur Labioplastik zu lesen und sich nach Möglichkeit auch in Foren über Fragen und Erfahrungen auszutauschen. Auch die großen Dachverbände wie zum Beispiel die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD) oder die Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC) sind gute Anlaufstellen, die zum Beispiel auf ihren Webseiten Informationen für Patientinnen bereithalten.

Ästhetische Eingriffe im Intimbereich sind stark umstritten. Kritiker sehen hierin eine bedenkliche Ausweitung von Schönheitsidealen auf den weiblichen Körper. Sie betonen, dass der mögliche Nutzen einer zum Beispiel Labienplastik in keinem Verhältnis zum operativen Eingriff und den hiermit verbundenen, möglichen Risiken steht. Für die Schamlippenverkleinerung sollte daher besonders gelten, was für alle Schönheitsoperationen gilt: Jede Patientin muss sehr genau abwägen, ob der Eingriff wirklich die richtige Wahl ist.

Wichtige Grundlagen rund um den Eingriff, für wen er grundsätzlich geeignet ist und welche Risiken er mit sich bringt, haben wir an dieser Stelle zusammengefasst.

Wann wird die Schamlippenverkleinerung durchgeführt?

Die Labioplastik kann in ganz unterschiedlichen Lebenslagen und Altersklassen gewünscht werden. Ausgangssituation ist hier immer die Unzufriedenheit mit dem Aussehen der eigenen Schamlippen, also Labien.

Besonders häufig stört Frauen beispielsweise, wenn die inneren Labien im Verhältnis als „zu lang“ erscheinen, also zum Beispiel über die äußeren Labien hinausragen. Dieser Zustand kommt nicht selten vor und stellt in der Regel auch keinerlei funktionale Beeinträchtigung dar. Eine Ausnahme: Wenn die inneren oder äußeren Schamlippen deutlich vergrößert sind und sich hierdurch zum Beispiel beim Sport oder auch bei eng anliegender Kleidung aufreiben, im schlimmsten Fall sogar wund scheuern.

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Sehr viel häufiger allerdings handelt es sich bei den zu langen inneren oder, seltener, auch äußeren Labien jedoch um ein rein ästhetisches Problem. Form und Beschaffenheit der Schamlippen sind oftmals angeboren. Allerdings kann sich der Intimbereich auch durch hormonelle Umstellungen beispielsweise während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren verändern. Zusätzlich wirken sich mitunter auch Gewichtsveränderungen mit stärkerer Zu- oder Abnahme auf die Labien aus.

Wenn die Unzufriedenheit über das Aussehen der Schamlippen sehr groß ist, kann eine korrigierende OP die gewünschte Veränderung bringen. Allerdings sollte diese selbstverständlich nicht ohne sorgfältiges Abwägen geschehen. Dabei stehen grundsätzlich verschiedene Verfahren zur Wahl, abhängig von der Ausgangssituation und dem genauen Behandlungswunsch. So kann die Verkleinerung der Labien natürlich direkt, also zum Beispiel durch Fettabsaugung sowie durch andere chirurgische Verfahren wie Laser oder Radiofrequenz erfolgen. Denkbar ist aber auch eine optische Angleichung, die durch Vergrößerung der äußeren Labien erfolgt. Hierbei werden diese zum Beispiel wie der der Eigenfettbehandlung mit zuvor entnommenem Fettgewebe unterspritzt.

Wichtig: Eine chronische Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen bzw. eine krankhafte Fixierung hierauf kann durchaus eine Kontraindikation für einen Eingriff darstellen. Mitunter handelt es sich dann zum Beispiel um eine Körperakzeptanzstörung, die therapeutisch behandlungsbedürftig ist. Auch überzogene Vorstellungen von den Möglichkeiten der Intimchirurgie bzw. den positiven Folgen eines solchen Eingriffs sind kritisch zu betrachten. Ein verantwortungsbewusster Arzt prüft daher genau, ob die Patientin für den Eingriff geeignet ist oder ob eventuell anderweitige Unterstützung notwendig ist.

Der richtige Facharzt für die Labienplastik

Bei der Suche nach einem Facharzt, der die Labienplastik durchführen oder zunächst einmal grundsätzlich hierüber informieren soll, sollten verschiedene Kriterien beachtet werden: Die fachliche Eignung (zum Beispiel als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie) ist natürlich Voraussetzung, damit der Arzt oder die Ärztin überhaupt in Frage kommen. Daneben spielt auch die individuelle Erfahrung speziell im Bereich der Intimchirurgie eine Rolle. Und schließlich sollten auch die zwischenmenschlichen Faktoren eine Rolle spielen: Denn nur, wenn man sich rundum aufgehoben, gut informiert und niemals zum Eingriff gedrängt fühlt, ist das nötige Vertrauensverhältnis für eine erfolgreiche Behandlung gegeben.

Ebenfalls wichtig werden kann die Standortnähe (wichtig für Nachbehandlungen oder bei etwaigen, aufkommenden Fragen). Natürlich spielen für viele Patientinnen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Dabei sollten die Kosten allerdings niemals die Entscheidung für oder gegen einen Arzt allein bestimmen: Qualität hat mitunter auch ihren Preis. Bei Operationen, die gezielt als „billig“ angepriesen werden, ist eine gesunde Skepsis angebracht. Auch, wenn der Arzt nach persönlichem Gespräch keinen genaueren Kostenvoranschlag machen möchte, sollte man hellhörig werden. Was umgekehrt nicht heißt, dass alle Preise bereits im Netz vorhanden sein müssen – es ist üblich, dass viele Praxen und Kliniken diese erst auf Nachfrage bzw. individuell abgestimmt veröffentlichen. Transparente Behandlungspreise sollten also ebenso selbstverständlich sein wie Hygiene, eine gute Ausstattung sowie natürlich ein fachlich kompetentes Team.

Tipp: Wer in der Aufregung schon einmal das Wichtigste vergisst, der sollte sich gut vorbereiten auf das Arzt-Patienten-Gespräch. Gerade bei längerer Anreise oder, wenn hier eine Schutzgebühr fällig wird (dies muss vorher angekündigt werden), sind vergessene bzw. nicht gestellte Fragen umso ärgerlicher. Am besten notiert man diese einfach auf einen Zettel oder natürlich auch im Smartphone und stellt sie, wenn sie sich nicht sowieso im Gespräch ergeben.

Schamlippenverkleinerung: Die Methoden im Überblick

Wie bereits eingangs erläutert, kann die Schamlippenverkleinerung auf verschiedene Weise erreicht werden. Handelt es sich um tatsächlich vergrößerte bzw. längere Labien, so können diese mit Hilfe einer Fettabsaugung oder einer chirurgischen Verkleinerung korrigiert werden. Ansonsten ist auch eine Vergrößerung der äußeren Labien möglich, wodurch die inneren dann optisch kleiner wirken, also eine harmonische Proportion hergestellt ist.

Beide Verfahren können in der Regel unter örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden. Vor der Operation muss der Operationsbereich desinfiziert und einsehbar gemacht werden, meist ist hierzu auch eine Rasur notwendig.

Die Verkleinerung der Schamlippen wird zum Beispiel mit dem sogenannten Laser-Skalpell durchgeführt. Methoden wie Laser und Radiofrequenz-Chirurgie haben den Vorteil, dass sie bei korrekter Durchführung gewebeschonend sind. Auch Blutungen können so schneller abklingen. Während der Operation wird das überstehende Gewebe der inneren oder je nach Situation auch äußeren Labien so abgetrennt und die Wunde anschließend versorgt. Sollen die Labien vornehmlich  weniger voluminös sein, beispielsweise weil sie sich sonst wund scheuern, dann kann eine lokale Fettabsaugung vorgenommen werden.

Mitunter wird auch der umgekehrte Weg, nämlich eine Vergrößerung der (hier meist: äußeren) Schamlippen durchgeführt. Diese kann mittels Eigenfettbehandlung erfolgen und zum Beispiel mit einer ohnehin geplanten Liposuktion (Fettabsaugung) kombiniert werden. Dabei wird das entnommene Fettgewebe aufbereitet und anschließend in die äußeren Labien injiziert. Für ein dauerhaftes bzw. semi-permanentes Ergebnis können mehrere Sitzungen notwendig sein.

Labioplastik: Vorsichtsmaßnahmen, Nachsorge und Risiken im Überblick

Die Labioplastik stellt in der Regel einen kleineren chirurgischen Eingriff dar. Ein stationärer Aufenthalt oder auch eine längere Vorbereitung sind meist nicht nötig. Trotzdem kann es natürlich auch hier zu Komplikationen kommen. Zu den wichtigsten Vor- und Nachsorgemaßnahmen zählt der Verzicht auf Alkohol sowie auf blutverdünnende Medikamente, zum Beispiel ASS-haltige Schmerzmittel. Notwendige Medikamente dürfen natürlich nicht eigenhändig abgesetzt werden. Auch der Verzicht auf Nikotin kann sinnvoll sein, um eine optimale Wundheilung zu unterstützen. Für einige Zeit sind zudem Sport, Hitze (auch heiße Bäder, Sauna) sowie sexueller Verkehr zu meiden.

Nach der Schamlippenverkleinerung sind die Labien oft noch sehr empfindlich. Auch Schmerzen, Rötungen und Schwellungen kommen vor. Diese klingen jedoch meist relativ schnell von alleine ab.Zu den möglichen Risiken zählen unter anderem Infektionen, denen durch eine sorgfältige Hygiene sowie gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente (nach Anordnung) vorgesorgt werden kann. Darüber hinaus sind Komplikationen wie Wundheilungsstörungen möglich, die in selteneren Fällen und bei ungünstigem Verlauf auch dauerhafte Missempfindungen zur Folge haben können.

Nähere Informationen zu den spezifischen Risiken der Labioplastik sowie deren Häufigkeit gibt der behandelnde Arzt.

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